Schülervertretungen fordern bessere IT-Ausstattung

Die Schülervertretungen des Elsensee-Gymnasiums und des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums fordern im Sinne des Schulgesetzes von der Stadt Quickborn als Schulträger eine moderne und zeitgemäße Technik in den Schulgebäuden ein. Dies machte eine Abordnung mit der Übergabe eines Offenen Briefes in der letzten Ratsversammlung deutlich.

 

Tom Lenuweit, Schülersprecher des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, trug gemeinsam mit seinem Mitschüler Can Ziegler und Hannah Haase, Schülersprecherin am Elsensee-Gymnasium, das Anliegen der Schüler vor. „Wir wollen keine Revolution anzetteln", betonte Lenuweit,„sondern konstruktiv Lösungen aufzeigen." Er übergab einen Offenen Brief mit den Forderungen der Schüler an Bürgervorsteher Henning Meyn, Bürgermeister Thomas Köppl und die Fraktionsvorsitzenden.

 

Darin bemängeln die Schüler u.a. veraltete Betriebsysteme, so dass moderne Programm nicht eingesetzt werden können. Genau gemessen hat Can Ziegler die langen Zeiten, die einige Rechner für das Hochfahren benötigen. Dadurch würden bis zu 17 Prozent einer Unterrichsstunde verloren gehen. Drucker und der digitale Datenaustausch würden oftmals nicht funktionieren. Der Brief schließt mit einer langen Wunschliste für eine bessere digitale Ausstattung der Schulen. Den kompletten Text der Petition veröffentlichen wir am Ende des Beitrages.

 

Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU) sicherte zu, dass sich die zuständigen Ausschüsse mit dem Anliegen der Schüler befassen werden.

Can Ziegler, Tom Lenuweit und Hannah Haase überreichten den Offenen Brief
Can Ziegler, Tom Lenuweit und Hannah Haase überreichten den Offenen Brief

Quickborn, den 30.01.2017
An
Den Bürgermeister, Herrn Thomas Köppl
Den Bürgervorsteher, Herrn Henning Meyn
Die Vorsitzende des ABKF, Frau Ingrid Cloyd-Nuckel
Nachrichtlich:
Die Vorstände der Fraktionen in der Ratsversammlung
Die Vertreterinnen und Vertreter der Presse


O F F E N E R B R I E F
Bitte um Erneuerung der technischen Ausstattung am ESG und DBG


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Sehr geehrter Herr Bürgervorsteher,
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
eine Schule hat laut Schulgesetz den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler einer Schule auszubilden, sodass sie „in einer ständig sich wandelnden Welt ein erfülltes Leben [...] führen“ (§4 Abs. 4 SchulG SH 2014) können. Unsere Welt wird seit Jahren immer digitaler und dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Deswegen planen das Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein (MSB) und das Institut für Qualitätsentwicklungen an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) ein neues Medienkonzept für Schulen aufzustellen. Manche Lehrer der Schulen sind in die Planungen involviert und bekommen Fortbildungen zum Thema Neue Medien im Unterricht.

 

Als großes Problem stellte sich dar, dass die Computer an unseren Schulen einige Programme nicht ausführen können. Dies liegt daran, dass die Betriebssysteme unserer Computer immer noch Windows XP (DBG) und Windows 7 (ESG) sind, die Programme teilweise aber Windows 8.1 oder höher benötigen. Als wir mit einigen Lehrern über das neue Medienkonzept sprachen, bestätigten sie, sie würden gerne mehr Technik verwenden, aber die Computer bräuchten zu lange, um hochzufahren (DBG Laptop: 4:33 Min, DBG Schüler-PC: 4:04 Min, ESG Schüler-PC: 5:31 Min), und selbst dann sei es nicht gewährleistet, dass die Computer funktionierten. Das Starten eines Filmes kann u.U. weitere 3 Minuten in Anspruch nehmen. Rechnet man das ganze zusammen, gehen 17% (7:43 Min) einer Unterrichtsstunde verloren, nur um einen PC einzuschalten. Wenn die Klasse im Unterricht an einem PC arbeiten soll, um z.B. eine Präsentation anzufertigen oder Informationen zu recherchieren, gestaltet sich dies auch schwierig, da die Drucker nur sporadisch funktionieren (DBG) oder die Schülerinnen und Schüler die Daten nur bedingt digital untereinander austauschen können (ESG). Am ESG besteht auch das Problem, dass, wenn der Schulserver ausfällt, sich niemand mehr anmelden kann (Es wird nur die Anmeldung via Domäne angeboten, lokale Benutzeraccounts wurden deaktiviert).


