Stadtplanerin Friederike Lattmann geht in Ruhestand

Es ist wohl keine Übertreibung, wenn man feststellt, dass im Quickborner Rathaus eine Ära zu Ende geht: Am 31. August geht Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereiches Stadtentwicklung, mit 65 Jahren in den Ruhestand.

 

In einem Pressegespräch würdigte Bürgermeister Thomas Köppl die Leistung der Stadtplanerin:„Die Gestaltung Quickborns war ihr Leben! Friederike Lattmann hat in all den Jahren ihres Wirkens in unserer Stadt hervorragende Arbeit geleistet und entscheidenden Anteil daran, dass Quickborn eine lebenswerte Mittelstadt in der Metropolregion Hamburg ist!"

 

Nach dem Studium der Architektur und der Stadtplanung an der Fachhochschule Darmstadt war Friederike (damals noch) Walter zunächst beim Regierungspräsidium in Darmstadt tätig. Im Frühjahr 1982 kam sie nach Quickborn und übernahm im Bauamt die Leitung der Planungsabteilung. In der Amtszeit des damaligen Bürgermeisters Gert Willner und des Bauamtsleiters Wilhelm Schulte übernahm sie unter anderem die erstmalige Bauleitplanung für den Ortsteil Renzel und arbeitete mit ihrem Team den Bebauungsplan 39 für den zentralen Bereich Kieler Straße/EllerauerStraße/Marktstraße/Pinneberger Straße aus, der noch heute gültig ist.

 

Damals entstanden auch erste Planungen für eine Innenstadtsanierung, die aber an den Einsprüchen von Bürgern scheiterte. Auch Pläne für ein Technologie-Zentrum am Halenberg konnten nicht realisiert werden, dafür konnte dort die comdirect-Bank angesiedelt werden. Lattmann:„Gelegentlich muss man damit leben, dass man auch mal scheitert. Aber die Erfahrung lehrt einen, dass letztlich doch Positives entstehen kann!"

 

Nachdem Bauamtsleiter Schulte nach Hamburg gewechselt war, berief der neue Bürgermeister Günter Thonfeldt - nach einer Übergangszeit mit zwei anderen Bauamtsleitern - Mitte 1993 Lattmann zur Leiterin des Bauamtes. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehörten u.a. die Bereiche Tiefbau, Hochbau und Bauhof, rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählten zu ihrem Team.

 

In dieser Zeit wurde u.a. das Freibad saniert, es wurden diverse Regenrückhaltebecken gebaut und die Stadtentwässerung verbessert, die Waldschule wurde erweitert und es wurden Unterkünfte für Aus- und Umsiedler errichtet. Auch mit einem eher unangenehmen Aspekt ihrer Arbeit musste sich Lattmann beschäftigen, aber auch da war sie erfolgreich: Vor Gericht konnte sie den Bau einer Bauschuttreycling-Anlage an der Ulzburger Landstraße verhindern und in der Klage gegen eine Flughafenerweiterung einen Vergleich erreichen. Befriedigender war da sicherlich die Ausarbeitung eines neuen Flächennutzungsplanes und die erstmalige Aufstellung eines Landschaftsplanes.

 

Größte Herausforderung war aber nach eigenem Bekunden 1997 der erneute Anlauf für eine Umgestaltung der Innenstadt. Lattmann:„Inzwischen war das Gebiet so sanierungsbedürftig, dass die Aufgeschlossenheit für eine Neuordnung größer war und auch die Rahmenbedingungen seitens der Investoren günstiger waren. So entstanden das Forum, Wohn- und Geschäftshäuser, das Parkhaus, der ZOB und auch die Malchower Brücke. Und auch der Bahnhofsplatz, die Bahnhofstraße und der Dorotheenplatz wurden saniert.

 

Ab 2006 Leiterin der Stadtentwicklung

 

Nachdem Bürgermeister Köppl 2006 die Ämterstruktur aufgelöst und stattdessen elf Fachbereiche geschaffen hatte, übernahm Lattmann die Leitung des Fachbereiches „Stadtentwicklung". Danach entstanden unter ihrer Führung u.a. ein Stadtentwicklungskonzept, ein Wohnungsmarktkonzept, Einzelhandelskonzepte und Lärmaktionspläne. Darüber hinaus stand die Überplanung des Geländes der ehemaligen Schokoladenfabrik auf dem Programm. Und Lattmann war mit ihrem Team auch am Planfeststellungsverfahren zum sechsspurigen Ausbau der A7, der Höchstspannungsleitungen der Fa. Tennet und aktuell der Ausbau der AKN-Linie A1 zur S-Bahn S21.

 

Besonders stolz ist Lattmann auf die Schaffung der drei großen Wohngebiete „Propheten-Siedlung", „Schriftsteller-Siedlung" und das „Blumenviertel". Darüber hinaus sind im Rahmen des neuen Flächennutzungsplanes viele kleinere Wohngebiete entstanden, u.a. zwei Wohngebiete ”Junges Wohnen". Und auch an der Entstehung der Gewerbegebiete „Halenberg", „Güttloh" und „Hohenbeksmoor" war Lattmann maßgeblich beteiligt.

 

Zufrieden zeigte sich Lattmann in dem Gespräch auch mit der Umsetzung des Landschaftsplanes. So könne sie auf gute Bilanzen z.B. bei den Ausgleichsflächen sowie der Wald- und Knickentwicklung verweisen.

 

In ihrer Zeit als Bauamtsleiterin arbeitete Lattmann mit drei Ausschüssen zusammen, später war es vor allem der Planungsausschuss, der heute Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt heißt. Sie dankte insbesondere den Vorsitzenden dieser Ausschüsse für 20 Jahre intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit, also Uwe Schell, Jörn Kruse und Wolfgang Kluge.

 

„Ich habe mich gefreut, dass ich in all den Jahren 'nah am Menschen' arbeiten durfte. Letztlich soll Stadtplanung ja die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Menschen in ihren Quartieren wohlfühlen. Wenn ich ein wenig dazu beitragen konnte, dann freut mich das. Ich bin froh, dass Herr Thermann, mit dem ich einige Jahre zusammenarbeiten konnte, meine Nachfolge antritt. Ich wünsche ihm vollen Erfolg bei seiner Aufgabe."

 

Was sie in Zukunft machen wird? Sich Zeit für sich selbst nehmen, Verwandte und Bekannte im Süden der Republik besuchen und natürlich mehr Zeit für die Gemeinsamkeit mit ihrem Mann aufbringen: 2015 hatte sie ihren langjährigen Lebensgefährten Jochen Lattmann geheiratet, den Büroleiter von Bürgermeister Thomas Köppl in der Stadtverwaltung Quickborn.

 

Nachfolger von Friederike Lattmann wird der Dipl.-Ing. Felix Thermann
Nachfolger von Friederike Lattmann wird der Dipl.-Ing. Felix Thermann

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