Autobahnbrücke Harksheider Weg: Bürgermeister Köppl schreibt Offenen Brief an Minister Buchholz

4.9.2018 | Nachdem das Quickborner Tageblatt heute früh über den Besuch des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministers beim Sommerfest der Quickborner FDP berichtet hatte (Ausschnitt siehe unten), hat sich Bürgermeister heute am späten Nachmittag dazu geäußert. Wir veröffentlichen seinen Offenen Brief im Folgenden im Wortlaut.

 

Sehr geehrter Herr Minister,

ich wähle diesen ungewöhnlichen Weg der Kommunikation mit einem offenen Brief, weil Sie nach damaligen Äußerungen zum Bahnübergang Ellerau nun bereits das zweite Mal über die Medien mit der Stadt Quickborn kommunizieren.

Das Quickborner Tageblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 04. September, dass Sie ganz entspannt mit Parteifreunden von der FDP in Quickborn gegrillt haben und am Rande dieses Treffens Gelegenheit fanden, erneut eine Quickborner Verkehrsproblematik anzusprechen.

Die angesprochene Situation der Autobahnbrücke im Zuge des Harksheider Weges ist aber keineswegs entspannt. Insbesondere das Wegbauen einer wichtigen Rad- bzw. Fußwegverbindung in Ihrer Verantwortung führt zu deutlichen Verstimmungen in unserer Bevölkerung.

In meinem Brandbrief an Sie vom 30.08.2018 habe ich die Situation dargestellt. Schön wäre es gewesen, wenn wir gemeinsam die Situation vor Ort hätten besprechen können - Sie waren ja fast in Sichtweite der Brücke. Leider hab ich bisher von Ihnen noch nichts gehört. Es gab keine Mail, keinen Brief und kein Telefonat von Ihnen oder aus Ihrem Hause. Meinen Hilferuf haben Sie sowie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr und natürlich die DEGES GmbH erhalten.

Ich begrüße ausdrücklich, dass Sie eine kurzfristige Lösung für den Fuß- bzw. Radweg finden wollen. Das wird die Quickborner Bevölkerung sehr freuen. „Kurzfristig“ verstehe ich so, dass die Gespräche mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zu einem Ergebnis gekommen sind und ich hoffentlich noch innerhalb dieser Woche über das Ergebnis informiert werde und Sie die Lösung zum Wohle der Bürger auch zügig umsetzten.

Nach dem Gespräch, welches ich mit Via Solutions, also der mit der Umsetzung aller Maßnahmen betrauten Projektgesellschaft führte, ist Ihr Haus für die Fehlplanung verantwortlich. Die Genehmigung erfolgte ja durch Ihre Dienststelle. Schön, dass Sie sich jetzt der Verantwortung stellen und die Lösung voranbringen wollen. Jedoch ist Ihr Verweis auf den Bund nicht ganz vollständig. Sie sind für die Verwaltung der Fernstraßen zuständig. Die Betreuung und Verwaltung der Brücke liegt also in Ihrer originären Zuständigkeit. Mithin sind alle Maßnahmen auf dieser Brücke politisch von Ihnen zu verantworten.

Sie unterstützen laut Tageblatt die Forderung nach einer Öffnung der zwei Fahrspuren. Diese können Sie unverzüglich veranlassen. Meine verkehrsrechtliche Anordnung zur Verkehrssicherheit habe ich meiner Aufsichtsbehörde unverzüglich zur Kenntnis gebracht und diese diente nur der unmittelbaren Gefahrenabwehr. Der Ihnen unterstehende Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ist der örtlichen Straßenverkehrsbehörde gegenüber weisungsbefugt. Ich erwarte daher unverzüglich Ihre entsprechende Weisung.

Da Sie auch außerhalb Ihrer Zuständigkeit tätig geworden sind und bauliche Veränderungen auf einem Teil des kombinierten Fuß- bzw. Radweges vorgenommen haben, der in der Straßenbaulast und im Eigentum der Stadt Quickborn steht – nämlich im Bereich der Anschlussstücke zur Brücke, bitte ich um Mitteilung, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Köppl
Bürgermeister


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