Lichtblicke

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

 Vor einer Woche war hier von den Schattenseiten Quickborns die Rede, von missverstandener Liebe zur Natur, von besenreinen Gärten und der Verführung des pflegeleichten blickdichten Immergrüns. Das werden viele als einseitig empfunden haben, und in gewisser Weise war es das auch.

 

Da ist es nur recht und billig, auch eine andere Seite aufzuschlagen. Die sehen wir uns jetzt mal an. Dabei entdecken wir, dass das vorherrschende industrielle Straßenbegleitgrün und eintöniges Dauergrün im privaten Bereich hier und da doch schon bunt blühend durchbrochen werden.

 

Da wäre zum Beispiel die Verkehrsinsel im Harksheider Weg (bei der Kreuzung Harksheider Weg / Ulzburger Landstraße. Ein Jahr für Jahr blühendes Stauden-paradies, angelegt, finanziert und gepflegt von Privathand. Der Beitrag der Stadt: Engagierte Mitarbeiter des Bauhofs bereiteten zum Start den Boden vor. Sie fahren den Blattschnitt ab und wässern bei extremer Trockenheit. Die Wegwerfstiefmütterchen und Eisblumen früher machten mehr Arbeit und waren teurer.

 

Zugegeben: So mancher Autofahrer betrachtet die Verkehrsinsel als Abfalleimer für Zigarettenschachteln und allen möglichen Unrat. Trotzdem: Ein Lichtblick.

 

Bleiben wir beim Harksheider Weg. „Hier entsteht eine Wildblumenwiese – mehr Farben, mehr Formen, mehr Leben! Für Insekten, Vögel und Menschen“ ist auf einer kleinen Infotafel zu lesen. Auch dies eine private Initiative. Der Beitrag der Stadt: Aufbereitung des kleinen Pflanzareals und Einzäunung.

 

Von hier aus ist es nicht weit zur Ladestraße. Dort wurde vor Kurzem eine Wildblumenwiese angelegt, direkt anschließend an die ebenfalls neue Boule-Bahn. Auch hier ein privat ins Leben gerufenes Projekt: Kultur-Verein Quickborn e. V. . Von der Idee „Eine Stadt macht sich hübsch“ bis hierher war es ein langer, mühseliger Weg. Aber immerhin: Zum Schluss ist die Stadt über ihren Schatten gesprungen. Sogar bei den Beeten an der Kieler Straße / Heidkampstraße / Gütloh hat sich etwas getan. Auch hier haben die Wegwerfblumen Platz machen müssen für mehrjährige Stauden.

 

Das Auge erfreut’s, die Insekten auch, und der Stadtsäckel wird weniger strapaziert. Bis es so weit kam, hat es ein bisschen gedauert. Die Öffentliche Hand braucht eben mehr Zeit als die private, bis sie begreift.

 

Zusammengefasst: Es geht doch nichts über die Privatinitiative. Wer weitere Beweise dafür sucht, wird sie in so manchem Quickborner Garten finden, in dem sich fröhlich bunt blühende Blumen wohltuend vom Kirschlorbeer- und Thuja-Grün abheben. Noch ist das Bunte in der Minderheit. Aber das muss ja nicht so bleiben. (Wer Tipps braucht, wende sich an den Autor.)

 

Harksheider Weg


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