Irene Lühdorff mit der ersten Goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet

Dr. Reinhardt Ax, Annabell Krämer, Thomas Beckmann und Annegret Tegen ehrten Irene Lühdorff (Mitte)
Dr. Reinhardt Ax, Annabell Krämer, Thomas Beckmann und Annegret Tegen ehrten Irene Lühdorff (Mitte)

22.7.2025 | Irene Lühdorff, in Quickborn vor allem als Leiterin der Geschichtswerkstatt bekannt, wurde am Montag in einer großen Feierstunde mit der ersten Goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet.

 

Familienmitglieder und Freunde, die sich vor dem Artur-Grenz-Saal versammelt hatten,  mussten sich ein weng gedulden, denn die Ratsversammlung, an deren Anschluss die Ehrung geplant war, zog sich ungeplant in die Länge. Aber gegen 20.30 Uhr war es dann endlich soweit: Die Gäste, darunter auch viele Ratsmitglieder und Vertreter  Quickborner Organisationen, konnten im Artur-Grenz-Saal Platz nehmen.

 

Auf der mit vielen Blumen geschmückten Bühne eröffnete ein Ensemble der Musikschule den Festakt. Im Anschluss würdigten in einer Ansprache die beiden Ratsmitglieder Annegret Tegen und Dr. Reinhardt Ax (beide CDU) die engagierte Quickbornerin. Sie erinnerten daran, dass aus dem Wunsch, Frau Lühdorff eine besondere Ehrung zukommen zu lassen, auf Initiative aller Fraktionen in der Ratsverammlung die Goldene Ehrennadel geschaffen wurde. Tegen nannte Lühdorff eine „Quickborner Ikone". „Damit ist gemeint, dass wir heute eine herausragend Perönlichkeit ehren, deren außergewöhnliches Engagement für die Stadt Quickborn nicht nur bemerkenswert, sondern schlichtweg unersetzlich ist." Die Originalrede findet sich am Schluss als PDF-Anhang.

 

Die offizielle Laudation hielt die Bürgervorsteherin Annabell Krämer (FDP). Sie erinnerte daran, dass Lühdorff 1991 zu den Mitbegründerin der Geschichtswerkstatt gehörte, deren Leitung sie 2006 übernahm. „Was Frau Lühdorff hier geschaffen hat, verdient höchste Anerkennung. Unter ihrer Federführung entwickelte sich die Geschichtswerkstatt zu einem Zentrum der historischen Forschung und Vermittlung. Ihre Arbeiten geben nicht nur Zeugnis über die Geschichte Quickborns - sie bewahren diese für kommende Generationen." Die vollständige Laudatio findet sich am Ende dieses Beitrages.

 

Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Beckmann heftete sie Lühdorff die Goldene Ehrennadel ans Revers und überreichte die entsprechende Urkunde.

 

In ihrer Dankesrede versäumte Lühdorff nicht, ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in der Geschichtswerkstatt  zu danken, ohne deren engagierten Einsatz die vielfältigen Ergebnisse nicht möglich gewesen wären.

 

Mit einem erneuten Auftritt der Musikschule endete der offizielle Festakt. Im Anschluss trafen sich alle im Foyer der Comenius-Schule. Hier hängt seit vielen Jahren die „Postglocke", die zuerst an der ersten Poststation in Quickborn an der Kieler Straße ihren Platz hatte. Nach dem Abriss des Gebäudes fand sie nach manchen Zwischenstationen  dank des Einsatzes von Irene Lühdorff ihre neue Heimat in der Comenius-Schule. Gemeinsam mit dem Bürgermeister enthüllte Lühdorff eine Infotafel zur Geschichte der Postglocke.

 

Zum Ausklang konnten sich alle Gäste bei Schnittchen und Getränken in persönlichen Gesprächen austauschen.

Ein Ensemble der Musikschule mit Anna Milewska (Klavier), Vanessa Prieß (Trompete) und Christine Hesse (Schlagzeug) sowie Lorenz Jensen (nicht im Bild) sorgte für den musikalischen Rahmen
Ein Ensemble der Musikschule mit Anna Milewska (Klavier), Vanessa Prieß (Trompete) und Christine Hesse (Schlagzeug) sowie Lorenz Jensen (nicht im Bild) sorgte für den musikalischen Rahmen
Gemeinsam enthüllten Irene Lühdorff und Bürgermeister Beckmann die Informationstafel zur Postglocke.
Gemeinsam enthüllten Irene Lühdorff und Bürgermeister Beckmann die Informationstafel zur Postglocke.
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Lühdorff Ehrung Tegen/Dr.A
Lühdorff Ehrung(1).pdf
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 Bürgervorsteherin Annabell Krämer

 

