31.7.2025 | Als bei der letzten Ratsversammlung das Projekt „TO HUUS" auf der Tagesordnung stand, hatte sich SPD-Ratsherr Lars Reese bereits sehr kritisch geäußert. Entsprechend verweigerte die Partei dann auch die Zustimmung für das „Grüne Licht", dass dann mit der Mehrheit von FDP und CDU gegeben wurde (wir berichteten). Jetzt hat die SPD in einer ausführlichen Presseinformation ihre Haltung ausfühlich dargelegt. Wir veröffentlichen sie im Wortlaut.
„In der letzten Bürgerinfo der Stadt Quickborn vom 24.07.2025 und entsprechenden Artikeln im Quickborner Tageblatt überstürzen sich die Superlative:
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- Grünes Licht für Dritten Ort TO HUUS in der Bahnhofstraße - Quickborn bekommt Wohnzimmer der Stadt
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- Quickborn plant seinen Mittelpunkt
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- Futuristischer Neubau wird zum Aushängeschild der Stadt
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- „Dritter Ort TO HUUS“ ein einzigartiger Treffpunkt für alle Bürgerinnen und
Bürger, der weit über die klassische Stadtbücherei hinausgeht
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- Es entsteht ein außergewöhnlich gestalteter Raum, der Offenheit, Zugänglichkeit und multifunktionale . Nutzungsmöglichkeiten auf eindrucksvolle Weise verbindet
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Seit 2014 bzw. 2022 klafft in der Bahnhofstraße 60 bis 68 eine große Lücke und Bauzäune sichern das verwilderte Gelände. Wenig einladend sieht die seit Jahren brachliegende Fläche – trotz erstklassiger Lage in der City aus. Es ist dann auch kein Wunder, dass mit den neuesten Plänen für das Adlershorster Bauprojekt Verwaltung und große Teile der Kommunalpolitik in Ihrer Bewertung fast schon in Ektase geraten und das Projekt besser heute als morgen mit einem „Letter of Intent“ unter Dach und Fach bringen wollen.
Sowohl im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) als auch in der Ratsversammlung wurde sich mehrheitlich für dieses Projekt ausgesprochen. Bereits hier hatte Renate Hensel „wir sollten uns nicht noch mehr ans Bein binden“ die Kritik der SPD geäußert.
Das große Manko an diesem Projekt bleibt die Finanzierung der von der Stadt Quickborn als Ankermieter zu bewirtschaftenden 2.000 qm großen Räumlichkeiten in der folgende Angebote platzfinden sollen:
o Bücherei mit Open-Library-Zugang
o Treffpunkt für Nachbarn, Jugendliche, Senioren und Familien
o Co-Working- und Gruppenarbeitsplätze
o Veranstaltungsort für Lesungen, Ausstellungen, Empfänge, Versammlungen, Messen und kulturelle Events
o Kreativräume für Workshops und Do-it-yourself-Angebote
In seiner Rede zur Beschlussvorlage in der Ratsversammlung stellte Lars Reese (Ratsherr und stellvertretender Fraktionsvorsitzender) folgendes klar:
Die SPD Fraktion sagt:
o JA – zur Schließung der langjährigen und unschönen Baulücke in der Bahnhofsstraße
o JA – zum geförderten Wohnungsbau und Schaffung von 90 Wohnungen in absolut zentraler Lage
o JA – zum Konzept des „Dritten Ortes“ und Schaffung eines zentralen Treffpunktes für alle Quickbornerinnen und Quickborner
Doch es bleibt die ungeklärte Finanzierung und das trotz der „klammen“ Finanzlage der Stadt: Bei einem Haushaltsdefizit von knapp 10 Millionen Euro wird dieses Projekt zu einer weiteren Verschärfung des Quickborner Finanzproblems beitragen. Bereits jetzt gibt die Stadt mehr Geld aus als sie einnimmt. Die Mietkosten für das Projekt „TO HUUS“ werden höher sein als die der Räumlichkeiten der bestehenden Bücherei. Zudem besteht für die Bücherei noch ein langfristiger Mietvertrag, der weit über die erwartete Fertigstellung des Neubaus in der Bahnhofstraße hinausgeht. Das heißt zwei gravierende Ausgabeposten bei gleichbleibender Einnahmesituation, wodurch das Defizit steigt.
Generell mangelt es aus Sicht der SPD Fraktion auch an der nötigen finanziellen Transparenz, da die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen bisher nur in nichtöffentlichen Sitzungen vorgestellt wurden. Somit kann die SPD Fraktion dem Bauvorhaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht zustimmen.
Wir werden beantragen, dass die Verwaltung die ermittelten Finanzpositionen sowohl für den Betrieb als auch die Ausstattung der Räume den Quickbornerinnen und Quickbornern offenlegt, um sich hierzu ein eigenes Bild zu machen.
Gerade bei der Priorisierung von sogenannten freiwilligen Leistungen ist öffentliche Teilhabe wichtig, da die finanziellen Mittel der Stadt leider nicht für alle Angebote reichen. Somit ist am Ende die Wahl zu treffen, ob man lieber Projekte wie das „TO HUUS“ finanzieren möchte, die Vereine und Verbände gestärkt werden sollen oder doch das Veranstaltungsbudget ausgelegt wird. In jedem Fall ist zu befürchten, dass am Ende andere freiwillige Leistungen zu Gunsten des Dritten Ortes zurückgestellt werden müssten, deswegen sollten wir unsere Entscheidungen gut überlegen und noch besser begründen können."


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Anwohner (Sonntag, 19 Oktober 2025 19:16)
Im Gespräch mit anwohnenden Nachbarn zeigt sich ein ausgeprägtes Entsetzen über die Dimension des Prestige-Klotzes. Auch das heimliche Verschwinden des Stichwegs vom Dorotheenring zur Bahnhofstraße wird bedauert. Das Ende der armen Kastanie dürfte auch eingeläutet sein. Früher hatten wir noch "Grüne", die sich für Fledermaus, Dohlen und Co. einsetzten. Heute hört man von denen leider nichts mehr. Prestige kann sich Quickborn nicht leisten, es sollte sich angesichts der desolaten Kassenlage auf das absolut Wesentliche beschränken. Eine erst unlängst teuer renovierte und funktionierende Bücherei haben wir. Lob hier für die SPD, die zur unbequemen Wahrheit steht!