
16.9.2025 | Ausgebucht war die dritte PoetrySlam-Veranstaltung in der Stadtbücherei, und so konnten „nur" gut 100 Zuschauer den Wettbewerb der Poeten am Dienstag verfolgen. Und sie
erlebten einen abwechslungsreichen und überaus unterhaltsamen Abend! Ein gutes Beispiel für die Ambitionen der Bücherei-Leiterin Elisabeth Baumann, die Bücherei von der Buch-Entleihstation
zu einem „Dritten Ort" mit einem vielfältigen Programm zu entwickeln.
Moderator Björn Högsdal trug einige sehr persönliche Zeilen vor und erläuterte zu Beginn die Bedingungen für alle Teilnehmer, z. B., dass nicht längere Passagen singend vorgetragen werden dürfen. In einem mehrstufigen Verfahren wird die Siegerin oder der Sieger ermittelt: In den ersten Stufen entscheiden zehn ausgewählte Zuschauer per Punkte-Bewertung, die finale Abstimmung erfolgt per Applaus.
Und dann ging es los: Als erster der fünf Teilnehmer brachte Tim Jürgensen das Publikum zum Lachen. Jann Wattjes berichtete auf amüsante Weise über eine 5-Seen-Fahrt in der Holsteinischen Schweiz. Nachdenklicher ging es bei Janne Petersen-Feddersen zu, die unter dem Motto „Bis wir uns mal wiedersehen .." über die Erfahrungen mit ihrem an Alzheimer erkrankten Opa berichtete. Auf Plattdeutsch machte sich Selina Seemann Gedanken darüber, „wofür sich das Leben lohnt ...". Vera Vogel berichtete über ihre Freundschaft mit einer Hamburger Künstlerin, die mit dem Tod der Freundin endete.
In der Pause servierte das Team der Stadtbücherei Getränke und kleine Snacks.
Aufgrund der Punktewertung kamen drei Teilnehmer in die nächste Runde: Tim Jürgensen unterhielt das Publikum mit zwei lustigen Gedichten auf Platt, Janne Petersen-Feddersen eröffnete ihren Beitrag mit der harmlosen Frage „Nutella mit oder ohne Butter?", beschäftigte sich dann aber mit ernsten Themen wie Migration, Spaltung der Gesellschaft etc., Jann Wattjes nahm seine verwandschaftlichen Beziehungen zu den Niederlanden zum Anlass, ein amüsantes Porträt unseres Nachbarlandes zu zeichnen.
Wattjes qalifizierte sich damit auch für die Endrunde, in der er einem solch simplen Vorgang wie „Ein Mann will Käse kaufen" sehr lustige Seiten abgewann. Gegnerin war Janne Petersen-Feddersen, die auf teils sehr rührende Weise ihre Erwartungen und ihre Erfahrungen mit der (ersten) Liebe offenbarte und damit das Publikum für sich gewann. Als Preis durfte sie einen von einer Stadtbücherei-Mitarbeiterin liebevoll gestalteten „Poetry-Pot" entgegennehmen: Unter dem Alu-Pokal verbarg sich offensichtlich etws Kulinarisches ....



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Christian Rohde (Freitag, 19 September 2025 20:15)
Poetry Slam ist zwar keine Literaturgattung, im Kontext von Epik, Lyrik oder Dramatik, aber als genere Format kommen dann aber schon auch nette Sprüche und Themen zur Geltung, wie z.B.: "Früher stand mir die Welt offen, heute steht sie mir zu!" Großartig! Schöner Abend war das, bis auf den kompetitiven Charakter des Formates, aber das ist dann eben so! LG
Christian Rohde (Freitag, 19 September 2025 20:37)
Sorry "Genreformat"