
19.5.2026 | Einen solch entspannten Termin dürfte die Quickborner Verwaltungsspitze lange nicht erlebt haben: Bürgermeister Thomas Beckmann hatte sie dazu gebeten, als Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel zusammen mit seinem Stellvertreter Frank Pieters im Rathaus zu Gast war, um gemeinsam mit Beckmann die neue Vereinbarung über die Verwaltungsgemeinschaft Quickborn-Ascheberg offiziell zu unterzeichnen. Und Menzel sorgte mit seiner fröhlichen Art für so einige Lacher.
Bereits 2013 hatte Quickborn Abkommen mit den Nachbargemeinden Bönningstedt und Hasloh über Verwaltungsgemeinschaften geschlossen, Ellerau folgte 2019. 2021 wurde ein Vertrag mit dem rund 80 km entfernten Ascheberg über eine Verwaltungsgemeinschaft geschlossen. Bei Erarbeitung des Haushaltsentwurfes 2026 war Bürgermeister Beckmann zusammen mit der Verwaltung nach eingehender und sehr gründlicher Prüfung sämtlicher Verträge und Zahlen zu dem Schluss gekommen, dass diese defizitär seien. Daraufhin hatte Quickborn im Sommer 2025 fristgemäß zum Ende 2027 alle Verträge gekündigt. Mit Ascheberg waren als erstes Verhandlungen über eine Neufassung aufgenommen worden, die jetzt zum Abschluss gekommen sind. Von den 465.000 Euro Verwaltungskosten im Jahre 2025 sieht die neue Vereinbarung eine Erhöhung um rund 600.000 Euro/a vor, das sind immerhin fast 130 Prozent! Dafür erhöht sich die Zahl der Mitarbeiter vor Ort von zwei auf drei. Ein vierter Arbeitsplatz stehe für Sonderaufgaben zur Verfügung. Die Verwaltung sei außer Mittwoch jeden Wochentag geöffnet. Die neue Vereinbarung gilt bereits ab 1. Jui 2026 und ist nicht befristet.
Bürgermeister Beckmann, der zu der kleinen Feierstunde aus der Politik seine „Chefin" Anke Thomsen (Grüne), Vorsitzende des Hauptausschusses, und den FDP-Fraktionsvositzenden Jürgen Scharley begrüßen konnte, hieß den „lieben Thomas" aus Ascheberg herzlich willkommen. Die Übereinstimmung in den Vornamen habe nach seiner Wahrnehmung dazu beigetragen, bei den Verhandlungen eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Zunächst aber dankte er seinen eigenen Mitarbeitern, die - ohne die Einschaltung teurer externer Gutachter - die Grundlage für die erheblichen Nachforderungen an Ascheberg ermittelt hätten.
Menzel brachte scherzhaft zum Ausdruck, dass man sich freue, dazu beizutragen, Quickborns Haushaltsprobleme zu lösen. Er erinnerte daran, dass man vor vier Jahren „geheiratet" habe, um eine moderne, effiziente Verwaltung zu schaffen, auch über die Entfernung hinweg. Es habe auch gut funktioniert, deshalb sei man verstört gewesen, als die Kündigung ins Haus geflattert sei. Man habe dann aber - wie in jeder guten Ehe - versucht, das auszudiskutieren und habe nach harten Verhandlungen eine Lösung gefunden. Selbstverständlich habe man auch mit anderen Verwaltungen Kontakt aufgenommen, dabei aber festgestellt, dass es dort auch nicht günstiger sei. Für die Verhandlungen mit Quickborn sei die Entfernung vielleicht sogar hilfreich gewesen, weil keine Animositäten, wie sie möglicherweise zwischen Nachbar-Kommunen bestünden, eine Rolle gespielt hätten.
Einen Tipp hatte Beckmann dann noch: Wer auf dem Weg an die Ostsee feststelle, dass der Personalausweis abgelaufen sei, könne ihn ohne Probleme in Ascheberg verlängern lassen ....
Und wie geht es mit Bönningstedt, Ellerau und Hasloh weiter?
Auf Nachfrage bestätigte Beckmann, dass es mit den Nachbargemeinden Gespräche über eine Neuordnung der Verwaltungsgemeinschaften gebe, aber zur Zeit noch keine konkreten Ergebnsisse vorlägen. Immerhin soll Bönningstedt für die Verwaltungskosten in Zukunft pro Jahr mit 1,5 Millionen Euro 96 Prozent mehr bezahlen als bisher, für Ellerau soll der Anstieg mit einem Plus von rund 810.000 Euro „nur" 45 Prozent betragen und Hasloh soll mit einer Differenz zu 2025 von rund 650.000 Euro 92 Prozent mehr bezahlen. Ingesamt sollen die Neuverträge jährlich rund 2,8 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Die Verträge laufen Ende 2027 aus, man habe also 1 1/2 Jahre Zeit für eine Lösung. Gegebenfalls hätte ein Scheitern auch Auswirkungen auf die Personalsituation im Quickborner Rathaus. Aber Beckmann zeigte sich optimistisch, dass man zu einer Lösung kommen werde.
