Spektakuläre Neupflanzung einer Edelkastanie am Dorotheenplatz

 

17.4.2026 | Nachdem die historische Edelkastanie auf dem Dorotheenplatz aufgrund eines Pilzbefalls und fehlender Verkehrssicherheit gefällt werden musste, hat die Stadt am Freitag in einer aufwändigen Aktion einen großgewachsenen Ersatzbaum gepflanzt. Mit der Maßnahme soll die Aufenthaltsqualität des Platzes gesichert und ein Beitrag zum Stadtklima geleistet werden.

 

Als Ersatz wurde eine etwa 6 Tonnen schwere Edelkastanie mit einem Stammumfang von rund 90 Zentimetern und einer Höhe von rund 8 m gepflanzt. Dazu waren diverse große Fahrzeuge und Maschinen angerückt. Ein großer Laster hatte den neuen Baum von der Baumschule Lorenz van Ehren im Süden Hamburgs nach Quickborn gebracht, unter der Aufsicht des Gartenbaubetriebes Rumpf hob ein Riesenkran den Baum vom LKW und setzte ihn in die ausgehobene Grube, mit einem kleineren Kran wurde der Stamm auf die Senkrechte ausgerichtet. Eine Delegation des städtischen Fachbereichs Tiefbauten verfolgte aufmerksam die Aktion. Nach ca. 1 Stunde hatte der Baum seinen Platz gefunden und die Fahrzeuge konnten abrücken. Ein NDR-Team begleitete die Aktion, allerdings wird es keinen Bericht im Schleswig-Holstein-Magazin geben: Die Aufnahmen werden Teil einer Dokumentation über die Baumschule sein. Eine nette Geste: Die Gartenbaufirma lud die Anwesenden zu Brötchen und Getränken ein.

 

Der Baum ist ca. 50 Jahre alt. Da er alle 4 Jahre umgepflanzt wurde, wirkt er in seiner Größe eher wie 30 Jahre alt. Durch diese Umpflanzungen hat sich ein kompaktes Wurzelwerk entwickelt. Diese Voraussetzung erhöht die Chancen für ein erfolgreiches Anwachsen am neuen Standort. Die Fachleute der Baumschule gehen davon aus, dass sich die Kastanie schon in den nächsten 5 Jahren deutlich weiterentwickeln wird.

 

Die Wahl fiel bewusst auf eine Edelkastanie. Die Baumart gilt als vergleichsweise klimaresilient und kommt mit trockenen und warmen Bedingungen in innerstädtischen Lagen gut zurecht. Gleichzeitig bietet sie durch ihre Blüten Nahrung für Insekten und sorgt mit ihrer Krone für Verschattung. Zudem knüpft die Neupflanzung an die bisherige Gestaltung des Dorotheenplatzes an.


„Mit der neuen Kastanie bekommt der Dorotheenplatz am Eingang zur Innenstadt einen ortsbildprägenden Baum – und das, ohne 30 Jahre warten zu müssen“, freut sich Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann, der - natürlich - die Aktion vor Ort verfolgte. „Großbäume leisten von Beginn an einen spürbaren Beitrag zum Stadtklima. Sie spenden Schatten, reduzieren Hitzebelastungen und tragen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei.“

Zur Vorbereitung des Standorts war der Boden im Bereich der ehemaligen Baumgrube umfassend ausgetauscht worden. Belastetes und pilzbefallenes Material wurde entfernt und durch spezielles Baumsubstrat ersetzt. Zusätzlich wurden Mykorrhiza-Pilze eingebracht, die die Wurzelentwicklung fördern und die Widerstandsfähigkeit des Baumes gegenüber Hitze und Trockenheit verbessern sollen.

 

Die vorbereitenden Arbeiten hatten bereits am 13. April 2026 begonnen. Für die Bodensanierung entstanden Kosten in Höhe von rund 13.000 Euro. Die Anschaffungskosten für den Baum betragen rund 15.000 Euro, für Transport und Pflanzung durch eine Fachfirma fallen etwa 4.500 Euro an.

 

Just for Show: Natürlich haben Bürgermeister Beckmann, Tina Richter (Stellv. Fachbereichsleitung Tiefbau, l.) und Sandra Kmock-Großmann (Tiefbau) mit dem Spaten nicht gearbeitet! Jan Büchner, Baumschule van Ehren (l.) und Kristian Hanelt, Rumpf Gartenbau, beaufsichtigten für ihre Unternehmen die Baumpflanzung

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Kommentare: 2
  • #1

    Karl-Heinz Marrek (Montag, 20 April 2026 11:31)

    Ich lese, knapp 40.000,- Euro einen Baum.
    Der Schwachsinn hat in Quickborn Methode.
    Und wo müssen die 40.000,- Euro eingespart werden?
    Wir dürfen uns nicht wundern, wenn normalen Bürgern mit Durchschnittseinkommen bei diesen Entscheidungen der Verwaltung ins Grübel - und was sagte die Politik dazu?.
    Gruß Karl-Heinz

  • #2

    Bernd Faust (Mittwoch, 22 April 2026 23:40)

    Da sieht man den Wert eines einzelnen Baumes, der noch nicht einmal "erwachsen" ist. Ich fürchte um die alte große Kastanie Höhe Bahnhofstraße 60, wenn der Betonklotz errichtet wird und ihr auf die Rinde rückt.