Bewegender Trauer-Gottesdienst für Marianne Gehrke

Ein Foto erinnerte an die Galeristin, die sich mit vielfältigen Initiativen für Quickborn eingesetzt hatte.
Ein Foto erinnerte an die Galeristin, die sich mit vielfältigen Initiativen für Quickborn eingesetzt hatte.

Bis auf den letzten Platz besetzt war am Mittwoch, dem 8. 6., die Marienkirche beim Trauer-Gottesdienst für Marianne Gehrke.

 

Verwandte, Freunde, Weggefährten, Vertreter verschiedener Vereine und Organisationen sowie Repräsentanten der Politik hatten sich eingefunden, um von der engagierten Quickbornerin Abschied zu nehmen. Der chinesische Kulturattaché hatte einen Gruß gesandt. Gehrke war in den Morgenstunden des 19.5. überraschend verstorben.

 

Kleine gefaltete Flügel legten die Trauergäste vor dem schlichten Quader ab, auf dem ein Foto an Marianne Gehrke erinnerte.

 

Pastorin Claudia Weisbarth ließ in ihrer Ansprache das Leben von Marianne Gehrke noch einmal Revue passieren. Erinnerte daran, dass sie ihre Schwester im Alter von 14 Jahren verloren hatte und daraus eine starke Verbindung zu Gott gewachsen war. Wie sie nach dem Tode ihres ersten Mannes in einer Hamburger Werbeagentur Edwin Zaft kennengelernt hatte und wie sich beide in nur 3 Wochen Urlaubsvertretung lieben gelernt hatten. In einem 12-seitigen Brief an Zaft hatte sie eine Welt entworfen, in der es für sie beide gut sein könnte - und dies ist den beiden dann ja auch vergönnt gewesen.

 

Die Pastorin ging ein auf Gehrkes Rolle als Fels in ihrer neuen Familie. Aber sie habe darüber hinaus ganz viele berührt und geprägt, in Schwierigkeiten durften sie ihren Trost erfahren. Liebe, Stärke, Verbundenheit und weitreichende Hoffnung hätten sie ausgemacht. Sie sei in selbstverständlicher Weise emanzipiert, gebildet und begabt gewesen, eine Künstlerin, die dem Leben zugewandt gewesen sei. Sie habe immer in Richtung Zukunft gelebt, als Mentorin, als Leuchtfeuer.  „Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können." Anknüpfend an dieses Zitat von Pablo Picasso sagte die Pastorin über Gehrke:„Ihre Visionen schlossen die Öffentlichkeit mit ein, weil die Wahrheit uns alle angeht."

 

Als sie vor 10 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann in Quickborn das Offene Atelier eröffnete und damit Künstlern und Kunst Raum gab, sei dies in der Stadt sichtbar und spürbar geworden. Mit ihrer Tätigkeit in verschiedenen kulturellen Organisationen und als Kulturvermittlerin habe sie viel in Bewegung gebracht und an Projekten entwickelt, z.B. die Bemalung des Rathausplatzes und die Einrichtung der VR-Galerie. „Kunst und Kultur Raum zu geben, dafür hat Marianne Gehrke gebrannt!" Sie habe wundervolle Visionen für Quickborn gehabt. Das habe auch die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Verwaltung eingeschlossen. Ihr Anliegen sei es gewesen, ein kulturelles Angebot zu unterbreiten, das alle positiv prägt: Die Stadt und die Menschen und das auch die Wirtschaft befördert.

 

Die Beisetzung fand in kleinem Kreis auf dem Quickborner Friedhof statt.



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