Wido Schön: Ein Leben für die Feuerwehr

6.3.2026 | Seit vielen Jahren ist Wido Schön in Quickborn als Chef der hiesigen Feuerwehr bekannt. In unserem Gespräch konnten wir u.a. klären, wie er zur Feuerwehr gekommen ist. Aber es kam auch eine höchst aktuelle Nachricht zu seiner Zukunft zur Sprache!

 

Wie sieht eigentlich Ihr Alltag als Wehrführer aus?
Als Wehrführer der Feuerwehr Quickborn bin ich für unsere vier Abteilungen verantwortlich – und das ist wirklich eine bunte Mischung! Da gibt es zum einen unsere engagierte Jugendfeuerwehr mit derzeit 20 Mitgliedern zwischen 12 und 18 Jahren. Dann natürlich die aktive Wehr, die mit 112 Einsatzkräften stark besetzt ist, eine Zahl, die übrigens wunderbar zu unserer Notrufnummer 112 passt. Hinzu kommen noch unsere vier Verwaltungsmitarbeiterinnen, die uns im Hintergrund den Rücken freihalten, und schlussendlich die Ehrenabteilung mit 17 verdienten Feuerwehrleuten, die sich auch nach dem aktiven Dienst weiterhin sehr verbunden fühlen. Insgesamt sind wir über 150 Leute, verteilt auf zwei Standorte: Die Hauptwache in der Marktstraße und seit Kurzem auch eine zweite in Quickborn-Heide. Der Fahrzeugpark ist mit 17 Fahrzeugen ebenfalls beachtlich – drei in der Wache Ost, vierzehn in der Wache West.


Wie wird man denn eigentlich Wehrführer? Gibt es da einen klassischen Weg?
Eigentlich führt der Weg zum Wehrführer immer über viel Herzblut für die Feuerwehr. Bei mir war das nicht anders. Man fängt meistens als Gruppenführer an, übernimmt dann mehr Verantwortung als Zugführer, und irgendwann – nach einigen Jahren Erfahrung und viel Engagement – stellt man sich zur Wahl. Ich habe das vor elf Jahren gemacht und bin seither in dieser Rolle. Eine Amtszeit dauert sechs Jahre, ich durfte sie bereits fast zweimal ausfüllen. Und ja, auch wenn das mit meinem Beruf manchmal eine Herausforderung ist, war es immer gut machbar, da Ehrenamt und Beruf sich bei mir gut ergänzen.


Und stehen Sie noch einmal zur Wahl, oder ist bald Schluss?
Ich habe für mich kürzlich entschieden, nicht noch einmal zu kandidieren. Nach dem Brandschutzgesetz ist mit 67 Jahren sowieso Schluss mit dem aktiven Feuerwehrdienst, und ich werde nächstes Jahr 65. Ich möchte den Übergang rechtzeitig gestalten und mein Amt im April 2027 abgeben – dann ist es Zeit für frischen Wind.


Woher kommen Sie ursprünglich? Was hat Sie nach Quickborn geführt?
Geboren bin ich in Appen und habe auch viel Zeit in Wuppertal verbracht. Mit 18 zog es mich nach Pinneberg – dort habe ich insgesamt 18 Jahre gelebt, davon acht Jahre direkt auf der Hauptfeuerwache, wo ich sogar nebenberuflich als Wachhabender aktiv war. Damals kam der Notruf 112 noch direkt bei uns auf der Wache an! Das waren immer spannende Zeiten, die ich nicht missen möchte.


Und wie schaffen Sie es, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen?
Da hilft vor allem eines: Flexibilität. Ich arbeite als Informatiker bei Jungheinrich und leite dort IT-Infrastrukturprojekte. Meine Arbeitszeiten kann ich relativ frei gestalten und arbeite meist im Homeoffice. Mein Team sitzt verteilt auf verschiedene Länder, so dass es auch für meinen Arbeitgeber keine Rolle spielt, wo ich bin. Das ist wirklich ein Glücksfall, denn auch bei der Feuerwehr gibt es tagsüber viel zu organisieren – da ist es unerlässlich, flexibel zu sein.


Was passiert, wenn Sie gar nicht vor Ort sind und doch ein Notfall eintritt?
Genau dafür haben wir ein zuverlässiges System etabliert. Wir waren eine der ersten Feuerwehren im Kreis Pinneberg, die den „Einsatzleiter vom Dienst“ eingeführt haben. So ist immer eine ausgebildete Führungskraft eingeteilt – entweder ich selbst, mein Stellvertreter Daniel Dähn oder einer der beiden Zugführer. Es gibt einen Dienstplan, der jeweils für eine Woche gilt. So kann ich auch mal beruhigt zu Hause sein, und falls ein Einsatz kein größerer Ausnahmefall ist, schaue ich mir im Nachgang nur noch den Bericht an. Das gibt mir eine gewisse Ruhe, die gerade heute bei den vielen Anforderungen wichtig ist. Die Quickborninnen und Quickborner können sich also darauf verlassen, dass ihre Feuerwehr immer einsatzbereit ist!


Ein kleiner Schwenk ins Private ...
Ich bin seit vielen Jahren sehr glücklich verheiratet. Meine Frau Petra Schön ist Inhaberin des Geschäfts „Eisenmüller“ in der Bahnhofstraße – und nicht zuletzt dadurch sind wir beide sehr verwurzelt hier in Quickborn.


Was möchten Sie abschließend noch sagen?
Ich bedanke mich herzlich für das Gespräch und die Möglichkeit, ein wenig aus meinem Alltag und meinem Werdegang erzählen zu dürfen. Für meine verbleibende Zeit als Wehrführer wünsche ich mir weiterhin viel Freude an dieser Aufgabe – und dass ich zu gegebener Zeit einen guten Übergang gestalten kann.

Herr Schön, wir bedanken uns unsererseits für das Gespräch, wünschen Ihnen noch eine erfolgreiche Arbeit während Ihrer Amtszeit und für den Ruhestand schon jetzt alles Gute!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0