Beifall für das „To Huus"-Projekt

Sie präsentierten das ToHuus-Projekt: Stadtplanerin Sabine Bönning, Bürgermeister Thomas Beckmann, Architekt Thorben  Oelke, Martin Henne und Hendrik Pieper (beide Vorstand Adlershorst) (v.l.)
Sie präsentierten das ToHuus-Projekt: Stadtplanerin Sabine Bönning, Bürgermeister Thomas Beckmann, Architekt Thorben Oelke, Martin Henne und Hendrik Pieper (beide Vorstand Adlershorst) (v.l.)

 

26.3.2026 | Ja, das gibt es auch noch: Ein städtisches Projekt, das uneingeschränkt Beifall findet! Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des „Bau-Turbo" für das „To Huus"-Projekt am Mittwoch in der Stadtbücherei gab es jedenfalls nur Zustimmung. Bis zum 10.4. können die Quickborner noch dazu Stellung nehmen.

 

Bürgermeister Thomas Beckmann erläuterte im Rahmen seiner Begrüßung den Hintergrund der Veranstaltung: Der Bund habe mit dem sogenannten „Bau-Turbo" die Möglichkeit geschaffen, schneller als mit der herkömmlichen Änderung von B-Plänen mehr zu bauen als bislang geplant. Davon wolle die Stadt für die Bebauung der Baulücke in der Bahnhofstraße Gebrauch machen. Beckmann erinnerte daran, dass das fragliche Gelände lange Zeit brach gelegen habe, weil man sich mit dem Investor Adlershorst nicht habe über die gewerbliche Nutzung des Erdgeschosses habe verständigen können, weil die Ansiedlung von Geschäften schwierig gewesen sei. Begeistert sei er von der jetzigen Lösung, dort die Stadtbücherei anzusiedeln und die gesamte Fläche als „Dritten Ort" mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie auch Veranstaltungen zu konzipieren.

 

Stadtplanerin Sabine Bönning erläuterte die geplanten Änderungen gegenüber dem bestehenden B-Plan Nr.77. Statt Gewerbe sei jetzt eine kulturelle Nutzung vorgesehen, die Zahl der Geschosse erhöhe sich von 3 bis 4 auf 5, mit der Erhöhung der GRZ von 0,6 auf 0,73 und der GFZ von 2,25 auf 2,65 erhöhe sich der Grad der Versiegelung und die Baugrenze werde ab dem 1. Obergeschoss leicht um 10 qm überschritten. Außerdem sei die Verlegung des mittig geplanten Geh- und Radweges an den Rand und ein neuer Standort für die Baumpflanzung vorgesehen. Die Erhöhung der GRZ/GFZ-Werte sei städtbaulich vertretbar, da das geplante Vorhaben zusammen mit dem FORUMS-Quartier die städtebauliche Qualität eines „urbanen Gebietes" erhalte, das eine höhere bauliche Dichte erlaube.

 

Mit dem neuen Konzept würde ein über 2.000 qm großer kultureller/sozialer Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen, der auch als Maßnahme gegen die Vereinsamung nicht nur im Alter zu verstehen sei. Architekt Thorben Oelke vom Büro prasch, buken partner architekten vermittelte mit Charts eine visuelle Anmutung der einladenden Fassade und der großzügigen, vielseitig nutzbaren Fläche im Erdgeschoss.

 

Zum Abschluss ihrer Ausführungen wies Bönnig darauf hin, dass die Präsentation zu dem Projekt in Kürze auf der Homepage der Stadt verfügbar sein werde. Bis zum 10.4. bestehe für die Quickborner Gelegenheit, Stellung zu dem Projekt zu nehmen, entweder über [email protected] oder per Post an Stadt Quickborn, Fachdienst 1.4, Rathausplatz 1, 25451 Quickborn. Anschließend werde sich die Stadtverwaltung damit beschäftigen. Am 21.5. stehe das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU), am 1.6. solle die Ratsversammlung die endgültige Freigabe erteilen.

 

Engagierte Diskussion mit dem Bürgermeister

In der anschließenden Diskussion stellten sich Bürgermeister Beckmann und die beiden Vorstände der Adlershorst Baugenossenschaft den Fragen der Besucher. Geplant seien 89 Wohnungen, davon 62 mit öffentlicher Förderung. Gemäß der Quickborner Stellplatzsatzung seien für die geförderten Wohnungen wegen der Nähe zum ÖPNV 0,56 Stellplätze in der Tiefgarage geplant, die gemäß den Förderrichtlinien 60 Euro/Monat kosten werden. Allerdings werde es für Wohnungsbesitzer keine Verpflichtung geben, diese mit zu mieten. Beckmann wies darauf hin darauf hin, dass man in der Verwaltung an einem Parkraumkonzept arbeite und es Überlegungen gebe, die Parkplätze bei Aldi und an der Klöngasse durch eine Parkpalette zu erweitern. Im übrigen würden die neuen Wohnungen ja in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Verkehsmitteln wie ZOB und der S-Bahn liegen. Der Frage nach einer Umwandlung der Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone erteilte Beckmann eine eindeutige Absage. Allenfalls sei die Gestaltung als Einbahnstraße denkbar.

