Stadtmarketing blitzte mit Etat-Forderung ab

Mit einer größeren Delegation vertrat der Stadtmarketing-Verein seine Forderungen und verfolgte die Diskussion.
Mit einer größeren Delegation vertrat der Stadtmarketing-Verein seine Forderungen und verfolgte die Diskussion.

23.3.2018 | Für 2018 hätte der Stadtmarketing-Verein gern rund  62.000 Euro von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen, aber in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses verweigerten ihm alle Parteien die Gefolgschaft. Lediglich Projektausgaben wolle man bewilligen, wenn der Verein entsprechende detaillierte Konzepte vorlege.


Gleich zu Beginn setzte Ausschussvorsitzender Bernd Weiher (CDU) ein Zeichen, als er monierte, dass der Verein mit seiner Forderung an die Öffentlichkeit gegangen sei, bevor er die Ortspolitiker informierte (was sich später als Irrtum herausstellte). Außerdem beklagte er, dass der Verein den ehrenamtlich tätigen Politikern eine Frist gesetzt habe.
Mit einem Schreiben an Bürgervorsteher Henning Meyn vom 7. Februar hatte der Verein seine Vorstellungen von seiner künftigen Arbeit dargelegt und um eine Antwort bis zum 28. Februar gebeten. Der Brief war zusammen mit einer Etat-Aufstellung Grundlage der Diskussion. Die anwesenden Vereinsmitglieder waren als "Sachverständige" für die Diskussion mit den Ausschussmitgliedern zugelassen.
Vereinsvorstand Michael Unger bekräftigte einleitend die bereits im Brief dargelegte  Auffassung, dass mit den bislang dem Verein bewilligten 5.000 Euro "institutionelle Förderung" der Stadt  und rund 2.500 Euro aus Mitgliedsbeiträgen keine erfolgreiche Arbeit möglich sei. Die Mitglieder seien nicht bereit, privates Geld in die Projekte zu stecken. Wenn die Politik die Bereitschaft zu einer angemessenen finanziellen Ausstattung des Vereins nicht erkennen lasse, erscheine es sinnvoll, dass der Bereich Stadtmarketing in die Verantwortung der Verwaltung/Abt. Wirtschaftsförderung eingegliedert werde.
Die Politiker stellten dem entgegen, dass üblicherweise die  Vereine nur projektweise nach rechtzeitigem Antrag und Diskussion in den jeweiligen Gremien gefördert würden. Weiher und andere bemängelte, dass die vorgelegte Übersicht nicht konkret genug sei. Unger:„Wenn wir das einzeln aufführen sollen, ist die Zeit vorbei!" Bürgermeister Thomas Köppl räumte ein, dass Stadtmarketing eine öffentliche Aufgabe sei, die gegebenenfalls auch bei der Verwaltung angesiedelt sein müsse. Dies würde im Zweifel teurer werden. Er wies darauf hin, dass die Wünsche des Stadtmarketing-Vereins allerdings deutlich größer seien als die Förderung der meisten anderen Vereine (außer Spieliothek und Musikschule). Er sah bei der Idee, den Weihnachtsmarkt zu erweitern und einen weihnachtlichen Straßenschmuck in der Bahnhofstraße zu installieren (die allein mit 30.000 Euro zu Buche schlägt) die Gefahr einer Konkurrenz zu dem bestehenden Weihnachtsmarkt, der vom Eulenring organisiert wird und jedes Jahr rund 10.000 Euro für das Kinderhilfswerk erbringt.
Verschnupft reagierten einige Ausschuss- und anwesende Ratsmitglieder auf Formulierungen in dem Brief, die als Herabsetzung anderer Vereine empfunden wurden. „Kunstverein und der Kulturverein haben sich von dem (Stadtmarketing)-Prozess abgespalten, weil hier Interessen auf ganz speziellen Gebieten verfolgt werden. ...Eine Konzentration auf ein spezielles Gebiet ist im Stadtmarketing nicht möglich. Es werden bei uns keine persönlichen Neigungen verfolgt!" Astrid Huemke und Andreas Torn, engagierte Mitglieder des Vereins "Quickborn hilft", nahmen besonders Anstoß an dem Satz „Stadtmarketing ist eine Gemeinschaftsaufgabe und ist auch nicht durch den jährlichen Verkauf von Glühwein zu finanzieren!" Knud Hansen, Pressesprecher des Vereins, stellte klar, dass das Stadtmarketing keinen anderen Verein herabsetzen wolle, dass aber die Aktivitäten des Vereins nicht mit einem Fußballverein zu vergleichen seien.
Aber so recht waren die Ausschussmitglieder nicht zu überzeugen. Man sei allenfalls bereit, nach Vorlage konkreter Konzepte über Projektförderungen zu entscheiden. Weiher bat den Verein mit Zustimmung aller Ausschussmitglieder, der Verwaltung mitzuteilen, ob er diesen Weg gehen wolle.

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