
27.9.2025 | Rund 40 Gäste hatten sich am Freitag im Kunstverein zur Vernissage der Ausstellung „EINE WELT" eingefunden. Die großfomatigen SW-Fotos des Fotografen Walter Mayr sind
noch bis Sonntag in den Räumen des Vereins in der Kieler Straße 149 zu sehen.
Im Gespräch mit dem Künster stellte Edwin Zaft, der 2. Vorsitzende des Kunstvereins, dessen Leben und sein Werk vor. Dabei gab es auch einen spannenden Einblick in die Geschichte der Fotografie.
Walter Mayr ist seit 60 Jahren in der Fotografie tätig. Er hat als Laborant und Fotografenlehrling in die tiefsten Abgründe der Entwicklerbottiche geschaut und das saure Aroma von Stoppbädern und Fixierbädern lieben gelernt, wie andere Leute den Aufenthalt in frischer Waldesluft.
Er hat noch große Kameras mit kiloschweren Objektiven bedient, Dunkelzelte durch Europa, die Sahara, Asien und Amerika getragen und in ihnen lichtempfindliche Filme in sperrige Kassetten eingelegt. Danach standen 12 Blatt für 12 Fotos als Tagesvorrat zur Verfügung, um letztlich an sorgfältig ausgewählten Standorten, zu sorgfältig ausgewählter Stunde, mit genau gemessenem Licht wenige Bilder festzuhalten. Später kamen Kleinbildkameras dazu und damit die Themen Reportage und Tierfotografie.
Mayr bekam Aufträge von großen deutschen Magazinen und am Ende einer Reise wurde ein kostbarer Schatz belichteter Schwarz-Weiß- und Diafilme vor tückischen Detektoren am Flughafen geschützt und
tapfer so manches Rededuell mit dem Sicherheitspersonal, das unbedingt den Röntgenscanner nutzen wollte, ausgefochten.
Als Mayr mit 80 Jahren, sein Archiv ordnete, machte er eine interessante Beobachtung. Ob er in der Sahara fotografiert hatte oder in Island, im Himalaya oder Jerusalem – es fanden sich Bilder, die im Grunde verwandte Themen beschrieben: Das vom Sand verschlungene Dorf in der Sahara glich dem Bild eines von der Vulkanasche überdeckte Städtchens in Island.
Oder das Foto vom tibetischen Vater mit seinem Sohn auf dem Marsch durch die Berge des Himalaya zeigt Parallelen zum Bild von Vater und Sohn in Jerusalem auf dem Weg zur Klagemauer. Das führt ihn zum Titel der Ausstellung EINE WELT.
Alle Aufnahmen sind analog fotografiert, mit großer Sorgfalt komponiert und im Stil der alten Meister ausgearbeitet. Im Wissen darum, dass ein gutes Foto immer noch eine Kostbarkeit ist.
Dies spiegelt sich auch in den Preisen der ausgestellten Fotos wider, die von 550 bis 1.200 Euro zu erwerben sind.
Öffnungszeiten Sonntag, 28.9.2025: 11 - 17 Uhr
Freier Eintritt.




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