Abfall oder Aldi?

Astrid Huemke
Astrid Huemke

20.10.2018 | Da platzte Astrid Huemke der Kragen: Nachdem sich Verwaltung und CDU in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) weiter dagegen gewehrt hatten, die Ansiedlung eines größeren Aldi-Marktes an der Güttloh zu erlauben, warf sie der Verwaltung eine Verhinderungstaktik vor, um die Fläche für die Ansiedlung einer Abfall-Anlage nutzen zu wollen.

 

Zuvor hatte die SPD-Fraktionsvorsitzende als Gast die Diskussion im Ausschuss über einen gemeinsamen Antrag von FDP, Grünen und SPD verfolgt, mit dem die drei Parteien die Aufstellung eines B-Planes voranbringen wollen. Gegen die Stimmen der CDU setzten die Antragsteller einen entsprechenden Beschluss durch, der Aldi auf einer 8.000 Quadratmeter großen Wiese einen modernen Neubau mit einer zeitgemäßen Verkaufsfläche von 1.100 Quadratmeter ermöglich soll.

 

Für die Antragsteller hatte Frederike Rübhausen (FDP) eingangs daran erinnert, dass der Antrag bereits in der Sitzung von 30. September eingebracht worden war und nur auf Bitten der CDU zunächst zurückgestellt worden war. Jetzt sei es höchste Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen, um den Nahversorgungsbereich aufzuwerten und damit auch die Abwanderung von Quickborner Kunden in benachbarte Ort zu verhindern.

 

Robert Hüneburg machte die Bedenken der CDU geltend: Mit der Verlagerung der Aldi-Filiale in einen Neubau würden rund 700 Quadratmeter Verkaufsfläche in dem vorhandenen Gebäude frei, so dass insgesamt 1.900 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen würden. Die CDU befürchte negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Innenstadt. Insbesondere, wenn Edeka-Harms seinen Laden an die Güttloh verlagern würde, würde dies zu einer Verödung der Innenstadt führen. Thomas Beckmann (FDP), der als Gast an der Sitzung teilnahm, erinnerte daran, dass zwei Gutachten der Beratungsfirma CIMA die Verträglichkeit bestätigt hätte. Mögliche Bedenken zum Beispiel der Landesplanung würden auch noch im B-Plan-Prozess berücksichtigt. Wolfgang Tröger (SPD) nannte die Überlegungen der CDU denn auch "Phantastereien". Und so fiel schließlich die positive Entscheidung.

 

Diskutiert wurde anschließend der Antrag des Eigentümers des Grundstücks Kieler Straße 9, auf dem sich zur Zeit ein Autohandel befindet, diesen Bereich zu überplanen und hier auch die Aldi-Ansiedlung zuzulassen. Bürgermeister Köppl sah Chancen bei der Landesplanung, weil damit keine Grünfläche verbraucht würde, die Aldi-Vertreter hatten allerdings schon signalisiert, dass das Grundstück für ihre Zwecke nicht geeignet sei. Der Antrag wurde vom Ausschuss zur Kenntnis genommen.

 


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