Die da oben, wir da unten

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Wie das Spiel läuft, ist klar. “Wir hier unten“ werden ja nie gefragt. Um uns kümmert sich niemand. Das wird alles über unsere Köpfe hinweg geregelt. Alles müssen wir ausbaden. „Die da oben“ machen sich nicht nass. Alles wie gehabt also? Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Fangen wir mal bei den einfachen Dingen an. Nur das Maul aufreißen genügt nicht. Man muss auch mal den Hintern hochkriegen. An allem rummäkeln? Geschenkt! Das bringt nichts. Die Ärmel hochkrempeln. Etwas anpacken. Nur so geht es.

Jeder Skeptiker wird jetzt sagen: Schön wär’s, aber es geht nicht. Das haben wir nun schon zig Mal erlebt. Immer wieder haben wir uns die Nase gestoßen. „Die da oben“ haben gemacht, was sie wollten und nicht das, was „wir hier unten“ uns gewünscht hatten. Selbst wenn diese Ansicht nicht immer zutrifft, etwas ist schon dran. Grund genug, das zu ändern. Aber wie?

Der erste Schritt dürfte der schwierigste sein: Wir müssen uns von dem Vorteil „oben und unten“ trennen. Wir sollten uns ins Gedächtnis rufen, dass „wir hier unten“ „die da oben“ gewählt haben, und zwar als unsere Stellvertreter, deren Aufgabe es ist, für uns einzutreten. Das hat mit oben und unten nichts zu tun, aber viel mit Vertrauen und Verantwortung. Das müssen sich Politik und Bürger immer wieder ins Gedächtnis rufen. Vor allem müssen alle danach handeln, ganz besonders dort, wo Demokratie anfängt: vor unserer Haustür, hier in Quickborn.



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