
17.3.2026 | Unter dem Titel „Parkquartier" soll an der Marktstraße an neues Wohngebiet mit 160 Wohneinheiten, einer Eventlocation und 300 Parkplätzen entstehen. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) am 12. März stellten die Projektentwickler und die Verwaltung das ambitionierte Projekt offiziell vor. Die Politik gab einstimmig den weiteren Weg frei, so dass in der Ratsversammlung am 23. März final über Entwicklung des B-Planes entschieden wird. Die ungewohnt hohe Zahl an Besuchern ließ das große Interesse von betroffenen Einwohnern erkennen. Anwohner äußerten in der Einwohnerfragestunde denn auch Bedenken und kündigten am Rande der Sitzung weitere Schritte an.
Lasse Friedel vom Fachbereich Stadtentwicklung stellte in der Sitzung mit einer PowerPoint-Präsentation die Pläne des Hamburger Investors „Answer Capital Partners" für das „Parkquartier" vor. Auf 2,4 Hektar der Ostermannschen Wiesen an der Marktstraße, also in zentraler Lage von Quickborn, soll das neue Gebiet entstehen. Ziel sei „die Schaffung einer hochwertigen Wohnkultur mit einer hohen Aufenthaltsqualität durch eine identitätsstiftende Architektur mit einer durchgehend grünen Mitte." Der Nachfrage nach Wohnraum in Quickborn soll mit einer Bebauung für alle Einkommensgruppen entsprochen werden: Geplant sind Reihenhäuser für Familien, 2geschossige Maisonette-Wohnungen, barrierefreie Wohnungen, geförderte Wohnungen sowie Mikro-Appartements mit Wohnflächen zwischen 10 und 125 qm. Eine historische Scheune, die am Rande der Ostermannschen Wiese steht, soll zu einer Event- und Gastronomie-Location umgestaltet werden und das Herzstück des Quartiers bilden. Zudem sind ein zentraler Platz, kleinere Gewerbeeinheiten, ein großes Parkhaus, zwei Tiefgaragen und parkähnliche Freihächen geplant.
Vor Eröffnung der Einwohnerfragestunde wies der Ausschussvorsitzende Thomas Katlun (FDP) zum Verfahrensablauf darauf hin, dass in der Planung alles so fertig aussehe, dass aber die Bürger nach dem in der Sitzung geplanten Aufstellungsbeachluss im weiteren Verlauf der öffentlichen Diskussion ausreichend Gelegenheit hätten, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen. Ein Einwohnerin hatte dann auch Fragen zur Erreichbarkeit des Gebietes, die in erster Linie über die Marktstraße gesichert werden soll. Weitere Anwohner äußerten vor allem Bedenken zur Intensität der Bebauung. „Wenn man nach Quickborn hineinfährt, sieht man dann ein Bollwerk!" Die jetzige Planung umfasse das Zehnfache früherer Pläne. Sie nehme keine Rücksicht auf die umliegende Einfamilienhaus-Bebauung. Problematisch sei auch die zu erwartende Lärmbelästigung.
Von seiten der Ausschussmitglieder gab es überwiegend Zustimmung. Dirk Rust (SPD) nannte die Fläche prädestiniert für eine Bebauung und sprach von einem attraktiven Ortseingang. Allerdings wünsche sich die SPD einen höheren Anteil an förderungsfähigen Wohnungen. Eike Kuhrcke (CDU) berichtete, dass man innerhalb seiner Fraktion durchaus kontrovers über das Projekt diskutiert habe und man insbesondere auch die soziale Struktur der Stadt im Blick behalten müsse.
Svea Spenninger (FDP) zeigte sich eindeutiger: „Hier wird moderne Stadtentwicklung mit Historie gepaart. Das Parkquartier setzt ein architektonisches Zeichen und kann sich sehen lassen!"
Letztlich stimmten alle ASU-Mitglieder für den Aufstellungsbeschluss für das neue Quartier an der Marktstraße. Ob der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden kann, entscheidet nun die Quickborner Ratsversammlung am Montag, 23. März.
Die gesamte Präsentation zum geplanten Parkquartier findet sich hier >

Sven Pienkoss äußerte in der Sitzung seine Bedenken und kündigte anschließend eine Anwohner-Initiative an, um die Anzahl der geplanten Wohneinheiten deutlich zu reduzieren und auf max. 2-geschossige Reihen- und Einfamilienhäuser auszurichten. Außerdem soll auf eine Eventlocation verzichtet werden und die Lärmbelästigung der angrenzenden Wohngebiete u.a. durch zusätzlichen Verkehr sollte vermieden werden.

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Lisbeth Larsen (Dienstag, 24 März 2026 03:24)
Da sieht man das es in Quickborn nach Jahrzehnten der stadtplanerischen Irrwege doch möglich ist, eine optisch ansprechende und dazu wirtschaftlich auskömmliche Planung hinzubekommen.
Bodo Schrader (Dienstag, 24 März 2026 06:53)
Stimme, was den Entwurf in Gänze betrifft, meiner Vorrednerin zu. Aber warum wird die Parkpalette nicht neben den, seit Generationen bestehenden und, liebe Frau Spenninger, zur Quickborner Historie gehörende Tischlereibetrieb gelegt? Hier werden Probleme entstehen, die planungstechnisch hätten ausgeschlossen werden können.
Liebe Politik, bitte auch im Grunde gute Planungen auch bis zu Ende durchdenken.