Bilder von Edwin Zaft im Büro des Bürgermeisters

Bürgermeister Köppl (r.) freut sich über die neue Ausstellung in seinem Büro
Bürgermeister Köppl (r.) freut sich über die neue Ausstellung in seinem Büro

9.5.2018 |  Edwin Zaft vom Offenen Atelier bzw. Kunstverein Quickborn hat schon seit einigen Jahren immer wieder Bilder verschiedener Künstlerinnen und Künstler im Büro von Bürgermeister Thomas Köppl ausgestellt. Jetzt zeigt er eigene Werke.


Seit einigen Jahren beschäftigt sich der Künstler malerisch mit dem Thema „Erinnern“. Er sagt: „Die meisten Dinge, die wir zu erinnern glauben, basieren mehr auf Gefühltem als auf wirklich Gesehenem oder Erlebtem.“ Anhand von privaten und öffentlichen Fotosammlungen, die das Leben aus der Zeit der Eltern und Großeltern bis in die eigene Kindheit dokumentieren, spürt er Ereignissen, Orten und Personen nach. Dargestellte Szenen und Orte sind schemenhaft, flächig und scheinen sich an manchen Stellen sogar aufzulösen. Die Bildhintergründe schimmern teilweise silbrig und fleckig und erinnern an fotografische Platten aus der Zeit der analogen Schwarz-Weiß- Fotografie.


Die Farbigkeit seiner Ölbilder ist sehr zurückgenommen. Viele Bilder kommen mit wenigen Farbtönen aus. Flecken und Spritzer oder angedeutete Vegetation, wie ein Astgestrüpp, drängen das Bildmotiv manchmal in den Hintergrund und scheinen den Zugang zu versperren. Farbschlieren legen sich über das Motiv und lassen das Gezeigte unscharf werden. Für Zaft ist genau das der Punkt. Erinnerungen sind nie genau, können eine Person oder ein Ereignis nie exakt wiedergeben, sondern erzeugen immer nur ein Gefühl, eine Stimmung, eine nicht zu greifende Sehnsucht.
„Siegfried“, die Figur des kindlichen Reiters ist verwandt mit dem Filmbild des sagenhaften Helden aus Fritz Lang‘s Film „Die Nibelungen“, der deutschen Heldensage, mit der die kindliche Vorstellungswelt von Zaft‘s Kinderzeit und die der Elterngeneration gefüttert wurde. Oder „Schlachter Buck“ - eine schemenhafte Figur in schemenhafter Kulisse aus Fachwerk und Speichenrädern, zeigt eine Welt von Gestern, die aber noch in den Erzählungen der Eltern und Großeltern lebendig war und sich in der Erinnerung an diese aufzulösen scheint.

 

Die Bilder können  nach Absprache im Büro des Bürgermeisters angeschaut werden: Telefon 04106 611-0. Sie sind auch käuflich zu erwerben.


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