Polizeiwache in der Innenstadt muss warten

Eingeengt fühlt sich der Bewohner des historischen Reetdachhauses vorn links, außerdem sorgt er sich um den Bestand der uralten Eiche auf seinem Grundstück
Eingeengt fühlt sich der Bewohner des historischen Reetdachhauses vorn links, außerdem sorgt er sich um den Bestand der uralten Eiche auf seinem Grundstück

2.2.2023 | Jetzt werden die Quickborner wohl noch eine ganze Weile auf die Polizeiwache in der Innenstadt warten müssen: Wegen der Klage eines Nachbarn hat das Bauunternehmen Semmelhaack die Pläne für den Wohnblock an der Ecke Markstraße, in dem auch die neue Polizeiwache untergebracht werden soll, vorerst zurückgestellt.

 

Zuerst hatte die Pinneberger Zeitung darüber berichtet, in der Folge hatte sich die SPD darüber beklagt, dass sie Anfragen von Bürgern nicht beantworten könne, weil der Bürgermeister zunächst nur im nichtöffentlichen Teil einer Ausschusssitzung über die Verzögerung informiert hatte und die Ortspolitiker deshalb ihrerseits keine Auskunft geben durften. In der jüngsten Ratsversammlung hat Bürgermeister Beckmann nun offziell über die Verzögerung berichtet.

 

Demnach hat Thomas Tschechne, der mit seiner Frau Irene das historische Reetdach-Haus direkt neben dem geplanten Neubau bewohnt, beim Oberverwaltungsgericht Klage gegen die Änderung des Bebauungsplanes eingereicht. Zudem widerspricht er der Baugenehmigung des Kreises Pinneberg.

 

Zwar waren das Bauunternehmen Semmelhaack und die Stadtwerke Quickborn den Einwänden der Anwohner im B-Plan-Verfahren bereits etwas entgegengekommen, doch offensichtlich reichte das dem Kläger nicht. Die geplanten dreieinhalb Geschosse, die bis zu 12,50 m hoch werden sollen, würden zu einer unzulässigen Verschattung seines Grundstücks führen. Das kleine Reetdachhaus wäre regelrecht umzingelt von gewerblich beziehungsweise öffentlich genutzten Gebäuden. Hinzu kämen erhöhte Immissionen von Licht, Lärm, Staub und Feinstoffen durch die starke Frequentierung der alleinigen Zufahrt duch Anwohner und polizeidienstlichen Verkehr. In dem Mehrfamilienhaus soll nämlich die Polizeiwache ihren Platz im Zentrum finden, die zur Zeit noch in Quickborn-Heide untergebracht ist.

 

Ein gewichtiges Argument ist auch die uralte Eiche auf dem Grundstück Tschechnes, die mit ihrem Kronendurchmesser von 25 m rund 12 m in das Baugrundstück hineinragt. Vor allem durch die in unmittelbarer Nähe geplante Tiefgarage befürchtet Tschechne Schädigungen des Wurzelwerks.

 

Nach Aussagen des Gerichts ist mit einer Entscheidung wohl nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen. Semmelhaack, das eigentlich im Januar diesen Jahres mit dem Bau der geplanten 55 Wohnungen und der 400 qm für die Polizeiwache beginnen wollte, hat angesichts der unklaren Rechtslage den Baubeginn verschoben. Und auch die Stadtwerke Quickborn, die  auf dem Gelände 14 Betriebswohnungen errichten wollen, warten erst einmal ab.


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Kommentare: 8
  • #1

    Hans Werner (Montag, 13 Februar 2023 14:22)

    Endlich, endlich mal zeigt jemand in diesem Ort einen Wiederstand an.
    Es ist unglaublich, wie hier Immobilien Investoren die letzten Jahrzehnte gemacht haben was sie wollten, leider auch immer mit Unterstützung der Politik. Ich wünsche diesem Herren alles Gute und viel Kraft.

  • #2

    Auch ein Thomas (Montag, 13 Februar 2023)

    Richtig so, alle Einwände auch von anderen Eigenheimbesitzern, wurden niedergewalzt, wir haben schon die Feuerwehr, die Stadtwerke sowie die viel befahrenen Marktstr. und Kieler Str. hier. Irgendwann muss mal Schluss sein.

