Lehnert: Verstärkung für die Quickborner Polizei

14.8.2018 | Der Umzug der Polizeiwache in die Innenstadt, die personelle Ausstattung und die Kriminalitätsentwicklung waren die Hauptthemen beim turnusgemäßen Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Lehnert bei der Polizei Quickborn.

 

Jedes Jahr schaut der CDU-Politiker für ein Informationsgespräch vorbei, und das in doppelter Funktion: Die Quickborner Wache ist auch für Bilsen zuständig, in dem Lehnert als ehrenamtlicher Bürgermeister  tätig ist.

 

Neuere Zahlen liegen noch nicht vor, aber 2017 konnte die örtliche Polizei einen leichten Rückgang der Wohnungseinbrüche von 57 auf 50 Fälle verzeichnen. Und die vielfach beklagte zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Polizisten scheint eher ein Problem der Großstädte zu sein, Revierleiter Götz Nowobilski musste hier jedenfalls nicht über gravierende Fälle berichten. Eine stärkere Belastung bringt da schon der A7-Ausbau mit sich. Eigentlich ist dafür die Autobahnpolizei in Neumünster zuständig, wenn die Streifen aber anderweitig im Einsatz sind, müssen die Kollegen aus Quickborn zu Hilfe eilen. Nowobilski:„Da die Arbeiten ja bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen, erwarten wir hier auch wieder eine Entlastung."

 

Für diese Einsätze ist der Standort im Gewerbegebiet Quickborn-Heide vorteilhaft, bei den Quickbornern ist aber der Wunsch groß, dass die Polizeiwache ihren Sitz wieder in der Innenstadt hat. Hierzu gibt es nichts Neues. Der Mietvertrag für den bestehenden Standort läuft 2020, so dass die Chance für einen Wechsel gegeben ist. „In Kiel wird der Wunsch nach einem Umzug anerkannt", bestätigte Lehnert. Quickborn sei auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude oder einer Fläche für einen Neubau, obwohl die Zeit für ein solches Vorhaben bereits knapp sei. Nowobilski ließ auch keinen Zweifel daran, dass die Polizei mit dem jetzigen Gebäude selbst sehr zufrieden ist, bietet es doch mit 500 qm ausreichend Platz und eine gute technische Ausstattung. Nowobilski:„Ein neuer Standort muss auch den erhöhten Sicherheitsanforderungen gerecht werden!" Zuständig ist die dem Finanzministerium zugeordnete „Gebäude-Management Schleswig-Holstein".

 

20 Beamte, darunter drei Frauen, sind zur Zeit laut Stellenplan in der Quickborner Wache stationiert. „Das wäre ausreichend", erläutert Nowobilski, „wenn wir diese Zahl auch in der Realität immer erreichen würden." Tatsächlich aber würden z.B. nach dem Ende ihrer Ausbildung Beamte abgezogen, außerdem müssten auch immer wieder Beamte für Sondereinsätze wie z.B. die Sicherung von Fußballspielen abgestellt werden. So habe die Einsatzstärke in den Sommermonaten teilweise nur bei 80 % gelegen. Trotzdem habe man die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft jederzeit sicherstellen können. Es könne aber vorkommen, dass die Wache selbst geschlossen sei und die Beamten im Streifenwagen unterwegs seien. Sie seien aber stets über die Nummer 110 zu erreichen.

 

Beim Thema Personal konnte Lehnert Besserung in Aussicht stellen. Die Landesregierung habe bei der Polizei 500 Stellen zusätzlich geschaffen. Nach der dreijährigen Ausbildung würden 2019 die ersten Absolventen in den regulären Dienst eintreten. Lehnert:„Viele davon kommen in das Hamburger Randgebiet, ich gehe davon aus, dass auch das Revier in Quickborn davon profitiert." Nowobilski:„Quickborn ist als Arbeitsort für unsere Beamten durchaus beliebt!"

 

Er selbst wird den Nachwuchs allerdings nicht mehr kennenlernen: Der Hauptkommisar geht am Freitag in den Ruhestand!

 

 

 

 

 

Auf diese Nachricht dürfte Quickborns Polizeichef Götz Nowobilski gewartet haben: In den nächsten drei Jahren könnte er mehr Personal bekommen. CDU-Landtagsabgeordneter Peter Lehnert kündigte gestern bei einem Treffen in Quickborn an, die Ausbildungskapazitäten würden deutlich erhöht, um mittelfristig 500 zusätzliche Polizisten zur Verfügung stellen zu können. „Davon soll vor allem der Hamburger Rand profitieren, und ich hoffe, dass dann auch zusätzliche Stellen für die Quickborner Polizeistation geschaffen werden“, sagte er.

20 Beamte versehen ihren Dienst in der Wache Ernst-Abbe-Straße. „Wenn immer alle da wären, käme ich mit dem Personal aus“, sagte Nowobilski. Allerdings sei das selten der Fall. Sondereinsätze bei Großveranstaltungen, Urlaubs- und Erziehungszeiten machten die Personalplanung schwierig. Hinzu kämen vermehrt Einsätze auf der A 7, ausgelöst durch Unfälle im Baustellenbereich. „In den letzten Wochen waren 80 Prozent meiner Leute da, jetzt sind es 90 Prozent“, so der Polizeihauptkommissar. In seiner Forderung nach mehr Personal weiß er sich eins mit Unionspolitiker Lehnert. „Der Beruf des Polizisten ist immer anspruchsvoller geworden, und in Quickborn werden dringend mehr Leute gebraucht“, sagte er.

Der Nachwuchs ist durchaus da, die Eulenstadt gilt unter den Auszubildenden nach den Worten Nowobilskis als guter Standort. „Derzeit sind einige Quickborner in der Ausbildung, die hier bei uns ein Praktikum absolviert haben.“ Möglicherweise treten sie ihren Dienst in einigen Jahren dann schon in einer neuen Polizeistation an. „Der Wunsch, die Wache ins Zentrum von Quickborn zu verlegen, wird in Kiel anerkannt“, sagte Lehnert. Derzeit läuft die Suche nach einem geeigneten Grundstück, auf dem ein Investor bauen könnte, oder eine bestehende Immobilie. Die Messlatte hängt hoch, ein in Frage kommender Standort muss nicht nur räumlich passen, sondern auch den Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Die derzeitig Wache in Quickborn-Heide hat 500 Quadratmeter. „Wir sind räumlich gut untergebracht, und auch die technische Ausstattung stimmt“, sagte Nowobilski. Allein die Lage sei suboptimal. „Der Standort in einem Gewerbegebiet ist eher untypisch für die Polizei, aber wir wollen uns bei einem Umzug natürlich nicht verschlechtern.“ Da bislang noch keine Entscheidung in Sicht ist, wird die Zeit knapp. Ende 2020 läuft der bestehende Mietvertrag aus. „Wenn man jetzt noch neu bauen wollte, könnte das schon eng werden“, bestätigte Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). Die Verwaltung drücke deshalb auch aufs Tempo. Nun soll es am 4. September zu einem Treffen von Vertretern der Stadt und dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) kommen, die für die Liegenschaften unter anderem der Polizei im Land zuständig ist. „Die sollen uns mal sagen, was sie genau haben möchten, und dann sehen wir, ob das mit den Ideen, die wir haben, zusammenpasst“, so Köppl.


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