Unberechenbar

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Vor Kurzem berichtete eine Tageszeitung über die unbefriedigende Kita-Situation in Schleswig-Holstein, im Kreis Pinneberg und nicht zuletzt in Quickborn. „Quickborn hinkt mit 0,7 Einrichtungen pro 100 Kinder hinterher“, hieß es da. Können Sie sich unter einer Null-Komma-Sieben-Kita etwas vorstellen – oder unter einer 1,8 Kita (Kreis Pinneberg)?

 

Wahrscheinlich nicht. Damit Sie nicht verzweifeln, soll auf die weiteren Zahlenkunststücke verzichtet werden. Kitas gibt es nur ganz oder gar nicht oder in ungenügender Zahl, jedenfalls nicht teilchenweise. Wie viel einfacher ist es doch, wenn wir uns den absoluten Zahlen zuwenden und ausrechnen, was sie uns sagen. In Schleswig-Holstein steht eine Kita für 56 Kinder zur Verfügung, im Kreis Pinneberg sind es 72 Kinder und in Quickborn 144 Kinder je Kita – zurzeit. Wenig bis viel zu wenig. Aber auch diese Zahlen sagen nicht alles.

 

Zumindest bleibt die Frage, wie viele Kinder eine Kita aufnehmen kann. Das dürfte von ihrer Größe und der Zahl der Betreuerinnen und Betreuer abhängen. Alles klar?

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Hier der Artikel im Quickborner Tageblatt vom 5. Juli 2016, auf den sich unser Autor bezieht.

 

Kita-Platz: Kaum Auswahl für Eltern

Vergleich Quickborn hinkt mit 0,7 Einrichtungen pro 100 Kinder hinterher

Kreis Pinneberg

 

Welche Auswahlmöglichkeiten haben Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder? Diese Frage hat die Bertelsmann-Stiftung gestellt und kommt in ihrer aktuellen Studie zu dem Ergebnis: Hamburg und Thüringen bieten die geringsten, Baden-Württemberg die größten Auswahlmöglichkeiten. In der Hansestadt stehen für 69 027 Kinder 1048 Kitas zur Verfügung. Das sind 1,5 Kindertagesstätten pro 100 Kinder. In Baden-Württemberg liegt der Wert bei 2,3 Kitas pro 100 Kinder. Der Kreis Pinneberg hinkt deutlich hinterher.

 

„Aktuell haben wir 164 Kitas im Kreis Pinneberg mit 11 728 Plätzen“, erläutert Birgit Köhnke, Stabsstelle Landrat, Politik und Kommunikation beim Kreis Pinneberg. Laut Statistikamt Nord leben 16 064 Kinder unter sechs Jahren im Kreisgebiet. Umgerechnet bedeutet dies 1,02 Kitas pro 100 Kinder. Damit liegt der Kreis deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Für die 96 973 Kinder in Schleswig-Holstein stehen laut der Studie derzeit 1765 Kindertagesstätten zur Verfügung – 1,8 pro 100 Kinder.

 

Konsequenz für die Eltern: Kaum Auswahl bei der Kita-Suche.

„Die Versorgungsquote im Elementarbereich liegt bei 92 Prozent, im Krippenbereich bei gut 39 Prozent“, sagt Köhnke und ergänzt: „Die Nachfrage nach Krippenplätzen wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Die Versorgungsquote deckt nicht den aktuellen Bedarf.“ Die Kindertagespflege könne nur einen Teil der Minderdeckung auffangen. „Es bleiben aktuell auch Kinder unversorgt“, sagt Köhnke. Allerdings sieht sie eine positive Entwicklung: „Die Kommunen unternehmen große Anstrengungen, um die Bedarfe zu decken. Hier werden aktuell und in den nächsten Jahren durch Neu- oder Umbauten neue Plätze geschaffen.“

 

Quickborn will bis 2017 218 neue Kita-Plätze schaffen. Ende 2015 lebten in der Eulenstadt 1159 Kinder bis 6,5 Jahre, denen acht Kitas zur Verfügung stehen. Das entspricht 0,7 Kitas pro 100 Kinder.

 

Bastian Fröhlig

 

 


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