Und welche Rolle spielt Helge Tiemann in den Verhandlungen, derzeit Pressesprecher in der Quickborner Verwaltung und designierter Bönningstedter Bürgermeister? Keine, versichert er! Erst wenn es bis Oktober 2026 keine Einigung geben sollte, würde er natürlich nach Amtsantritt als Bürgermeister in die Verhandlungen eingebunden sein.

Entspannter Plausch nach der offiziellen Zeremonie: Frank Pieters, Aschebergs stellv. Bürgermeister (CDU), Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel und Quickborns Bürgemeister Thomas Beckmann (v.l.). Menzel ist zwar offiziell ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg mit ihren 3.400 Einwohnern, aber nach eigener Aussage deutlich mehr im Einsatz. Als Inhaber einer Immobilienfirma mit ererbten Besitz an Wohnungen kann er sich das verstärkte Engagement leisten.

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Daniel (Donnerstag, 21 Mai 2026 18:08)
Das Ratlosenhaus in Quickborn ist untätig und unfähig!
Karl-Heinz Marrek (Freitag, 22 Mai 2026 16:38)
Ich war seinerzeit als SPD-Ratsherr bei der feierlichen Unterzeichnung des ersten Vertrages durch den damaligen Quickborner Bürgermeister Thomas Köppl und Bürgermeister Thomas Menzel mit dabei. Man sprach in ganz Schleswig-Holstein über diesen „für ganz Schleswig-Holstein zukunftsweisenden“ Vertrag. U.a. machten dies digitale Prozessabläufe in einer modernen Verwaltung erst möglich, aber auch der Mut von zwei Bürgermeistern, etwas Neues zu wagen.
Ich erinnere mich aber auch an die harsche, teilweise sehr persönliche, m.E. auch unfaire Kritik der quickborner FDP, der jetzigen Bürgervorsteherin Krämer (FDP) und des jetzigen Bürgermeisters Beckmann (FDP) an dem Verwaltungsvertrag mit Ascheberg, die auch in „Quickborn 1“ in allen Einzelheiten verbreitet wurde (kann man das überhaupt noch nachlesen?)
Sei’s drum, ich freue mich sehr das der Vertrag mit Ascheberg verlängert wurde. Die Verwaltungsgemeinschaft war und ist nicht nur für Ascheberg gut, sondern auch für Quickborn. Die Zahlen, Daten und Fakten der Vergangenheit belegen es. Es freut mich aber auch für die sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im quickborner Rathaus, die den damaligen ersten Vertrag erst mit Leben füllten. Denn was wäre wenn … …
Ist nun Ascheberg der „Haushaltssanierer“ der Stadt Quickborn - wie manchen bejubeln. Vom Volumen eh nicht, durch die neuen „Mehraufwendungen“ auch nicht und, sehe ich mir wieder diesen freundlich lächelnden Herrn Bürgermeister Menzel und (!) seine Worte (richtig) an, aus Sicht von Ascheberg bestimmt nicht.
Aber sollte es in einer Partnerschaft nicht auch so sein. Alle sollten zufrieden sein und keiner sollte sich nach der Verhandlung als Gewinner sehen - oder so tun als ob.
Gut auch, dass jetzt ALLE Parteien im Rat hinter dem Vertrag stehen, aus welchen Gründen auch immer.
Und wie sieht es mit den Verträgen mit Hasloh und Bönnigstedt aus? Man darf gespannt sein.
Vielleicht, wie sagte der Bürgermeister aus Ascheberg, „… die Entfernung sei vielleicht sogar hilfreich gewesen, weil keine Animositäten … … (siehe Artikel).
Und Bönnigstedt? Nun ja, da muss ja jetzt auch ein hauptamtlicher Bürgermeister, sicherlich auch mit eigener Verwaltung bezahlt werden.
Und Ellerau? Das Porzellan ist zwischen den nichtverbauten Betonbauteilen von Willwood deutlich zu sehen.
Und Hasloh? Wenn da nicht Bönnigstedt zu sehe wäre. In Bönnigstedt wird es ja jetzt erstmalig einen Bürgermeister geben, der sich mit einer positiven Gestaltung von Verwaltungsgemeinschaften sehr gut auskennt.
Aber letzteres ist alles Spekulation eines langjähriger Kommunalpolitikers a.D.,
der sich heute über die Fortsetzung des Verwaltungsvertrages, wie damals beim ersten Vertrag, nur freuen kann.
Wie gesagt, in beiden Fällen gut für Ascheberg UND Quickborn.