Um all diese Probleme zu umgehen, bringen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer und inzwischen schon teilweise Schülerinnen und Schüler eigene Laptops mit, um erfolgreich arbeiten zu können. Aber auch hier gibt es Probleme, sodass eine hybride Lösung zwischen Schul-PCs und Privat-PCs stattfindet, um arbeiten zu können. Probleme bei „Bring your own device“ (Nutzung von privaten Geräten für dienstliche Zwecke) bestehen darin, dass die Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler z.B. nicht direkt auf die Netzwerkfestplatten (NAS) des Schulservers zugreifen können und selbst das Internet nicht oder nur sporadisch und dann auch nur sehr eingeschränkt funktioniert. Wenn eine Klasse z.B. eine Präsentation in einer Windows-App oder eine Lehrerin oder ein Lehrer ein Video über seinen Privat-PC abspielen möchte, geht dies nur bedingt. Wenn das Bild über HDMI übertragen wird, kommt der Ton oftmals über die Lautsprecher des Beamers, nach einer Rekonfiguration der Soundkarte (sodass der Ton über die Lautsprechers des PCs oder über externe Lautsprecher abgespielt werden soll) gibt die Technik ihren Geist auf und meldet, ein unerwarteter Fehler sei aufgetreten. Bei einem Wechsel zu VGA oder DVI geht es teilweise wieder, aber die meisten neuen PCs haben keinen VGA- oder DVI-Anschluss mehr. Auch bei kurzen Recherchen am Handy gibt es Probleme, da man fast nirgends in den Räumen der Schulen eine stabile Netzverbindung hat. Beim Thema Smartboards sieht es ähnlich schlecht aus. Es gibt am ESG keine und am DBG derzeit 3, wovon nur 2 betrieben werden können. Diese Smartboards werden derzeit von den Fachschaften gekauft. Beamer (die man teilweise für Smartboards braucht, aber auch zum Zeigen von Präsentationen etc. braucht) gibt es derzeit im DBG nur im Neubau und in den Fachräumen, am ESG nur in den Fachräumen.


Auch die grundsätzliche technische Ausstattung ist optimierungsbedürftig. Am DBG kaufen sich die Fachschaften selber digitale Over-Head-Projektoren (ELMOs) während parallel dazu noch „normale“ Over-Head-Projektoren vorhanden sind. Am ESG gibt es diese digitalen Over-Head-Projektoren noch gar nicht, da die Klassen nicht mit Beamern ausgestattet sind. Sie nutzen weiterhin noch die „normalen“ Over-Head-Projektoren, von denen einer vor wenigen Monaten gebrannt hat.


Wir, die Schülervertretungen des Elsensee-Gymnasiums und des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, fordern im Sinne des Schulgesetzes von unserem Schulträger, der Stadt Quickborn, moderne und zeitgemäße Technik in den Schulgebäuden ein. Diese möge wie folgt aussehen:


 Computer und Laptops mit Microsoft Windows 10 Education oder Microsoft Windows 10 Enterprise.
 Erneuerung der Hochfahrmechanismen der Computer, so dass der Computer/der Laptop nicht erst sein Betriebsystem vom Schulserver herunterladen muss, sondern sich nach dem Start von Windows informiert, ob es ein neues Image gibt und dieses dann in der Nacht installiert (so kann die Zeit des Hochfahrens auf unter eine Minute optimiert werden).
 Microsoft Office 2016, um keine Probleme mit der Aufwärtskompatibilität zu haben.
 LibreOffice oder OpenOffice in der neuesten Version, um keine Probleme mit der Aufwärtskompatibilität zu haben.
 In jedem Klassenzimmer und jedem Fachraum einen Beamer mit HDMI-Anschluss und einen Laptop im Schulnetz mit Internetzugang.
 Funktionierende Drucker in allen Fachräumen und in den Oberstufenarbeitsräumen.
 Die Möglichkeit, auch unabhängig vom Schulserver mittels lokaler Anmeldung, einen PC nutzen zu können.
 Die allgemeine Speichervirtualisierung von Nutzerverzeichnissen auf den NAS-Platten, sodass jeder Nutzer seinen eigenen Bereich hat (so wie sie es beim DBG beim Schulserver gibt), welches nicht eng bemessen ist (15GB pro Schüler oder wie es beim DBG ist).
 Eine Transferfestplatte als NAS von mehr als 50 GB (Ähnlich wie es beim DBG die Festplatte „T:“ ist).
 Digitale Over-Head-Projektoren in allen Klassen und Fachräumen.
 WLAN-Access-Points die auch für die Schüler zugänglich sind, in allen Gebäuden und in allen Räumen.
 Die Möglichkeit, nach Anmeldung die NAS-Platten auch mit dem privaten PC aufrufen zu können.
 Die Möglichkeit, mit dem privaten Notebook auch ins Internet gehen zu können.
 Die regelmäßige Softwareaktualisierung der Schulserver und technische Aufrüstung/Erneuerung der Schulserver alle 10-15 Jahre.
 Austausch aller Switches und LAN-Kabel auf eine Mindestgeschwindigkeit von 1GBit/s, sodass man das Internet in der Schule gut nutzen kann.


Für Fragen und Rückmeldungen jeglicher Art steht Ihnen die SV des DBG, welche

die Messungen durchführte, jederzeit zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Hannah Haase / Tom Lenuweit
Schülersprecherin Schülersprecher
Elsensee-Gymnasium/Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium


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