Schön verschrieben und versprochen

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Wer sich verschreibt, ärgert sich: Fehler gemacht. Korrigieren. Unnötige Arbeit. Und wenn man sich verspricht und dies nicht merkt, gibt es nicht mal diese Möglichkeit. Das Wort ist raus, und niemand fängt es ein.

 

Aber nicht immer ist es schlimm, wenn man sich verschreibt oder verspricht. Manchmal sind Verschreiber und Versprecher das reinste Vergnügen. Jedenfalls für die Leser und Zuhörer. Hier eine kleine Auswahl:

 

Einer meiner schönsten Verschreiber ist die Schweinwerferwaschanlage. Ein w, das da nicht hingehört, und schon lachst du dich kaputt.

 

SPIEGEL ONLINE hat seine Leser einmal mit einem Nachtmittag amüsiert.

 

Umfallbericht statt Unfallbericht und Krakenhaus anstelle von Krankenhaus sind auch ganz hübsch. Letzteres allerdings nicht ganz so amüsant.

 

Wie schnell wird aus einem Vereinsvorstand ein Vereinsverstand und aus einer Versammlung eine Versemmlung. Wem das passiert, hat wirklich etwas versemmelt. Damit soll Vereinsvorständen der Verstand nicht abgesprochen werden.

 

Der Unterschied zwischen Fließbandarbeit und Fleißbandarbeit ist gar nicht so groß, nicht wahr?

 

Ein kleiner Dreher nur, und schon wird aus verschließen verschleißen.

 

Überhaupt erlebt man beim Schreiben so manche Überraschung, zum Beispiel

beim Trennen von Wörtern. So wird aus Gründung bei unglücklichem Zeilenfall

Grün- dung. Stinkt aber nicht.

 

Wer beim Sprechen aus dem Haubentaucher einen Taubenhaucher macht, darf sich zumindest damit trösten, dass er mit diesem Versprecher nicht allein steht. Er befindet sich in guter Gesellschaft.

 

Selbst eine so intelligente und erfahrene Moderatorin wie Marietta Slomka sprach neulich davon, dass jemand die Kohle aus dem Feuer holen müsse. Und die Kastanien?

 


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