Überfremdung - eine alte Klamotte

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Jede Wette. Bei Überfremdung denken wir heute zuallererst an die AfD. Die „Alternative für Deutschland“ ist eine ziemlich neue Partei. Sie schlägt uns dieses Wort seit vorgestern links und rechts um die Ohren, und sie wird sicherlich nicht aufhören damit. Alles hochaktuell also. Wieso dann „alte Klamotte“?

 

Ganz einfach. Die AfD hat in die Mottenkiste gegriffen. Anders gesagt: Sie hat geklaut. Und wo? In Bayern. Und bei wem? Bei der Bayernpartei. Die gibt es tatsächlich, wenn auch ganz klein mit nur 5.000 Mitgliedern. Die Bayernpartei hatte schon 1953 die Gefahr der Überfremdung erkannt. Auf ihren Plakaten zum Bundestagswahlkampf hieß es: „rettet die Heimat vor Zentralismus, Marxismus und Überfremdung !!"

 

Da waren die Bayern der Zeit weit voraus. Man soll nicht vorschnell sein. Da kann man ganz schnell auf die Schnauze fallen. Ist der Bayernpartei ja auch passiert. Aber nun wird alles wieder gut. Die AfD wird Deutschlands Angsthasen Mut machen. Na ja, sie wird es versuchen.

 

Was lernen wir daraus? Alles zu seiner Zeit. So, wie die Zeit für die AfD gekommen zu sein scheint, wird sie auch wieder vergehen. Ein bisschen Nachhilfe könnte nicht schaden. Wie wär’s?

 

Rein parteipolitisch lässt sich die Sache allerdings auch ganz anders betrachten. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg- Vorpommern Anfang September hat sich die AfD vor die CDU gesetzt. Wenn das keine Überfremdung ist!

 

Die „etablierten“ Parteien scheinen da einigermaßen ratlos zu sein. Vielleicht haben sie diese Überfremdung noch gar nicht erkannt und haben keine Ahnung, dass dies auch an einer gewissen Entfremdung liegen könnte. Politiker und Bürger

scheinen sich immer weniger zu verstehen. Wie schade! Und wohin soll das führen?

 

PS: Angebot für alle, denen das Kürzel AfD nach augenblicklicher Lesart zu einseitig ist: AfD = Angebot für Dumpfköpfe.

 


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