BUND mahnt, beim Frühjahrsputz die richtigen Materialien zu verwenden

4.4. 2021 | Der Winter ist vorbei, vielerorts beginnt der Frühjahrsputz. Auch auf Balkon, Terrasse oder gepflasterten Wegen im Garten soll es wieder schön aussehen. Da stören dann die grünlichen Beläge aus Algen und Moosen, die auf Holz oder Steinoberflächen siedeln. Hans-Joachim Bull von der BUND Ortsgruppe Quickborn mahnt, dafür die richtigen Materialien zu verwenden.


Der Handel bewirbt da "bewährte" Produkte, sog. Grünbelagentferner. Gibt´s kanisterweise
zum Schnäppchenpreis und meist bereits gebrauchsfertig gemischt und bequem
anzuwenden. Man kann mit dem Putzen einfach loslegen. Doch ist das wirklich eine gute
Idee, eine "bewährte" Lösung?


Im Kleingedruckten steht etwas von Biozid. "Bio-", das klingt doch nach etwas Gutem, oder?
Das Fremdwort "Biozid" ist allerdings, abgeleitet aus dem Griechischen und Lateinischen,
in Wahrheit eher mit "Lebenstöter" zu übersetzen. Es handelt sich um Chemikalien,
die Organismen, also Leben abtöten. Und diese Gifte sind für die Umwelt gefährlich. Da steht in seitenlangen Anwendungshinweisen zum Beispiel etwas von H412 (schädlich für
Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung). Oder von H314 (Warnung vor Hautschäden und
Augenverätzungen). Hierbei handelt es sich um international genormte Sicherheitshinweise zur Kennzeichnung von Gefahrstoffen. Solche wassergefährdenden Flüssigkeiten dürfen nicht in die Kanalisation oder ins Erdreich gelangen. Bei der praktischen Anwendung ist das leider nicht immer völlig auszuschließen.


Kurz: Von Bioziden kann ein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt ausgehen, so definiert es
die EU-Verordnung 528/2012. Man mag einwenden, dass die Verwendung solcher Substanzen
bislang nicht verboten ist. Aber so ein Kanister Grünbelagentferner ist eben keine Flasche
Neutralseife. Es gibt zum Glück ökologische Alternativen im Handel, die aber teurer sind. Oder wir greifen zu Hochdruckreiniger oder Schrubber.


Bull:„Wollen wir wirklich riskieren, unsere Umgebung, in der wir leben, fahrlässig zu vergiften? Sollten wir nicht im Alltag beginnen, die Welt lebenswert zu erhalten? Wir haben nur einen Planeten, den wir bereits arg strapazieren. Was sind wir bereit, dafür zu tun oder zu lassen?"



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