  • #3

    Marktstrassenbewohner (Samstag, 18 Februar 2023 11:59)

    Auch unsere Einwände wurden in der Planunhgsphase einfach weggewischt. Wir haben hier neben den akustischen Belastungen der Marktstr. und der Kieler Str. dauernd Lärm durch die Feuerwehr und auch die Stadtwerke, jetzt soll auch noch die Polizei dazu kommen und weitere 70 Wohnungen und eine große Tiefgarage, es ist hier jeden morgen sowieso schon Verkehrschaos, das wir sich noch verschlimmern. Und die neue Planung wird zwar als für junge Familien beworben, aber eine Spielmöglichkeit für KInder draussen wurde einfach mal nicht geplant wie üblich hier. Statt dessen 4 geschössige Bauweise und vollkommene Versiegelung. Nur der Immo Investor gewinnt, alle anderen verlieren.

  • #4

    Gabriele (Mittwoch, 22 Februar 2023 23:20)

    Meine Meinung: 1. Städte sind zum Wohnen da, also braucht es Wohnungen. Und darüber, das die Feuerwehr und die Stadtwerke ihre Arbeit zu unser aller Nutzen übrigens (Danke dafür), nicht lautlos erledigen können, ist wohl klar. 2. In Städten fahren Autos und keiner fährt nur in der eigenen Strasse. Und Herr Tschechne war auch weniger naturnah, als es darum ging, auf dem Wurzelbereich seines geliebten Baumes einen Doppel-Carport zu bauen, in dem jetzt 2 Pkw's auf selbigen Wurzeln ein und aus und ein und aus fahren, Schatten werfen und das Wasser weghalten. Es stört mich an Quickborn sehr, das in der Stadtmitte leere Grundstücke verrotten, während die Wohnbebauung immer weiter in die Stadtrand-Gebiete auswuchert. Wenn viele Menschen in der Stadt wohnen wollen, ist Geschoss-Wohnungsbau wohl angebrachter als Einzelhaus-Bebauung.

  • #5

    Gabriele Bewunderer (Donnerstag, 23 Februar 2023 17:18)

    Und sie sind Gabriele?
    Wohl eher ein Troll vom Immoinvsteot bei dieser Äußerung was?

  • #6

    Stiller Geniesser (Donnerstag, 23 Februar 2023 18:45)

    Genau, die Tschechne Familie ist ne ganz üble Bande, die fahren mit 40 Tonnern unter der eigenen Eiche rum und beschädigen alles selber :-) Gesehen habe ich aber ein begrüntes Carport und Herr Tschechne hat mit gezeigt, dass er das Wasser vom Dach auffängt und seiner Eiche zuführt. Ich wünsche ihm viel Kraft und Glück in dieser Sache.

  • #7

    Gabriele (Donnerstag, 23 Februar 2023 19:17)

    Ich bin kein Troll, sondern seit fast 50 Jahren Quickbornerin. Und wieso sollte Familie Tschechne ne üble Bande sein? Wenn ich hier meine Meinung abgebe, möchte ich schon darum bitten, nicht von der Seite angepöbelt zu werden.

  • #8

    Georg H. (Gelegenheitsdichter aus der Nachbarschaft) (Freitag, 24 Februar 2023 11:30)

    Thomas Tschechne und Irene,
    zeigen Stadt und Kreis die Zähne.
    Gut, daß mal einer aufbegehrt
    und spricht von wahrem Grundstückwert,
    nicht dem wo Neues jetzt entsteht,
    sondern dem, wo man schon lange lebt!
    Da stösst man schnell auf taube Ohren
    bei Bauherren und Investoren,
    sie stempeln dich als Querulant
    und wolln nichts wissen vom Bestand.
    Selbst die Planung ignoriert,
    das Ortsbild wird nicht diskutiert.
    So entsteht und wird errichtet
    Bausubstanz die hoch verdichtet!
    Ja, sonst rechnet sich´s ja nicht
    ein Totschlagargument was sticht.
    Selbst ein ortsprägender Baum
    bewegt die Gemüter kaum.
    Sollt ihm das Leben noch genommen
    wird wohl auch das in Kauf genommen.
    Fazit: Naturschutz, und auch Pflege
    steht Projekten oft im Wege.

    Wünsche der betroffenen Familie alles Liebe und Gute.

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