„Tönende Leinwand" - Große Oratorien der Klassik als Life-Mitschnitte in St. Marien

„Die Schöpfung" von Joseph Haydn wird am 12. Oktober in Quickborn auf der Leinwand zu sehen sein
„Die Schöpfung" von Joseph Haydn wird am 12. Oktober in Quickborn auf der Leinwand zu sehen sein

2.10.2025 | Der Förderkreis Kirchenmusik an St. Marien setzt sein Programm „Tönende Leinwand“ im Oktober und November 2025 mit zwei großen Oratorien geistlicher Musik, die in einer besonderen Beziehung zu einander stehen, fort.

Am Sonntag, den 12. Oktober 2025, um 20:00 Uhr ist das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn (1732 – 1809) aus der Benediktinerabtei Ottobeuren unter der Stabführung von Leonard Bernstein zu hören und zu sehen. Mit dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks und den fünf Solisten Judith Blegen (Sopran, Gabriel), Thomas Moser (Tenor, Uriel), Kurt Moll (Bass, Raphael), Lucia Popp (Sopran, Eva) und Kurt Ollmann (Bariton, Adam) kam es im Jahre 1986 zu einer denkwürdigen Aufführung, die glücklicherweise auf DVD festgehalten wurde.

Eine berührende Aufführung des „Messias“ von Georg Friedrich Händel in der Westminster Abtei im Jahre 1791 inspirierte Joseph Haydn, nun auch selbst ein Werk dieser Art in Angriff zu nehmen, und so kam „Die Schöpfung“ am 19. März 1799 im Wiener Burgtheater zu einer triumphalen öffentlichen Premiere. Der Vielfalt der Natur entspricht in Haydns Partitur die stilistische Vielfalt des musikalischen Schöpfungsgebäudes, die nichts von dem auslässt, was im späten 18. Jahrhundert an musiksprachlichen Mitteln aus Oper und Instrumentalmusik verfügbar war.

Leonard Bernstein äußerte sinngemäß zu dem Werk „Die Schöpfung schenkt Zeit, uns an die Reinheit, Anmut und Standhaftigkeit der Natur zu erinnern und uns daran zu erfreuen, uns unsere Seelen zurückzugeben und unsere moralischen Werte neu zu entdecken.“
 
Drei Wochen später, am Sonntag „Aller Seelen“, den 02. November 2025 um 20:00 Uhr erklingt dann „Der Messias“, das große Werk von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759), in der Fassung von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 572) in einer Einspielung von 1991 aus der evangelischen Stadtkirche Ellwangen. Unter der Leitung von Helmuth Rilling mit dem Bach-Collegium Stuttgart und der Gächinger Kantorei singen Donna Brown (Sopran), Cornelia Kallisch (Mezzo Sopran), Roberto Saccà (Tenor) und Alistair Miles (Bass).

„Der Messias“, sicher Händels größtes und bekanntestes Oratorium, entstand in London und wurde aber erstmals im April 1742 in der neu erbauten Neale’s Music Hall in Dublin aufgeführt, bevor es zum großen Londoner Debüt am 23. März 1743 in Convent Garden kam. Händel gab dem Werk den Untertitel „A new sacred oratorio“, den sonst kein anderes Werk von ihm trägt.

Anfang 1789 schuf Wolfgang Amadeus Mozart im Auftrag von Baron Gottfried van Swieten eine am Zeitgeschmack orientierte fast klassische Neufassung des Händelschen Messias, erstmals am 6. März 1789 im Wiener Palais des Fürsten Johann Esterházy aufgeführt. Diese Messias-Fassung, bekannt als KV 572, ist kürzer und kompakter und mit einem deutschen Text versehen, der weitgehend einer Übersetzung von Friedrich Gottlieb Klopstock und Christoph Daniel Ebeling entstammt, die im Laufe der Zeit noch verfeinert wurde.

Beide Einspielungen sind heute von historischem Wert, und es ist sicher für viele eine Freude, die großen Künstler jener Zeit in diesen beiden wunderschönen Werken in der kirchlichen Atmosphäre St. Marien neu zu erleben.

Die Veranstaltungen finden in der katholischen Kirche St. Marien, Quickborn, Kurzer Kamp, statt. Der Eintritt ist frei, aber es wird um großzügige Spenden zur Pflege und Förderung der Kirchenmusik an St. Marien gebeten.

 

 

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