Ausstellung der Geschichtswerkstatt in der Stadtbücherei informiert über Partnerstädte

Kerstin Kranz (Stadtbücherei), Irene Lühdorff (Leiterin der Geschichtswerkstatt) und Bürgermeister Thomas Beckmann (v.l.) eröffneten die Ausstellung über Quickborns Partnerstädte
Kerstin Kranz (Stadtbücherei), Irene Lühdorff (Leiterin der Geschichtswerkstatt) und Bürgermeister Thomas Beckmann (v.l.) eröffneten die Ausstellung über Quickborns Partnerstädte

2.12.2025 | Warum gibt es in der Eulenstadt eine Boxholmstraße? Oder die Malchower Brücke? Es sind die Namen von Quickborner Partnerstädten. Informationen bietet jetzt eine Ausstellung der Geschichtswerkstatt in der Stadtbücherei. Auf drei Tafeln hat die Leiterin Irene Lühdorff Fotos und Texte zu den Verbindungen mit den drei Partnerstädten Boxholm, Uckfield und Malchow zusammengetragen. Außerdem werden historische Videos aus Quickborn gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen.

 

Boxholm

Das rund 1.000 Kilometer entfernte Boxholm ist eine Gemeinde in der schwedischen Provinz Östergötland mit rund 5.500 Einwohnern.

 

Die Partnerschaft mit Boxholm ist die älteste: Sie wurde schon 1974 besiegelt. Die Verbindung mit Quickborn ist allerdings schon 1965 aufgrund einer persönlichen Beziehung zustande gekommen: Ein Quickborner ist nach Boxholm ausgewandert und ist dort dem Männerchor beigetreten. Und dann hat er Kontakt mit der Quickborner Liedertafel „Vorwärts“ von 1863 aufgenommen. Als knapp zehn Jahre später der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet wurde, war das für Quickborn der Anlass für ein dreitägiges Volksfest, das als Ursprung des heutigen Eulenfestes gilt.

Über viele Jahre wurde eine besondere Tradition gepflegt: Jeweils in der Adventszeit kam die schwedische Lichterkönigin Lucia mit ihrem Gefolge, begleitet von Vertretern der Gemeinde, nach Quickborn. Hier war sie am Schmücken des Weihnachtsbaumes beteiligt, besuchte Altenheime, gestaltete eine Feier für alle und brachte Glanz in einen Advents-Gottesdienst der ev. Kirche. Im Zuge der Corona-Epidemie wurden die Besuche eingestellt und bis heute nicht wieder aufgenommen.

 

Uckfield

Im Mai 1990 kam eine zweite Partnerschaft hinzu: Uckfield mit seinen 14.500 Einwohnern liegt in der britischen Grafschaft East Sussex.

 

Ausgangspunkt war die Partnerschaft zwischen der Grafschaft und dem Kreis Pinneberg. Aber auch hier haben wohl persönliche Verbindungen eine Rolle gespielt: In Bönningstedt gab es eine Lehrerin, die mit einem Engländer verheiratet war, dieser unterrichtete auch in Quickborn und hatte auch Verbindungen nach Uckfield.

Um die Kontaktpflege kümmerte sich später auf Seiten der Briten ein Partnerschaftsverein mit dem Titel „Uckfield and District Twinning Association (UDTA)“.

Symbol für die Partnerschaft mit Uckfield ist die rote englische Telefonzelle, die lange Zeit auf dem Rathausplatz stand und sich jetzt als Büchertauschplatz neben dem Haus 25 in der Bahnhofstraße befindet. 1994 brachten der damalige UDTA-Vorsitzende David Frampton und sein Sohn das gute Stück höchstpersönlich mit einem Pritschenwagen nach Quickborn.

 

Malchow

Die Wiedervereinigung war die Voraussetzung für die dritte Partnerschaft. 1990 kam Malchow, eine Kleinstadt in Mecklenburg- Vorpommern mit 6.500 Einwohnern, hinzu. Die Verbindung geht auf den Quickborner Chirurgen Dr. Frank Stein zurück, der in Malchow geboren wurde. Nach der Wende 1989 besuchte er regelmäßig seine Familie in Malchow. Sein Cousin Joachim war damals Bürgermeister in dem Kurort und so entwickelte sich die offizielle Partnerschaft.

 

Die heutigen Quickborner Stadtwerke halfen damals bei der Gründung der Malchower Stadtwerke und viele Vereine unterstützten die Malchower Bürger u.a. beim Aufbau eigener Vereine. Auch heute noch fährt eine Quickborner Delegation regelmäßig zum Malchower Volksfest, und die Jugend-Brassband sorgt dann dort für die musikalische Begleitung. Beim letzten Eulenfest überraschte der ehemalige Malchower Bürgermeister Stein den Quickborner Bürgermeister mit einer Eiche - Gegengabe für den Baum, den die Quickborner zum Start der Partnerschaft nach Malchow mitgebracht hatten.

 

Partnerschaften - von den Bürgern getragen

Neben den gegenseitigen Besuchen offizieller Delegationen wurden die Partnerschaften über viele Jahre auch von den Verbindungen zwischen Vereinen und Verbänden getragen. „Es gab z.T. auch einen Schüleraustausch“, weiß Lühdorff zu berichten. Darüber hinaus waren persönliche Freundschaften entstanden, die durch gegenseitige Besuche gepflegt wurden.

Die Verbindungen der Vereine und von Bürgern seien leider in den letzten Jahren zurückgegangen, bedauert Bürgermeister Beckmann. Die persönlichen Kontakte seien aber ein wichtiges Element der Völkerverständigung, und er wünsche sich sehr, dass diese wiederauflebten, erklärte er bei der Eröffnung der Ausstellung. „Die Informationen in der Stadtbücherei können dazu beitragen, bei den Bürgern das Bewusstsein für die Städtepartnerschaften zu wecken. Deshalb wünsche ich mir sehr, dass möglichst viele Bürger vorbeischauen und vielleicht sogar Lust bekommen, sich einzubringen.  Ohne ehrenamtliches Engagement lassen sich solche Beziehungen auf Dauer nicht lebendig halten.“ Diesen Hinweis verband er mit einem Appell an die Bürgerschaft, sich aktiv einzubringen, damit die Partnerschaften mit Boxholm, Uckfield und Malchow wieder stärker mit Leben gefüllt werden können.

 

Zum Abschluss dankte der Bürgermeister ausdrücklich Irene Lühdorff, der Geschichtswerkstatt und der Stadtbücherei für die „tolle, lehrreiche und spannende Ausstellung“, die einen wertvollen Beitrag dazu leiste, die Bedeutung dieser Verbindungen erneut ins Bewusstsein zu rufen.

 

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