Ziegenweg wegen Salzuntersuchungen eventuell auch Mittwochnacht noch gesperrt - umfangreiche Messungen ab Juli in gesamten Stadtgebiet

Wegen seismischer Messungen wird die Zufahrt zum Gesundheitszentrum heute Nacht von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr und vielleicht auch morgen Nacht geändert.

 

Quickborn liegt auf einer Salzstruktur, die sich in Richtung Süden bis nach Hamburg hinein erstreckt. Das Dach der Salzstruktur liegt teilweise weniger als nur 30 m unter der Erdoberfläche. Der Dachbereich kann sowohl aus lösungsfähigem Anhydrit oder Gips als auch aus nicht lösungsfähigen Tonen bestehen. Ist im

Dachbereich lösungsfähiges Gestein enthalten, kann es zu kleinräumigen Bodensenkungen oder Erdfällen führen, wie es z.B. im Juni 2010 in der

Marienhöhe geschehen ist.

 

Zur Klärung der oberflächennahen Untergrundverhältnisse im Bereich des Salzstockes setzt der Geologische Dienst im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR) in Zusammenarbeit mit

dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) Hannover seine geowissenschaftlichen Untersuchungen in Quickborn fort.

 

Erste seismische Messungen sollen in der Nacht vom 13.06. zum 14.06. zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr – und optional auch in der darauf folgenden Nacht - im Ziegenweg ausgeführt werden. Während der Messungen muss der Teil des

Ziegenwegs vor dem Gesundheitszentrum und der benachbarten Apotheke für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, womit auch die Zu- und Ausfahrt des Parkplatzes des Gesundheitszentrums nicht nutzbar sein werden.

 

Während der Teilsperrung wird die Einbahnstraßenregelung im südlichen Teil des Ziegenwegs aufgehoben, so dass die Nutzung des Parkplatzes am Dietrich-

Bonhoeffer-Gymnasium möglich ist. Der fußläufige Verkehr wird während der Messungen nicht eingeschränkt.

 

Die Messungen im Ziegenweg dienen der Vorbereitung einer umfangreichen Messkampagne im Zeitraum vom 24.07. bis 25.08., untersucht wird dann auch auf folgenden Straßen: Ellerauer Straße, Torfstraße, Friedhofsweg, Donathstraße,

Raiffeisenstraße, Harksheider Weg zwischen Querstraße und Am Stadion, Heinrich-Lohse Straße, Goethestraße, Heidkampstraße zwischen Kieler Straße und Goethestraße, Renzeler Straße, Försterweg und Kieler Straße zwischen Süderstraße und Elsensee sowie zwischen Marktstraße und Barmstedter Straße. Anschließend werden zur verbesserten Interpretation der Messergebnisse einige Bohrungen erfolgen, wobei die Bohrstandorte erst nach Abschluss der seismischen Messungen festgelegt werden.

 

Bei den seismischen Messungen wird von einer seismischen Vibrationsquelle-Quelle ein schwacher und von Menschen nicht spürbarer Druckimpuls erzeugt, der sich im Untergrund ausbreitet und von Schichtgrenzen reflektiert wird. Die Laufzeit des reflektierten seismischen Impulses wird an der Erdoberfläche mit Geophonen aufgezeichnet. Das Ergebnis der seismischen Messungen ist ein Abbild der Untergrundstruktur, bei dem die Schichtgrenzen (z.B. zwischen dem Dach des Salzstockes und den darüber liegenden Schichten) im Untergrund deutlich werden.

Alle Profile werden nachts vermessen, weil dann die Messungen am wenigsten durch Verkehrserschütterungen gestört werden. Die Messungen erfolgen, wenn möglich, auf den Bürgersteigen, so dass nur geringfügige Verkehrsbehinderungen stattfinden. Teilweise ist jedoch eine kurzzeitige nächtliche Verkehrssperrung

erforderlich – so wie jetzt im Ziegenweg. Der Zeitplan der Messungen im Juli und August und die erforderlichen Verkehrsbeschränkungen werden vor Beginn der Messkampagne bekannt gegeben.

 

Für Fragen kann man sich auch an den Geologischen Dienst im LLUR, Herr Omlin, wenden. Tel.: 04347 / 704-143.


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