20.000 Euro für das Henri-Goldstein-Haus

Mitglieder des Fördervereins waren dabei, als Wolfgang Grandinger (Mitte r.) Jens-Olaf-Nuckel den symbolischen Scheck überreichte: Manfred Maier, Enno Hasbargen, Gisela Maier,  Christiana Lefebvre, Renate Hensel (v.l.)
Mitglieder des Fördervereins waren dabei, als Wolfgang Grandinger (Mitte r.) Jens-Olaf-Nuckel den symbolischen Scheck überreichte: Manfred Maier, Enno Hasbargen, Gisela Maier, Christiana Lefebvre, Renate Hensel (v.l.)

1.3.2026 | Da konnte sich Jens-Olaf Nuckel, Vorsitzender des Fördervereins Henri-Goldstein-Haus, richtig freuen: Wolfgang Grandinger  vom Ortskoratorium Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) übergab Donnerstag einen symbolischen Scheck über einen Förderbetrag von 19.270 Euro. Die Summe war durch zahlreiche private Spenden sowie durch Erträge der Lotterie Glückspirale zusammengekommen. Das Geld soll jetzt verwendet werden, um die Räumlichkeiten wieder in ihrem Originalzustand herzurichten.

 

Das Denkmal im Himmelmoor gehört seit drei Jahren zu den heute über 280 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale und der Soziallotterie von Lotto allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.

 

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde am Himmelmoor ein Arbeitslager für Strafgefangene eingerichtet. Sträflinge aus dem Zentralgefängnis Rendsburg arbeiteten hier als Torfstecher, später auch Kriegsgefangene. Die Gefangenen waren in einem von der Königlich-Preußischen Mooradministration 1915 errichteten Gebäude im niedersächsischen Bauernhausstil mit vergitterten Fenstern (Himmelmoorstraße 6) untergebracht. Daneben wurde zeitgleich die Schmiede mit Wohnbereich errichtet. An dieses Gebäude angegliedert ist eine nach ihrem Erfinder benannte Nissen-Hütte aus Wellblech, die aufgrund einer hohen Belegung des Lagers 1949 herbeigeschafft wurde. Die im Ersten Weltkrieg und nach Ende des Zweiten Weltkriegs zusätzlich errichteten Holzbaracken und Wachtürme sind nicht mehr erhalten. Der historisch bedeutendere Teil des Gebäudeensembles ist das museal als Henri-Goldstein-Haus genutzte Strafgefangenengebäude, das aus den 1930er Jahren stammt. Benannt ist es nach einem der über 50 französischsprachigen jüdischen Kriegsgefangenen, die während des Zweiten Weltkrieges zur Zwangsarbeit verurteilt waren und als Arbeitskommando 1416 in dem erhaltenen Barackenbau einsaßen. Die Erinnerungen an die eigene fünfjährige Gefangenschaft veröffentlichte der Belgier Henri Goldstein (1920-2014) 1992 in zwei Büchern. Die Gedenkstätte richtete der 2013 gegründete Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V. ein.

Zum Objekt:

Das Gebäude steht bis heute in nahezu unverändertem Zustand. Der kleine flachgedeckte Backsteinbau mit vergitterten Fenstern hat zahlreiche bauzeitliche Details bewahrt, wie die hölzerne Toilettenanlage für die Häftlinge. Um den rechteckigen Hauptraum, in dem einst zahlreiche Stockbetten standen, sind kleine Nebenräume für die Wachen und die Sanitäreinrichtungen angeordnet.

 

Nachdem eine erste größere Summe dafür verwendet wurde, das Haus z.B. durch eine Dachsanierung und Renovierung der Fenster wetterfest zu machen, soll die neue Spende dazu dienen, die Innenräume in ihrem ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

 

Die Deutsche Stiftung Denmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.  Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht.

 

Wie hier von Jens-Olaf Nuckel demonstriert hat eine Restauratorin die verschiedenen Farbschichten abgetragen, um die Originalfarbe freizulegen. In diesem Stil werden die Räume dann entsprechend hergerichtet.
Wie hier von Jens-Olaf Nuckel demonstriert hat eine Restauratorin die verschiedenen Farbschichten abgetragen, um die Originalfarbe freizulegen. In diesem Stil werden die Räume dann entsprechend hergerichtet.

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Kommentare: 1
  • #1

    Helena (Dienstag, 03 März 2026 09:08)

    Die 20.000 würden gut in die Sanierung der Straßen passen. Dann hat jeder etwas davon.