Heute im ASU: Anträge von CDU und FDP zur Kieler Straße

Früher „Quickborner Hof“, danach „Visit“ und jetzt „Diavolo" - dieses Gebäude möchte die CDU erhalten
Früher „Quickborner Hof“, danach „Visit“ und jetzt „Diavolo" - dieses Gebäude möchte die CDU erhalten

4.3.2021 |  Vor einiger Zeit hat die Stadt die Städebauliche Studie Kieler Straße vorgestellt. Für die heutige Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) haben die CDU und die FDP dazu Anträge eingereicht. Die CDU hat in einer Pressemeldung ihren Ansatz speziell zur Erhaltung historischer Gebäude dargelegt, die FDP setzt in ihrem Antrag andere Akzente. Wir veröffentlichen beide Unterlagen im Wortlaut. Wer die Diskussion heute Abend ab 19 Uhr von zuhause verfolgen will, kann dies ohne Anmeldung im Livestream tun, wer sich als Einwohner an der Diskussion beteiligen möchte, muss sich über Livesize anmelden, beides ereichbar über die Website der Stadt quickborn.de.

 

Presseinformation der CDU

Quickborn ist nicht gerade reich an architektonischen Höhepunkten. Die wenigen interessanten und ansehnlichen Gebäude stehen überwiegend noch im Bereich Pinneberger und Kieler Straße, dem historischen Zentrum aus Quickborns Gründerzeit. Aber auch wenn die Kieler heute nur noch den „Charme“ einer Durchgangsstraße versprüht, kann man stadtplanerisch sehr viel verbessern und wieder Bedeutsames erreichen. Die mit breiter Bürgerbeteiligung und großer Zustimmung entwickelte „Studie Kieler Straße“ zeigt hierzu einige Möglichkeiten auf.

Die CDU Quickborn will diese Möglichkeiten jetzt umsetzen und hat dazu einen entsprechenden Antrag in den Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt (ASU) eingebracht: Quickborns Magistrale soll wieder zu einem Anziehungspunkt werden, für Geschäftsleute und ihre Kunden, für Spaziergänger und Durchfahrer. ASU-Mitglied Robert Hüneburg erläutert hierzu: „Um der Kieler Straße und damit der Stadt Quickborn wieder eine besondere Identität zu geben, empfiehlt die Studie klar den Erhalt und sogar die Hervorhebung der historische Bausubstanz.“

Damit positioniert sich der Christdemokrat für die weitgehende Umsetzung der Studienergebnisse. Hüneburg führt hierzu aus: „Anders als andere Fraktionen wollen wir nicht einfach den durchoptimierten Bau von charakterlosen Geschosswohnungen und damit die Abrissbirne für Quickborns Historie!“ Dabei sei die Studie keine „genaue Bedienungsanleitung“, sondern müsse in allen Details noch ausgearbeitet werden. „Für erste Details insbesondere zur Verbesserung der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer haben wir bereits eine Reihe von Folge-Anträgen eingereicht“, so Hüneburg weiter.

 


Antrag auf Verwendung der „ Städtebaulichen Studie Kieler Straße“ mit den beschriebenen Änderungen / Anpassungen als Rahmenkonzept für die Entwicklung der in der Studie behandelten Bereiche


Die Fraktion der FDP beantragt die „Städtebaulichen Studie Kieler Straße“ mit folgenden
Änderungen / Anpassungen als Rahmenkonzept für die Entwicklung der in der Studie behandelten Bereiche zu verwenden:
1. Streichung „Erhalt historischer Bausubstanz“ in allen Bereichen mit Ausnahme der
Marienkirche im zentralen Bereich.
2. Verzicht auf Festsetzungen zu Dachlandschaften.
3. Städtebauliche Entwicklung mit baulicher Verdichtung und stärkerer baulicher Ausnutzung
der Grundstücke in allen Bereichen zulassen und fördern:
a. Höhenbegrenzung: Zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss in den Abschnitten
Nord I, Nord II und Süd.
b. Höhenbegrenzung im Abschnitt Marienkirche und Zentraler Bereich: Grundsätzlich
zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss. Bereiche mit max. drei Vollgeschossen
plus Staffelgeschoss sind zu definieren.
c. Abweichende Bauweise zulassen.
d. Orientierung Hauptfassade (Gesicht) zur Kieler Straße
4. Die Umsetzung von festen baulichen Sprunginseln erst nach erfolgreichem Test von
provisorischen mobilen Sprunginseln.
5. Vorrang für Fahrradverkehr in der Gerberstraße, aber keine Einrichtung als Spielstraße.
6. Folgende Maßnahmen sind als sogenannte „Schnelle-Sofort-Maßnahmen“ mit Priorität zu
planen und umzusetzen, sofern Haushaltsmittel durch die Ratsversammlung bereitgestellt
werden können:
a. Beidseitige Verlegung des Radweges auf die Straße als regelkonforme
Radverkehrsanlage mit Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn oder Door-Zone zum
Parkstreifen.
b. Einbeziehung weiterer „Erste Maßnahmen / Lösungsansätze“ zur Kieler Straße aus
dem Radverkehrskonzept.
c. Einseitige Parkflächen markieren.
d. Mäandrierende Verkehrsführung durch wechselnde einseitige Parkflächen.
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e. Prüfung, ob die Bahnhofstraße von Kieler Straße bis zu den Stadttoren in das
Konzept des beidseitigen Radweges auf der Straße und dem wechselseitigen
Parken miteinbezogen werden kann (siehe 6 a bis c).
f. Testweise Einrichtung von provisorischen mobilen Sprunginseln laut Plan inkl.
begleitender Untersuchung, ob diese Form der Querungshilfe eine ausreichend
hohe Sicherheit für Benutzer gewährleistet.
g. Grundsätzlich Erhalt der Parkplätze bei der Marienkirche unter geringfügiger
Reduzierung der Anzahl von Parkplätzen für Gewinnung von Fläche zur Erhöhung
der Aufenthaltsqualität.


