Ein Debakel: Frisch sanierte Brücke wird schon wieder gesperrt

Dieser Radfahrer stieg beim Passieren der Brücke ab, weil er sich unsicher fühlte. Das Foto zeigt, dass zwei Radfahrer auf keinen Fall aneinander vorbei fahren können. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es keinen Geh-/Radweg.
Dieser Radfahrer stieg beim Passieren der Brücke ab, weil er sich unsicher fühlte. Das Foto zeigt, dass zwei Radfahrer auf keinen Fall aneinander vorbei fahren können. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es keinen Geh-/Radweg.

22.8.2018 |  Erst am vergangenen Freitag wurde die Brücke über die A 7 im Zuge des Harksheider Wegs nach 4-monatiger Bauzeit wieder für den Verkehr frei gegeben. Jetzt verkündet die Stadtverwaltung, dass die Brücke wegen eines zu schmalen Geh- und Radweges schon bald wieder (teil-)gesperrt wird. Zuvor hatte schon die CDU die Unzulänglichkeiten scharf kritisiert.

 

In den letzten Monaten wurden grundlegende Sanierungsarbeiten an der Brücke durchgeführt. Im Wesentlichen wurden die beiden Kappen, die Geländer sowie der Belag der Fahrbahn erneuert. Bedingt durch diese Arbeiten wurden auch die fahrbahnseitigen passiven Fahrzeug–Rückhaltesysteme, allgemein auch als Leitplanken bekannt, den aktuellen Regeln entsprechend angepasst.

Die Stadt:„Hierbei ist den Verantwortlichen offensichtlich entgangen, dass neben dem Kraftfahrzeugverkehr die Brücke auch von Fußgängern und Radfahrern benutzt wird. Haben sie bei den Leitplanken die Vorschriften noch genau im Blick gehabt, wurden bei der weiteren Planung der Gehwege sämtliche Regelwerke scheinbar ignoriert. Da die Stadt Quickborn nicht Baulastträger für die Brücke ist, wurde die Verwaltung weder bei der Planung noch bei der Umsetzung der Arbeiten in irgend einer Form eingebunden."

Nach der Freigabe am Freitag - so die Stadtverwaltung weiter - häufen sich jetzt die Beschwerden über die verbliebene, viel zu geringe Gehwegbreite von nur etwa 80 cm. Da durch diese Situation ein sicheres Queren der Brücke für Fußgänger nicht mehr gewährleistet sei, wurde die Via Solution als ausführendes Unternehmen heute aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zur Sicherung durchzuführen.

In einer ersten Sofortmaßnahme soll die Fahrbahn in Richtung Norderstedt gesperrt werden, damit die Fußgänger sicher zur anderen Seite der Autobahn gelangen können. Der Verkehr auf der verbleibenden Fahrspur soll mittels Ampel geregelt werden, da sowohl Rollstuhlfahrer wie auch Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollator die Brücke auf dem verbliebenen, in der Breite stark eingeschränkten, Gehweg gar nicht mehr passieren können - je nach Breite ihrer fahrbaren Hilfe. Ein Vorbeikommen aneinander ist für fast niemanden möglich.

Seitens der Verwaltung wird alles unternommen, hier schnellstens für Abhilfe zu sorgen.

Scharfe Kritik der Quickborner CDU
 
Zuvor hatten sich schon die Quickborner Christdemokraten in einer Pressemeldung empört. Nachdem die Autobahnbrücke am Harksheider Weg wiedereröffnet wurde, erreichten die Partei zahlreiche Beschwerden. Die neue Gestaltung des Fuß- und Radweges auf der Brücke ist nach Ansicht der CDU nicht akzeptabel. „Ein Fußgänger und ein Radfahrer, der sein Vehikel schiebt, kommen nur mit Mühe aneinander vorbei. Sollten sich zwei Radfahrer begegnen und einer von ihnen vielleicht noch Taschen am Gepäckträger mitführen, geht das gar nicht mehr,“ führt CDU-Pressesprecher Bernd Weiher aus. „Das ist eine für uns inakzeptable Situation, die korrigiert werden muss,“ so Weiher.

 

„Der Rad- und Fußweg wurde zu Lasten vermeintlicher Sicherheit erheblich verschmälert. In Zeiten, wo allerorten über die Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger gesprochen wird, ist so etwas für uns nicht nachvollziehbar.“  Die Sanierung der Brücke lag in der Hand des Bundes, weil der auch die Autobahn saniert, aber die Stadt muss zumindest beteiligt werden, denn der Fuß- und Radweg gehört zur Kommune. „Wir haben eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet mit der Bitte, uns darüber zu informieren, inwieweit die Stadt an der Gestaltung des Fuß- und Radweges beteiligt wurde, und ob die Stadt eine Abnahme des Weges vorgenommen hat,“ informiert Weiher weiter. „Wir erwarten eine detaillierte Stellungnahme dazu und einen Vorschlag, wie man diesen inakzeptablen Zustand sehr zeitnah beseitigen kann,“ so Weiher abschließend.

Optimisten: Auf der Norderstedter Seite ist noch dieses Verkehrszeichen zu finden, das einen Radweg in beide Richtungen vorschreibt.
Optimisten: Auf der Norderstedter Seite ist noch dieses Verkehrszeichen zu finden, das einen Radweg in beide Richtungen vorschreibt.

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