Abgeschrieben oder geklaut?

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Herausgeber und Redaktion weisen darauf hin, dass die Beiträge die Ansicht des Kolumnisten wiedergeben.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Nein, nicht geklaut, aber abgeschrieben. Man muss nicht alles selbst schreiben. Ganz besonders dann nicht, wenn einem zwei Geschichten in  die Hände geraten, die dazu verführen, weitererzählt zu werden: Zwei englische Texte, die es wert erschienen, ins Deutsche übersetzt zu werden. Bei einem handelt es sich um eine wahre Geschichte, der andere ist phantasievoll erfunden. Wenn Sie Ihr Lesevergnügen steigern wollen, dann raten Sie doch mal, welche Geschichte wahr ist.

 

Niemand glaubt alten Leuten…
Jeder denkt, sie sind senil.

Ein altes Ehepaar feierte seinen sechzigsten Hochzeitstag. Sie hatten sich schon als Teenager ineinander verliebt. Als Rentner sind sie wieder in die alte vertraute Umgebung gezogen. Händchen haltend wanderten sie zu ihrer alten Schule. Die war nicht verschlossen. Sie gingen hinein und fanden das alte Pult wieder, an dem sie beide gesessen hatten und in das Jerry „Ich liebe dich, Sally“, eingeritzt hatte.

Als sie auf dem Weg nach Hause waren, fiel ihnen aus einem Geldtransporter ein Beutel buchstäblich vor die Füße. Sally hob ihn blitzschnell auf, und weil sie nicht wussten, was sie damit anfangen sollten, nahmen sie den Beutel mit. Zu Hause zählten sie das Geld: 50.000 Dollar!

Jerry sagte: „Wir müssen es zurückgeben.“ Sally entgegnete: „Es gehört dem, der es findet.“ Sie steckte das Geld zurück in den Beutel und versteckte ihn auf dem Dachboden.

Am folgenden Tag durchsuchten zwei Polizisten auf der Suche nach dem Geld die Gegend. Sie klopften bei Jerry und Sally an und fragten, ob einer von ihnen einen Beutel gefunden hätte, der am Vortag aus einem Geldtransporter gefallen war.

Sally sagte: „Nein“. Jerry sagte: „Sie lügt. Sie hat ihn auf dem Dachboden versteckt.“ Sally: „Glauben Sie ihm nicht. Er wird senil.“

Die Polizisten wandten sich an Jerry und fingen an, ihn zu befragen.  Einer der beiden sagte: „Erzählen Sie uns die Geschichte von Anfang an.“

Jerry: „Also gut, als Sally und ich gestern auf dem Heimweg von der Schule waren…“

Darauf der eine Polizist zu seinem Kollegen: „Machen wir, dass wir hier rauskommen!“

Wie Sie die Polizei alarmieren, wenn Sie alt sind  und sich nicht mehr so schnell bewegen können.

George Phillips, ein älterer Mann aus Walled Lake, Michigan, verließ sein Bett, als seine Frau ihm sagte, dass er vergessen habe, das Licht im Gartenhäuschen auszuknipsen, sie würde es vom Schlafzimmerfenster aus sehen. George öffnete die Tür zum Garten, um das Licht zu löschen, und sah Leute, die im Begriff waren, Sachen aus dem Gartenhäuschen zu stehlen.

George rief die Polizei an. „Ist jemand in Ihrem Haus?“, wurde er gefragt.  „Nein“, sagte er, „aber da sind einige Leute in mein Gartenhäuschen eingebrochen und bestehlen mich.“

Daraufhin die Polizei: „Alle Streifen sind unterwegs, schließen Sie alle Türen. Ein Beamter wird kommen, sobald einer frei ist.“

George sagte „Okay“. Er hängte ein und zählte bis 30. Dann rief er wieder die Polizei an: „Hallo, ich habe vor ein paar Sekunden angerufen, weil irgendwelche Leute dabei waren, Sachen aus meinem Gartenhäuschen zu klauen. Aber Sie müssen sich nicht mehr darum kümmern. Ich habe die beiden Einbrecher erschossen; die Hunde knabbern sie gerade an“, dann hängte er auf.

In fünf Minuten tauchten sechs Streifenwagen, eine Spezialeinheit, ein Hubschrauber, zwei Feuerwehrwagen, ein Notarzt und ein Rettungswagen auf. Die beiden Einbrecher wurden auf der Stelle festgenommen.

Einer der Polizisten sagte: „Hatten Sie nicht gesagt, Sie hätten die beiden erschossen?“

Darauf George: „Hatten Sie nicht gesagt, es wäre gerade niemand frei?“

 

 


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