Begründung:
Aus Sicht der FDP Fraktion ist eine Eins-zu-Eins-Umsetzung der Studie Kieler Straße als
Rahmenkonzept aus mehreren, insbesondere aus finanziell-haushalterischen Gründen in den
nächsten Jahrzehnten nicht zu realisieren.
Aus diesem Grund ist der Schwerpunkt auf eine größtmögliche städtebauliche Entwicklung mit Luft zum Atmen und auf die „Schnellen-Sofort-Maßnahmen“ zu legen.
Die „Schnellen-Sofort-Maßnahmen“ stärken insbesondere den klima-, umwelt- und
naturverträglichen nicht motorisierten Individualverkehr.
Unter wirtschaftlichen und sozialen und Klima-, Umwelt- und Naturschutz-Aspekten ist der
Rahmen für eine städtebauliche Entwicklung hin zur „Stadt der kurzen Wege“ zu schaffen. Dazu gehört die bestmögliche Ausnutzung der vorhandenen bebauten Flächen in den zentralen Bereichen für Wohnen und Handel.
Eine verstärkte innerstädtische Wohnbebauung schafft zusätzliche Impulse für den zentralen
Handel in der Innenstadt und belebt diese.
Eine Priorisierung auf wirtschafts- und sozial verträglichen Klima- Umwelt und Naturschutz kann
nur gelingen, wenn in den zentralen Bereichen von Quickborn eine größtmögliche bauliche
Entwicklung erfolgen kann. Restriktive Rahmenvorgaben z.B. durch Erhalt historischer
Bausubstanz, Dachlandschaften etc. erschweren oder verhindern eine solche Entwicklung.
Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Natur:
Die städtebauliche Nachverdichtung gilt als ein zentrales Element einer natur- und
klimaverträglichen Stadtentwicklung. Durch die Bereitstellung von dringend benötigtem Wohnraum innerhalb des vorhandenen Siedlungsraums wird zum einen verhindert, dass diese Nachfrage auf baulich bislang noch nicht genutzten Freiflächen befriedigt wird. Die Versiegelung von Freiflächen geht per se mit einer negativen Natur- und Klimabilanz einher. Dort ist der Flächenverbrauch wegen des höheren Erschließungsflächenaufwands zudem deutlich höher als im Innnenbereich mit bestehenden Erschließungsanlagen, wie hier in dem Bereich Kieler Straße.
Zum anderen schafft die Nachverdichtung neuen Wohnraum an einem Standort, der durch die
direkte Anbindung an die zentralen Knotenpunkte des öffentlichen Personnnahverkehrs (hier dem Bahnhof Quickborn sowie dem ZOB) sowie die fußläufige Erreichbarkeit der Innenstadt besser für eine intensive Nutzung von umweltverträglicheren Verkehrsmitteln geeignet ist als eine Neu-Flächenentwicklung im Randbereich der Stadt.
Für eine klima-, umwelt- und naturverträgliche „Stadt der kurzen Wege“ ist es sinnvoll und
notwendig vorhandene Baustrukturen zu überdenken und anzupassen.

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Jürgen Jacobs (Samstag, 06 März 2021 07:42)

    .....Sollte Quickborn..... ( hat hohe Schulden und erhöht erstmal "wieder die Grundsteuer" ) nicht erstmal über Sparmaßnahmen nachdenken ..anstatt wieder neue Schulden zu produzieren.....!!!! Die Kieler Straße ist und wird eine Durchgangsstraße bleiben ...... Begegnungsstätten gibt es genug in Quickborn.....