
9.7.2026 | Wer nach der Ankündigung des „Bauspielplatzes" gedacht hatte: Na ja, da werden ein paar Teile auf dem Rasen am Gemeindehaus aufgebaut, dürfte positiv überrascht gewesen sein:
Die Organisatoren haben die Chance genutzt, die freie Fläche nach dem Totalabriss der dort ehemals befindlichen Reihenhäuser als „Pop-Up-Bauspielplatz" herzurichten. Zahlreiche Quickborner
Handwerksbetriebe hatten Euro-Paletten, Holzplatten und andere Materialien zur zum Basteln zur Verfügung gestellt. Und so herrschte an den ersten drei Tagen schon großes Gewimmel: Jeweils rund 40
Kinder und Jugendliche sägten, hämmerten und malten nach Herzenslust. Auch einige Kita-Gruppen nutzten die Gelegenheit, den Nachwuchs mt handwerklichen Fähigkeiten vertraut zu machen.
Diakon Philipp Wirtz und Vertreteinnen des Mitorganisators Kinderhilfswerk betreuen die lungen Aktiven.
Auf dem Gelände der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde an der Ellerauer Straße ist der erste pädagogische Bauspielplatz des Landes noch bis zum 14. August 2026 für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 14 Jahren montags bis freitags jeweils von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Kostenlos können die jungen Besucher dort bauen, hämmern, sägen, gestalten und ihrer Fantasie freien Lauf lassen – ohne Anmeldung, ohne Leistungsdruck und bewusst auch einmal ohne Smartphone.
Organisiert wird der „Bauspielplatz zwanzig6“ gemeinsam von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Quickborn und dem Kinderhilfswerk Quickborn e. V. Unterstützt wird
das Projekt von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Handwerksbetrieben aus Quickborn und der Region sowie vielen privaten Spenderinnen und Spendern, die Material, Werkzeuge und
Zeit zur Verfügung stellen. Über viele Monate hinweg wurde das außergewöhnliche Ferienangebot vorbereitet. Entstanden ist ein Projekt, das weit über einen klassischen Ferienprogrammpunkt
hinausgeht und Kindern wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche Entwicklung ermöglichen soll.
Freiraum für Kreativität, Gemeinschaft und Selbstvertrauen
Anders als bei klassischen Ferienangeboten gibt es auf dem Bauspielplatz kein festes Programm und keine vorgegebenen Bastelanleitungen. Die Kinder entscheiden selbst, was sie bauen möchten,
welche Materialien sie verwenden und mit wem sie gemeinsam arbeiten. Erfahrene Betreuerinnen und Betreuer stehen unterstützend zur Seite, greifen jedoch nur dann ein, wenn Hilfe benötigt wird
oder es um die Sicherheit geht. Im Mittelpunkt stehen die eigenen Ideen der Kinder und der gemeinsame Weg bis zur Umsetzung.
Philipp Wirtz, Diakon der Kirchengemeinde und verantwortlich für die Durchführung, sagt dazu: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstbestimmtheit, kreativen
Freiheit und ihren eigenen Ideen zu motivieren und durch den Prozess des Schaffens, die eigenen Stärken zu entdecken. Dabei steht der Entstehungsprozess im Vordergrund und nicht das Ergebnis.“
Die pädagogische Konzeption stützt sich auf vier zentrale Säulen: die Förderung von Selbstwirksamkeit, das Erlernen sozialer Kompetenzen, den verantwortungsvollen Umgang mit
kalkulierbaren Risiken sowie das freie, selbstbestimmte Spiel. Kinder erleben, dass sie eigene Herausforderungen meistern, gemeinsam Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen können.
Gerade beim gemeinsamen Bau einer Hütte oder eines anderen Projektes entstehen Teamgeist, Kreativität und wichtige soziale Erfahrungen ganz selbstverständlich.
Darüber hinaus möchte das Projekt auch Begeisterung für handwerkliche Tätigkeiten wecken. Wer mit Holz arbeitet, Werkzeuge ausprobiert und eigene Ideen verwirklicht, entdeckt oftmals Talente, die
im Alltag verborgen bleiben. Der Bauspielplatz versteht sich deshalb auch als Beitrag dazu, jungen Menschen praktische Erfahrungen zu ermöglichen und das Handwerk als kreativen und vielseitigen
Berufs- und Lebensbereich erlebbar zu machen.
Es wird ein Pop-Up-Projekt bleiben
Dass ein solches Projekt in Schleswig-Holstein bislang einzigartig ist, unterstreicht seinen besonderen Charakter. Während es in Deutschland vereinzelt dauerhafte Bauspielplätze gibt, ist ein
sechswöchiger pädagogischer Pop-up-Bauspielplatz dieser Art im nördlichsten Bundesland bislang einmalig.
Es wird - zumindest auf diesem Platz - bei einem einzigen „Pop-Up-Bauspielplatz" bleiben, denn auf dem Platz wird der Kirchenkreis in absehbarer Zeit Wohngebäude errichten.






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