28.9.2025 | Eigentlich sollte die Veranstaltung parallel zur Wanderausstellung "Flächen FAIRteilen" stattfinden, aus organisatorischen Gründen wurde der Vortrag "Wo soll das alles hin? - Flächenkonkurrenz im Kreis Pinneberg" am Montag nachgeholt. Rund 25 Besucher waren dazu in die Stadtbücherei gekommen.
Unter den Gästen waren der stellvertretende Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU) und SPD-Ratsherr Gerhard Teepe. Ansonsten waren es vor allem Mitglieder des BUND und anderer Naturschutz-Organisationen wie z.B. dem Verein Himmelmoor, der u.a durch das Ehepaar Hildebrecht vertreten war.
Vortragender war Merlin Michaelis, Referent für Flächennutzung beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Schleswig-Holstein e.V.. In dieser Funktion nimmt er u.a. als Interessenvertreter zu Bebauungsplänen der Kommunen Stellung.
Michaelis wies darauf hin, dass Schleswig-Holstein sich zum Ziel gesetzt habe, den Flächenverbrauch bis 2030 auf 1,3 ha pro Tag zu begrenzen, 2024 seien es aber noch 3,4 ha/Tag gewesen. Treiber des Flächenvebrauchs sei nicht zuletzt der Wohnungsbau, den Kommunen u.a. betrieben, um der Abwanderung zu begegnen oder - wie im Kreis Pinneberg - dem starken Bevölkerungswachstum gerecht zu werden. Aber auch die Energiewende verlange Platz, z.B. für großflächige Photovoltaikanlagen.
Die Folgen für Natur und Landschaft seien gravierend, z. B. durch Versiegelung der Böden, Einflüssse auf den Wasserhaushalt, das Klima, die Landwirtschaft sowie Flora und Fauna. Das habe ökonomische und soziale Folgen z.B. für die Infrastruktur, die Mobilität, die Lebensqualität und den (finanziellen) Wohlstand.
Eine Lösung könnten Mehrfachnutzungen sein, z.B. Photovoltaikanlagen ÜBER landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Parkplätzen. Doch auch in diesen Fällen gebe es Widerstände wegen Verschandelung der Landschaft. Und die Regelung in Schleswig-Holstein, dass Parkplätze mit mindestens 100 Plätzen mit einer Photovoltaik -Anlage versehen sein müssten, wurde gern dadurch umgangen, dass nur 99 oder auch 96 Plätze beantragt wurden. Inzwischen wurde die Zahl auf 70 Plätze gesenkt, die Problematik dürfte bleiben.
In der Diskussion kamen die Schottergärten (die ins Schleswig-Holstein verboten sind), die Bedeutung der Moore, die Ausgestaltung von Kommunen als „Schwammstädte" sowie die Möglichkeiten, Lärmschutzwände für Photovoltaik-Anlagen zu nutzen, zur Sprache. Ratsherr Teepe wies auf die vorbildliche Rolle Quickborns hin, das alle Schulen mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern ausstatte.
Eine Fülle von Informationen also, aber auch ein Blick auf die Schwierigkeiten, zwischen den unterschiedlichen (berechtigten) Interessen abzuwägen.



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