
11.11.2021 | Bürgermeister Thomas Köppl weist in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsteher des IT-Zweckverbandes kommunit die Kritik im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes wegen
vermeintlicher Überlastung des Zweckverbandes mit einhergehender Mittelverschwendung zurück. Im folgenden veröffentliche wir seine Stellungnahme im Wortlaut.
Aus dem aktuellen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler werden derzeit auch mehrere Fälle von Steuergeldverschwendung in Schleswig-Holstein durch die Medien angeprangert. Einer
davon betrifft kommunit – den IT-Zweckverband Schleswig-Holstein. Der Vorwurf: Das schnelle Wachstum des Zweckverbandes bedingte bereits eine verlangsamte Nutzung von Anwendungen und führte im
Frühjahr 2021 wegen Überlastung der Serverstruktur zum Zusammenbruch des IT-Systems. Mehrkosten im sechsstelligen Bereich seien die Folge gewesen. Als Konsequenz habe kommunit die
Serverstrukturen erweitert und das Wachstum des IT-Zweckverbands bis 2025 vorerst gestoppt.
Verbandsvorsteher Thomas Köppl: „Richtig ist, dass es im Frühjahr Performanceprobleme in den IT-Systemen von kommunit gegeben hat und dass wir unseren hohen Leistungsstandard bei zwei
Verbandsmitgliedern für einige Tage nicht erfüllen konnten. Das war aber kein genereller Systemausfall und mit dem Wachstum des Zweckverbandes hat das nichts zu tun. Der Grund für die
mittlerweile behobenen Probleme war ein anderer: die Corona-Pandemie“.
Das Zusammentreffen verschiedener Ursachen, die alle mit Corona in Zusammenhang stehen, ist hier zu nennen:
Lange im Voraus bestellte Server-Hardware konnte durch die allgemeinen Lieferschwierigkeiten im Frühjahr nicht termingerecht geliefert werden.
Die Corona-Pandemie hat zu einem massiven Digitalisierungsschub in den Verwaltungen geführt. Die Nachfrage nach elektronischer Erfassung und Digitalisierung von Dokumenten ist sprunghaft
angestiegen und hat die bestehenden Systeme entsprechend herausgefordert.
Aufgrund der Corona-Pandemie ist ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Verwaltungen ins Homeoffice umgezogen. Hierfür mussten schnell und in großer Zahl neue und gleichzeitig
sichere Arbeitsplätze eingerichtet werden – ein enormer Zuwachs an Server-Kapazität war hierfür nötig.
In den Gesundheitsdiensten der Kreise hat sich das Personal und damit auch die IT vervielfacht. Impfzentren mussten kurzfristig aufgebaut und mit IT versorgt werden.
kommunit hat die Herausforderung dieser unglaublich dynamischen Gesamtsituation angenommen. Der Wunsch der Verbandsmitglieder nach Homeoffice, neuen Standorten, neuer IT, schnellen Leitungen,
Videokonferenzen usw. wurde umgesetzt. Für die Kommunalpolitik und die Bürgerinnen und Bürger ganz selbstverständlich der richtige Weg.
Die Behauptung im Schwarzbuch, kommunit werde bis 2025 nicht weiterwachsen, stimmt ebenfalls nicht. Jeder Beitritt eines neuen Verbandsmitgliedes ist ein umfangreiches und zeitintensives Projekt.
Für die kommenden drei Jahre stehen bereits mehrere dieser Projekte an, die mit der entsprechenden Sorgfalt betreut werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit können fünf neue Verbandsmitglieder
begrüßt werden. Der IT-Zweckverband wird also weiterwachsen. Wenn darüber hinaus aktuell potenzielle Verbandsmitglieder interessiert sind, kann erst ab 2025 wieder eine Aufnahme in Aussicht
gestellt werden.
Thomas Köppl: „Dies alles hätten wir gern dem Bund der Steuerzahler erläutert. Gleiches gilt für die Medien, die in ihrer Berichterstattung die Darstellung aus dem Schwarzbuch unreflektiert
übernommen haben. Um Stellungnahme hat man uns aber gar nicht erst gebeten“.
In einigen Medien wird kommunit außerdem in Zusammenhang mit der Entwicklung der Software „KoPers“ gebracht. Damit hat kommunit jedoch nichts zu tun.
Der IT-Zweckverband kommunit hat einen Leistungszuwachs von über 30% zur Bewältigung einer Notsituation bei knappen Mitteln in die Tat umgesetzt. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben
sich den Dank von 19 Verbandsmitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz unter Zeitdruck und unter Ausweitung der Arbeitszeit bis in die Nachtstunden und am Wochenende redlich verdient. kommunit
ist Teil der engagierten kommunalen Familie aller Verbandsmitglieder, die in den letzten zwei Jahren Unglaubliches geleistet hat.
Köppl: „Ein reibungsloser technischer Ablauf und eine störungsfreie Nutzung von Anwendungen bei unseren Verbandsmitgliedern sind weiterhin unser höchstes Ziel und dieses Ziel erreichen wir auch
täglich“.
Thomas Köppl
Verbandsvorsteher
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