Trauer um Marianne Gehrke

Die Galeristin und Initiatorin Marianne Gehrke wird der Stadt fehlen.
Die Galeristin und Initiatorin Marianne Gehrke wird der Stadt fehlen.

Ein wenig war sie am Familientag noch zu sehen: die Farbe, mit der Schüler und Schülerinnen den Rathausplatz bemalt hatten. Wer hätte geahnt, dass die Initiatorin des Projektes nicht einmal erleben kann, wie die Zeit die Spuren dieses Kunstwerks vollständig verwischt. Marianne Gehrke ist vor einigen Tagen im Alter von 66 Jahren völlig überraschend verstorben.


Johannes Schneider, Vorsitzender der Kulturvereins
Frau Gehrke, ja, obwohl wir uns erst seit etwa zwei Jahren näher kannten -
das Stadtmarketing hatte uns zusammen gebracht - , war dieses Kennen ein sehr intensives geworden, da uns Gleiches um- und antrieb, die Entwicklung eines wirklich hervorhebenden Kulturlebens in dieser Stadt.

Die Teestunden in ihrem Büro im Offenen Atelier, in denen all diese
wunderbaren Visionen ausgebrütet wurden, sind unvergessen. Wir hatten so viel vor. Zwei Tage vor ihrem Abschied aus dieser Welt saßen wir noch in der Galerie VB zusammen über neuen Plänen. Mit ihr verliere ich eine gute
Freundin, Seelenverwandte und starke Partnerin in unseren Visionen um
Quickborn.

 

Und auch ein paar persönliche Erinnerungen des Herausgebers seien erlaubt.

 

Kennengelernt habe ich Marianne Gehrke im Rahmen des Stadtmarketing-Projektes. Gemeinsam haben wir in der Gruppe "Strategie und Kommunikation" gearbeitet. Schon dort wurde für mich erkennbar: Marianne Gehrke liebt Quickborn! Die Stadt war für sie „ein ungeschliffener  Diamant, den man zum Strahlen bringen kann!" Bei den Überlegungen, wie man Quickborn attraktiver machen und darstellen kann, setzte sie auf ihre beruflichen Erfahrungen. Nach dem Grafik-Design-Studium war sie in internationalen Agenturen als Konzeptions-Texterin tätig und arbeitete gemeinsam mit ihrem Mann Edwin Zaft, den sie in einer Agentur kennengelernt hatte, bis zuletzt als freie Mitarbeiterin für renommierte Kunden. „Marketing ist meine Profession, die der Stadt nützlich sein kann."

 

Dass dies nicht in dem Maße umgesetzt wurde, wie sie es sich gewünscht hat, hat sie nicht davon abgehalten, weiter für die Attraktivität der Stadt zu arbeiten. Schon in den Jahren zuvor hatte sie mit ihrem Mann das Offene Atelier zu einem Treffpunkt der Kulturschaffenden und -interessierten in der Stadt und auch von außerhalb gemacht. Stolz war sie, wenn die beiden wieder einmal Werke bekannter Künstler oder auch aus der heimischen Szene in ihrer Galerie präsentieren konnten. Gepaart mit einer herzlichen, unaufdringlichen Gastfreundschaft, so dass das Atelier auch den Raum für einen anregenden Austausch Interessierter bot.

 

Dieses Konzept konnten die beiden in den letzten Monaten noch mit einem neuen Projekt ausbauen. Mit der ihr eigenen Mischung aus dem Erkennen von Chancen, dem „Mitnehmen” von Verantwortlichen und sicher auch einer gehörigen Portion Beharrlichkeit gelang es ihr, mit der VR-Galerie einen Glanzpunkt der Kulturszene in Quickborn zu setzen und auch den Blick auf die Kunstszene über die Grenzen der Stadt hinaus zu öffnen. Dabei bewährte sich erneut die kongeniale Partnerschaft der beiden Initiatoren: Hier der Künstler, der als Kurator seine weitreichenden Verbindungen einsetzen konnte, um seine Kollegen zu einer Präsenz in den Ausstellungen zu bewegen. Dort die engagierte, ausgebildete Kulturmanagerin, die die Rahmenbedingungen schafft. „Privat bin ich gutmütig, professionell bin ich  - leider - hochmütig", sagte sie einmal öffentlich über sich selbst. Sicher ist, dass unter dem markanten Rotschopf ein kluger Kopf mit einer Fülle von Ideen, aber auch festen Vorstellungen zu ihrer Umsetzung steckte.

 

Mit der Gründung des Kunstvereins legte Marianne Gehrke den Grundstein für weitere kulturelle Aktivitäten in der Stadt. Und wie hat sie sich gefreut,

als es ihr gemeinsam mit ihrem Mann mit dem Projekt "Bemalung des Rathausplatzes" gelang, nicht nur Kinder an künstlerische Arbeiten heranzuführen, sondern auch der  Stadt überregional Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Aktion lässt erahnen, mit welchen Ideen sie in den kommenden Jahren Quickborn "kunstvoller", lebendiger und attraktiver hätte gestalten können. Es war ihr nicht vergönnt. Der Stadt wird Marianne Gehrke fehlen.

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Frauke Klinkforth (Montag, 30 Mai 2016 14:49)

    Mein herzliches Beileid für alle Angehörigen und Freunde von Marianne Gehrke.
    Frauke Klinkforth