Rossmann: e-Busse müssen in das Förderprogramm

Tauschten sich über den Stand der E-Mobilität im  ÖPNV aus: SPD-MdL Thomas Hölck, Kreistagsmitglied  Helmuth Jahncke und KViP-Geschäftsführer Dr. Thomas  Becker.
Tauschten sich über den Stand der E-Mobilität im ÖPNV aus: SPD-MdL Thomas Hölck, Kreistagsmitglied Helmuth Jahncke und KViP-Geschäftsführer Dr. Thomas Becker.

Auch E-Busse müssen ins kürzlich von der Großen Koalition vereinbarte Förderprogramm des Bundes für E- Mobilität aufgenommen werden. Diese Forderung stellt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann.

 

Gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Thomas Hölck und Kreistagsmitglied Helmuth Jahncke informierte sichder Politiker jetzt bei einem Besuch derKreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) über den

Stand der Elektro-Mobilität beim in Uetersen ansässigenUnternehmen.

Dessen Geschäftsführer und E-Mobilitäts-Experte Dr. Thomas Becker unterstützt die Initiative des Sozialdemokraten. „Während das von der

Bundesregierung erklärte Ziel von einer Million Elektro-PKW auf deutschen Straßen bis 2020 kaum zu erreichen sein dürfte, ist die Umrüstung von Busflotten wesentlich realistischer“, betonte Becker.

 

Rossmann machte deutlich, dass das geplante Bundesprogramm mit einem Umfang von 1,2 Milliarden Euro einen großen Schritt nach vorne für die E-Mobilität bedeutet. „Mit dem Dreiklang von Stromtankstellenausbau, Steuerbefreiung und Kaufprämien wird hier einiges in Bewegung gesetzt“,

erläuterte der SPD-Mann die Berliner Planungen. „Ich würde es allerdings sehr begrüßen, wenn eine konzentrierte und anwenderorientierte E-Bus-Förderung als vierter Baustein hinzukäme.“ Dafür wolle er sich in der Hauptstadt gerne einsetzen. Auch MdL Hölck und Kreistagsmitglied Jahncke unterstützen diese Initiative. „Die Vorreiter der Herstellung von Elektrobussen und der zugrunde liegenden Speichertechnologie kommen aus Fernost“, berichtete Becker über die technischen Ursprünge der Technologie. So sei 2014 von der KViP der damals leistungsstärkste, 12 Meter lange Linienbus„Eurabus 2.0-300“ im ÖPNV eingesetzt worden.

Allerdings habe sich das eingesetzte chinesische Fahrzeug als sehr fehleranfällig erwiesen, machte Becker deutlich: „Der Bus konnte nur zeitweise auf der Strecke genutzt werden und wird heute nicht mehr

eingesetzt.“

 

Derzeit baue man bei einer Flottenkapazität von 35 Fahrzeugen auf den Einsatz von vier Hybridbussen. Neue Projekte mit rein elektrisch

angetriebenen Fahrzeugen befänden sich in der Planung. Die europäischen Entwickler seien bei dem Projekt Elektromobilität leider sehr zurückhaltend, bedauerte der Mobilitätsexperte. Derzeit würden innovative Elektrobusse insbesondere aus Italien und Belgien, aber auch aus anderen europäischen Staaten kommen. Becker: „So ist in Hamburg-Blankenese derzeit z.B. eine elektrische ‚Bergziege‘ aus Italien im Testeinsatz. Von der Serienreife sind diese Fahrzeug allerdings noch weit

entfernt, wenngleich sich dieses Fahrzeug durch eine außergewöhnlich Zuverlässigkeit hervorhebt.“

 

Hoffnungen setzt man bei der KViP auf den Daimler- Konzern. Dort soll bis 2018 ein serienreifer Linienbus entwickelt werden, der europäischen Ansprüchen genüg und auch wirtschaftlich betrieben werden kann.

Um einen gangbaren Weg durch den unübersichtlichen „Förderdschungel“ für Elektromobilität zu finden, lud Rossmann die Vertreter der KViP und auch deren Vertreter aus den Spitzenverbänden zu einem Gespräch

nach Berlin ein. „Wenn die Umstellung der Busflotte der deutschen ÖPNV-Unternehmen auf Elektromobilität nach seriösen Untersuchungen einen vergleichbaren Effekt auf die CO2-Reduzierung hat wie eine Million Elektro-PKW, dann sollten wir diese Chance unbedingt ergreifen“, so Rossmann. In Berlin wolle er deswegen den Dialog mit den Fachpolitikern ermöglichen, um spezielle Fördermöglichkeiten für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrobussen zu finden.

 

 


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