Grüne fordern Baumschutzsatzung

Auch hier an der Ulzburger Landstraße gab es eine (zulässige) großflächige Rodung eines alten Baumbestandes
Auch hier an der Ulzburger Landstraße gab es eine (zulässige) großflächige Rodung eines alten Baumbestandes

26.3.2021 | Lange haben sie sich die Fäll-Aktionen innerhalb und außerhalb der Brutzeit in Quickborns Gartenflächen mit wachsendem Zorn und Unverständnis angesehen. Nun nutzt die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in Quickborn die kommenden Sommermonate, in denen das Bäume-Fällen durch das Naturschutzgesetz streng verboten ist, für ihren erneuten Vorstoß zum Erstellen einer Baumschutzsatzung für das gesamte Stadtgebiet Quickborns.

22 Jahre nachdem ein Bürgerentscheid der FDP die damalige Baumschutzsatzung für die Stadt zu Fall brachte, fordern die Grünen nun die Verwaltung auf, den Baumbestand nach Maßgabe einer Satzung zu schützen. Die soll zum 1. Oktober 2021 in Kraft treten, rechtzeitig um ein erneutes „Kettensägen- Massaker“ unter den im Ort noch vorhandenen Bäumen wirkungsvoll und nachhaltig zu unterbinden.


„In den letzten 20 Jahren ist das Umweltbewusstsein vieler Menschen durch den inzwischen nicht mehr zu leugnenden Klimawandel, Insektensterben und das Aussterben vieler heimischer Tier- und Vogelarten gestiegen“, berichtet Anke Thomsen, Vorsitzende des Ortsverbands der Grünen und bürgerliches Mitglied der Fraktion. „Bäume produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff, dienen der Klimaverbesserung, sind Filter von Staub und Schadstoffen und sorgen für Luftkühlung. Sie bieten Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere, beleben und gliedern das Ortsbild und dämpfen dabei den Lärm. Gleichzeitig ist leider festzustellen, dass in Quickborn besonders bei Besitzerwechsel von Grundstücken, gesunde große Bäume, alte vitale Hecken und andere Großgehölze auf neu zu bebauenden Grundstücken radikal entfernt wurden. Damit hat sich bereits jetzt das Bild unserer Wohngebiete verändert. Der besondere Charme, den Quickborn durch seine Heide- und Kiefernlandschaft hat, geht verloren!“ „Das können wir nicht länger mit ansehen ohne nachhaltig zu handeln!“ ergänzt Sabine Schaefer-Maniezki, langjährige grüne Ratsfrau und Kreistagsabgeordnete. „Wir zählen auf die Quickborner Bürger:innen, die inzwischen viel aufmerksamer für Umwelt- und Klimaschutz geworden sind. „Bei vielen hat auch ein Umdenken stattgefunden. Wurde früher noch von Grundbesitzern darauf beharrt, dass man sich ja nicht in den Privatbesitz „hineinregeln“ lassen wolle, stellen inzwischen einige von ihnen fest, dass die rigorosen Fällaktionen in ihrer Nachbarschaft ihre eigene - ehemals als „Wohnen im Grünen“ bezeichnete Wohngegend - langfristig negativ beeinträchtigen.“

Anke Thomsen: „Wir haben dazu viele Anfragen von besorgten Bürger:innen erhalten. , die uns fragen, wann die Stadt endlich etwas unternimmt. Natürlich können wir Grünen nicht alleine bestimmen, dass eine Baumschutzsatzung kommen soll. Dazu brauchen wir selbstverständlich auch die Mehrheit aller anderen Parteien. Da wir aber überparteilich bereits viel für Quickborn erreichen konnten - z. B. den gemeinsamen Konsens zum Klima-, Umwelt- und Naturschutz und aktuell den gemeinsamen Antrag zur Etablierung eine:r Klimamanager:in, gehen wir davon aus, dass die Mehrheit auch wenn es um den Schutz der Bäume geht, an einem Strang ziehen wird. Und sie fügt hinzu: „So vehement, wie sich die FDP bei dem Thema der illegalen Waldrodung im Birkenweg für den Schutz der Waldflächen in Quickborn einsetzt, so hoffen wir, wird sie heute - anders als vor 22 Jahren- die Notwendigkeit des Schutzes aller Bäume längst erkannt haben und unseren Antrag auch unterstützen.“


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Kommentare: 1
  • #1

    Hans-Joachim Bull (Freitag, 26 März 2021 15:22)

    Die Satzung ist überfällig!