Geschichtswerkstatt präsentiert neuen Kalender

Irene Lühdorff, Leiterin der Geschichtswerkstatt, präsentiert den neuen Kalender
Irene Lühdorff, Leiterin der Geschichtswerkstatt, präsentiert den neuen Kalender

14.8.2018 | Auf dem Eulenmarkt am 15. September wird er seine offiziellen Premiere haben: Ihren fünften Quickborn-Kalender bringt die Geschichtskalender heraus! Thema der Ausgabe 2019 ist der historische Torfabbau im Himmelmoor.


2013 begann die Geschichtswerkstatt mit dem Thema „Historisches aus Quickborn", dem dann 2014 und 2016 jeweils Kalender zum Thema „Historische Ansichten aus Quickborn" folgten. Die Ausgabe 2018 stand unter dem Motto „Orte des Erinnerns - Kultur- und Denkmale aus Quickborn".

Torfabbau in Quickborn
Das Thema des Kalenders 2019 ist besonders interessant, weil ja der Torfabbau im Himmelmoor in diesem Jahr komplett eingestellt wurde. Der Kalender zeigt in zahlreichen historische Fotos den Torfabbau vor Beginn des industriellen Abbaus.
Torf diente der bäuerlichen Bevölkerung als Heizmaterial. Bäume, die Hartholz liefern, waren der Landesherrschaft vorbehalten.

Am Außenrand des Moores wurden sog. Flagen (lange schmale Moorstücke von 1000 bis 5000 qm) ausgewiesen, wo die Einwohner der umliegenden Dörfer auf einem erworbenen Moorlos Torf stechen durften. Dieser manuelle Torfabbau war körperliche Schwerarbeit, bei dem auch Frauen und Kinder helfen mussten.

1871 begann die gewerbliche Torfgewinnung: der gewonnene Torf wurde in der Streutorffabrik am Bahnhof (heute in etwa Standort des Parkhauses) zu Ballen gepresst. Diese wurden nach Hamburg geliefert, und von dort z. T. auch weitertransportiert. Es wurden damit z.B. Zechen beliefert (Streu für die Grubenpferde), und er diente zur Geruchsbindung in Aborten. Der sog. Weißtorf (oberste Schicht) wurde u.a. zur Lagerung von Früchten verwendet und wurde deshalb bis nach Südamerika verschifft.

Die Verantwortlichen der Torffabrik waren es dann auch, die den Bau einer Eisenbahnlinie von Quickborn nach Hamburg anregten – ohne das Himmelmoor gäbe es vielleicht keine AKN! Deren Schienen lagen von 1884 bis 1912 auf dem Sommerweg der Kieler Straße.


Erst nachdem die Schienen auf die heutige Trasse verlegt worden waren, durfte die Bahn schneller als 20 kmh fahren. Nach dem Bahnhof am Mühlenberg ist der heutige Bahnhof schon der dritte in Quickborn!

 

Der Kalender im großen DIN A3-Format mit 12 Monatsblättern wird erstmals auf dem Eulenmarkt am 15. September am gemeinsamen Stand der Geschichtswerkstatt mit der Volkshochschule auf dem Rathausplatz zum Verkauf angeboten werden; danach kann er im örtlichen Buchhandel erworben werden. Der Preis beträgt 18,00 Euro.




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