Farbe bekennen!

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

So bunt das Leben auch ist: Vor allem Politiker reduzieren die Vielfalt unseres Lebens gern auf nur zwei Möglichkeiten: schwarz oder weiß, je nach Lage auch schwarz oder rot. Was dabei herauskommt, ahnen wir schon: die Alternativlosigkeit.

Wir sollten uns damit nicht abfinden. Schon Jakobowsky (Dennis Kaye) sagte seinem Oberst (Curd Jürgens): Es gibt immer zwei Möglichkeiten.

So war es in dem Film von 1958. Und so ist es auch heute noch. Daran ist nicht zu rütteln. Es gibt keine Alternativlosigkeit. Wer das behauptet, ist zu faul, über eine zweite, eine dritte Möglichkeit nachzudenken. Oder er will uns für dumm verkaufen, was noch schlimmer ist.

Genau das versucht unser Bundesfinanzminister, der Erfinder der Schwarzen Null. Und weil niemand danach fragt, ob er farbenblind ist, kommt er mit dieser Idee bisher auch durch.

Den zumindest denkbaren Unterschied zwischen einer Schwarzen Null und einer Roten Null hat er nicht erklärt. Wie auch? Diesen Unterschied gibt es nicht. Null ist Null. Die Farbe spielt keine Rolle. Hier gibt es wirklich keine Alternative.

Das ist der Punkt, an dem wir aufpassen müssen, auch in Quickborn. In unserer Stadt geht es nicht um Milliarden, aber um Millionen, um hunderttausende, zehntausende Euro schon. Das ist aus Sicht der Bürger kein Kleingeld.



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