9.8.2025 | Vom 26.- 28.11.2025 präsentiert der Kunstverein in seinen Räumen in der Kieler Straße 141 unter dem Motto „Eine Welt" Fotos von Walter Mayr. Vernissage ist wie üblich am Freitagabend, am Sonnabend und Sonntag kann die Ausstellung bei freiem Eintritt besichtigt werden.
Als Walter Mayr mit 80 Jahren, sein Archiv ordnete, machte er eine interessante Beobachtung. Ob er nun in der Sahara fotografiert hatte oder in Island, im Himalaya oder Jerusalem – es fanden sich Bilder die im Grunde verwandte Themen beschrieben: Das vom Sand verschlungene Dorf in der Sahara glich dem Bild eines von der Vulkanasche überdeckte Städtchens in Island. Oder das Foto vom tibetischen Vater mit seinem Sohn auf dem Marsch durch die Berge des Himalaya das Parallelen zeigt zum Bild mit Vater und Sohn in Jerusalem auf dem Weg zur Klagemauer.
Dies alles analog fotografiert und mit großer Sorgfalt komponiert und im Stil der alten Meister ausgearbeitet. Im Wissen darum, dass ein gutes Foto immer noch eine Kostbarkeit ist.
Daneben wird Walter Mayr im Kunstverein Quickborn seine selbstentworfenen und selbstgebauten Kameras zeigen, und einige der unkonventionellen Ergebnisse die damit möglich waren.
Seit 60 Jahren ist Walter Mayr in der Fotografie tätig. Er hat als Laborant und Fotografenlehrling in die tiefsten Abgründe der Entwicklerbottiche geschaut und das saure Aroma von Stoppbädern und Fixierbädern lieben gelernt, wie andere Leute den Aufenthalt in frischer Waldesluft.
Er hat noch große Kameras mit kiloschweren Objektiven bedient. Er hat Dunkelzelte durch Europa, die Sahara, Asien und Amerika getragen und in ihnen lichtempfindliche Filme in sperrige Kassetten eingelegt. Danach standen 12 Blatt für 12 Fotos als Tagesvorrat zur Verfügung, um endlich an sorgfältig ausgewählten Standorten, zu sorgfältig ausgewählter Stunde, mit genau gemessenem Licht wenige Bilder festzuhalten.
Später kamen Kleinbildkameras dazu und damit die Themen Reportage und Tierfotografie. Von großen deutschen Magazinen kamen Aufträge, und am Ende einer Reise wurde ein kostbarer Schatz belichteter Schwarz -Weiß- und Diafilme vor tückischen Detektoren am Flughafen geschützt. Auch wurde tapfer manches Rededuell mit dem Sicherheitspersonal ausgefochten, das unbedingt den Röntgenscanner füttern wollte (gefürchtet: die Geräte in Keflavik, die einmal fast alle Arbeitsergebnisse ruinierten); bis endlich die heimische Dunkelkammer erreicht war, in der wiederum eigene Fehler lauerten. Mit andern Worten: Ein richtig gutes Foto war selten und wurde aber auch als solches erkannt und geschätzt. Nun, im Zeitalter der Foto-Tsunamis die uns aus Phones Tag und Nacht fluten, ist Fotografie nur noch ein Element im alltäglichen Hintergrundrauschen.


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