 

Die Wohnungen im ToHuus werden eine Größe von 40 bis 70 qm haben und altersgerecht ausgestattet sein. Von Seiten Adlershorst wurde mitgeteilt, dass die Genossenschaft einen Bestand von rund 450 1-4-Zimmer-Wohnungen in Quickborn bewirtschaftet, der durch Neubauten wie beispielsweise am Kurzen Kamp (bereits fertiggestellt und vermietet) und in der Kampstraße (derzeit in Planung) ergänzt wird.

 

Beckmann hob noch einmal die Bedeutung des „Dritten Ortes" hervor. Die Stadtbücherei werde als „Open Library" gestaltet, so dass längere Öffnungszeiten ohne Personal möglich sein würden. Bewegliche Regale und variable Stellwände würden eine flexible Nutzung ermöglichen, er selbst habe sehr dafür gekämpft, dass es im Raum auch Tageslicht gebe. Baubeginn für das gesamte Projekt solle 2027 sein, schon 2028/29 sei die Fertigstellung geplant. Die Stadt würde dann die gesamte Erdgeschossfläche mieten. Für Stadtbücherei und VHS bestünden zwar noch langfristige Mitverträge bis 2037, er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Stadt die Flächen anderweitig nutzen oder man sich mit dem Vermieter einigen könne.

 

Sehr gut besucht war die Veranstaltung in der Stadtbücherei zum To Huus-Projekt. Von der Politik waren Henning Meyn (CDU), Eike Kuhrcke (CDU) und Jürgen Scharley (FDP) vertreten
Sehr gut besucht war die Veranstaltung in der Stadtbücherei zum To Huus-Projekt. Von der Politik waren Henning Meyn (CDU), Eike Kuhrcke (CDU) und Jürgen Scharley (FDP) vertreten

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Kommentare: 5
  • #1

    Anwohner (Samstag, 28 März 2026 14:23)

    Uneingeschränkt Beifall, das ich nicht lache! Es gibt Kritiker, die es als aussichtslos ansehen, berechtigte Einwände vorzubringen. Und so blieben sie dieser Veranstaltung fern - wozu Zeit verschwenden. Es werden keine Pläne veröffentlicht, die die Ausmaße dieses Klotzes genau dastellen - wieso gibt es eigentlich Internet? Die Plan-Bilder, die im Internet veröffentlicht sind, zeigen mir dass es Barrierefreiheit dort eher nicht geben wird. Und dabei ist dieser Punkt doch genau das, was bei der derzeitigen unlängst erst teuer umgebauten Bücherei als fehlend kritisiert wird. Wir dürfen im Toohus mit Lärm wie im Herold-Center rechnen. Na dann viel Spaß beim konzetrierten Arbeiten am Notebook. Beim Toohus-Projekt geht es erkennbar genau so zu, wie beim XXL-Projekt Marktstraße - beschließen und durchpauken. Nur dass dort Bürger und Eigentümer zur Selbsthilfe greifen und Gegenwind mit guten Argumeneten erzeugen. Mögen sie erfolgreich sein!

  • #2

    Sascha (Montag, 30 März 2026 19:02)

    ������

  • #3

    Bernd Faust (Donnerstag, 02 April 2026 10:43)

    Armes reiches Quickborn. Die Schulen vergammeln, die Straßen sind in erbarmungswürdigem Zustand, aber die Stadt muß Geld für Prestigeobjekte verfeuern. Anderswo wird aus Kostengründen die Öffnungzeit des Rathauses reduziert - Meldung von heute. Zum geplanten Bau und dessen Höhe: eine niedrigere Bebauung im Süden einer Straße verhindert, dass das Sonnenlicht für die dahinter liegenden (nördlichen) Gebäude blockiert wird, insbesondere während der niedrigeren Sonnenstände im Winter. Das sind sehr häufig praktizierte städtebauliche Ansätze. Nicht in Quickborn.

  • #4

    Anwohner 2 (Freitag, 10 April 2026 22:59)

    Man bekommt eben, was man gewählt hat. Der Bürgermeister lächelt am liebsten in Kameras. Geschafft hat der bislang gar nichts. Quickborn wird immer mehr zur Betonwüste.

  • #5

    Bernd Faust (Freitag, 22 Mai 2026 12:08)

    Ich hoffe sehr, dass bei den Entscheidungsträgern bis zum Juni Realitätssinn einkehrt und das Projekt gestoppt wird. Der Klotz ist einfach viel zu hoch und erdrückend. Quickborn hat eine große wunderbare Bücherei, deren Umbau eine Menge Geld gekostet hat. Seit Jahren finden in anderen Räumen der Stadt kulturelle Veranstaltungen statt, es braucht keine neuen "Orte".