Noch eine Verwaltungsgemeinschaft ...

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hauptausschusses stellte Gerhard Teepe (SPD) die Vorlage vor
In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hauptausschusses stellte Gerhard Teepe (SPD) die Vorlage vor

 5.9.2020  | Nachdem am Montag bereits die Quickborner Ratsversammlung ihre Zustimmung gegeben hatte und sich am Mittwoch auch der Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Schwentinegebiet im Kreis Plön positiv entschieden hat, steht fest: Die Stadtverwaltung Quickborn wird ab 1. Januar 2021 auch die Verwaltung des GUV übernehmen.

 

Nach Bönningstedt, Hasloh und Ellerau übernimmt Quickborn ab 1. Januar bereits die Verwaltung der Gemeinde Ascheberg im Kreis Plön. Und hier ist auch die Verbindung zu sehen, denn die Schwentine liegt weiß Gott nicht bei Quickborn um die Ecke. Die Schwentine ist einer von Schleswig-Holsteins längsten Flüssen, ein Gewässer, das sich von der Quelle am Bungsberg etwa 68 Kilometer durch die Holsteinische Schweiz bis nach Kiel schlängelt. Dank umfangreicher Renaturierungsmaßnahmen ist die Wasserqualität gut, der Fluss Ziel von Wanderpaddlern und Kanuten, die Uferlandschaft reizvolles Naherholungsgebiet.

 

Wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage erläuterte, hatte die Gemeinde Ascheberg, die Mitglied im GUV ist,  Anfang Mai 2020 nachgefragt, ob eine Kooperationsmöglichkeit am Standort Ascheberg zur Verwaltung des GUV möglich wäre. Die bisherige Verwaltungsgemeinschaft per öffentlich-rechtlichem Vertrag mit dem Amt

Preetz-Land wurde durch das Amt Preetz-Land zum 31.12.2020 gekündigt. Die Kündigung

erfolgte, da der technische Mitarbeiter (Amtsingenieur) zum 1. April 2021 in den Ruhestand

geht. Eine Nachbesetzung dieser Position sei durch das Amt Preetz-Land nicht geplant,

somit kam nur die Möglichkeit der Kündigung in Frage.

 

Verhandlungen seitens der Stadt Quickborn und dem GUV wurden nach Angaben der Stadt erfolgreich geführt, das gemeinschaftliche Verhandlungsergebnis ist ein finaler Vertragsentwurf.  Der GUV-Verwaltungssitz wird von Schellhorn nach Ascheberg verlegt. Die Vorteile für die Stadt Quickborn stellen sich wie folgt dar:

o Stärkung und Auslastung der Außenstelle Ascheberg durch einen weiteren Partner

führt zu Kostensenkungen und damit zu einer Entlastung im Quickborner Haushalt,

o Standort ist bereits vorhanden,

o IT-Anbindung ist bereits erprobt und vorhanden,

o eine zusätzliche Fachbesetzung (Ingenieur / Techniker) wird ermöglicht,

o im Verwaltungsbereich ist eine gegenseitige Vertretung mit insgesamt 3 bis 4

Mitarbeiter/innen in der Außenstelle stabiler umsetzbar,

o finanzielle Vorteile durch den kalkulierten Anteil von 20 % Sachkosten sind

vorhanden, da der Standort Ascheberg möbliert und kostenfrei zur Verfügung

gestellt wird, keine zusätzlichen IT-Produkte nötig sind und die dienstlichen

Fahrtkosten zusätzlich vollumfänglich vom GUV getragen werden.

o die Umstellung des Haushaltes von Kameral auf Doppik wird von der Stadt

Quickborn zusätzlich als Sonderleistung (12.000 € incl. Eröffnungsbilanzerstellung

und allgemeine Unterstützung durch einen Dienstleister) angeboten (gute und

unproblematische Ausgangsdatenlage für die Stadt Quickborn)

o interne Leistungsbelastung im Haus sehr gering, Abwicklung erfolgt über das

geplante Personal am Außenstandort Ascheberg

 

Auch für diese Verwaltungsgemeinschaft wird ein eigenes Produktkonto eingerichtet, alle

Aufwendungen und Erlöse werden dort transparent verbucht. Die Finanzierung der Verwaltungsgemeinschaft wird vollumfänglich vom GUV getragen. Für den Quickborner Haushalt wird auch bei dieser Verwaltungsgemeinschaft ein geringer Überschuss erwartet, heißt es in der Vorlage. Der Gewässerunterhaltungsverband wird nach Angaben der Verwaltung 127.000 Euro pro Jahr erhalten.

 

Der Gewässerunterhaltungsverband wacht über den Zustand und die Entwicklung des Flusses Schwentine. Gemäß Wasserrahmenrichtlinie werden der Rückbau hin zu einem Fließgewässer und die Schaffung eines Lebensraums für viele Tier- und Pflanzenarten angestrebt.

 

In der Ratsversammlung hatte SPD-Ratsherr Gerhard Teepe seine Sorge vor einer Überlastung der Mitarbeiter im Quickborner Rathaus geäußert. Auch FDP-Ratsherr Jürgen Scharley, dessen Fraktion die Übernahme der früheren Verwaltungsgemeinschaften stets kritisiert hatte, äußerte sich skeptisch. Doch letztlich stimmten alle Fraktionen der Vorlage zu. Jetzt kann man sich schon mal ausmalen, wohin im nächsten Sommer der sommerliche Ausflug der Ratsversammlung führen wird. Alle in einem Kanu ...

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