LAUDATIO FÜR FRAU IRENE LÜHDORFF ZUR VERLEIHUNG DER ERSTEN GOLDENEN EHRENNADEL DER STADT QUICKBORN


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Frau Schreiber (i.V. für Kreispräsident Ahrens),
liebe Ratsmitglieder und liebe Gäste,
vor allem aber sehr geehrte Frau Lühdorff, 
die von ihren Familienangehörigen Claudia Saggau und Wolfgang Lühdorff sowie Alexander Lühdorff mit Ehefrau Katrin und Tochter Anna begleitet wird,


Ihnen allen ein herzliches Willkommen!
Heute ehren wir eine Frau, deren Wirken und Engagement wie kaum ein anderes das kulturelle Gedächtnis unserer Stadt geprägt hat – Frau Irene Lühdorff.
Es ist mir eine große Ehre, anlässlich der ersten Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Stadt Quickborn einige Worte über ihr außergewöhnliches Lebenswerk sprechen zu dürfen.
Frau Irene Lühdorff wurde 1935 in Kassel geboren. Nach einem Studienjahr in den USA und dem Studium der Germanistik und Anglistik in Marburg, München und Göttingen widmete sie sich dem Lehrberuf. Doch ihre Lebensleistung reicht weit über den schulischen Rahmen hinaus.
Seit ihrem Umzug nach Quickborn in den 1960er-Jahren ist Irene Lühdorff der Stadt Quickborn verbunden und hat sich in zahlreichen Ehrenämtern eingebracht: als Vorsitzende von Schulelternbeiräten, als engagiertes Mitglied der Johanniter-Hilfsgemeinschaft, bis 2022 als stellvertretende Vorsitzende des Kulturverein Quickborns und nicht zuletzt als prägende Kraft in der kommunalen Bildungs- und Erinnerungsarbeit.
Von August 1987 bis Dezember 2000 war sie die Leiterin der VHS Quickborn.
Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist die Geschichtswerkstatt der Volkshochschule Quickborn, deren Leitung sie 2006 übernahm. Sie ist ihre Mitbegründerin aus dem Jahr 1991, als die Geschichtswerkstatt als Kurs der Volkshochschule organisiert wurde. Was Frau Lühdorff hier geschaffen hat, verdient höchste Anerkennung! Unter ihrer Federführung entwickelte sich die Geschichtswerkstatt zu einem Zentrum der historischen Forschung und Vermittlung.

Ihre Arbeiten geben nicht nur Zeugnis über die Geschichte Quickborns – sie bewahren diese für kommende Generationen. Über 30 Veröffentlichungen seit 1994 – darunter die Chronik der Waldschule, die umfassende Festschrift zum 700-jährigen Stadtjubiläum oder das Lexikon Quickborn 1323–2023 – tragen ihre Handschrift.
Ebenso unermüdlich organisierte sie Ausstellungen, Vorträge und Stadtrundgänge, in denen sie ihre umfangreichen Kenntnisse mit großer Leidenschaft weitergab. Ob die „Gefangenen im Himmelmoor“, die Entstehung der Dichterviertel oder die Geschichte der Kieler Straße – Irene Lühdorff hat Quickborns Vergangenheit sichtbar, greifbar und verständlich gemacht.
Ihre Vorträge und Führungen zeigen, dass ihr Engagement bis heute ungebrochen ist. Mit Empathie, Detailfreude und historischem Feingespür begeistert sie Zuhörerinnen und Zuhörer jeden Alters. Auch infrastrukturell hat sie Spuren hinterlassen – durch Infotafeln im öffentlichen Raum, durch Beiträge zum Tag des offenen Denkmals, durch die Gestaltung historischer Kalender, durch Interviews und Erinnerungsarbeit mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Für dieses außerordentliche Engagement wurde sie bereits 2016 mit dem Eintrag ins Ehrenbuch des Kreises Pinneberg und 2018 mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein gewürdigt.
Heute danken wir ihr als Stadtgemeinschaft – mit der höchsten Auszeichnung, die Quickborn zu vergeben hat: der ersten Goldenen Ehrennadel der Stadt Quickborn.
Sören Kierkegaard sagte einmal: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“ Daran wird deutlich, welchen Einfluss historische Ereignisse auf unser Leben haben.  
Frau Lühdorff, Sie haben Quickborn ein kostbares Geschenk gemacht: das Bewusstsein für die eigene Geschichte. Sie haben damit Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gebaut. Sie sind ein Vorbild für ehrenamtliches Engagement und bürgerschaftliches Verantwortungsbewusstsein.
Im Namen der Stadt Quickborn und aller Bürgerinnen und Bürger gratuliere ich Ihnen herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung und danke für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihre gelebte Leidenschaft für unsere gemeinsame Geschichte.
Herzlichen Glückwunsch zur Goldenen Ehrennadel der Stadt Quickborn!

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Kommentare: 1
  • #1

    Lisbeth Larsen (Sonntag, 10 August 2025 07:20)

    Dem Wirken von Frau Lühdorff in der Geschichtswerkstatt zolle ich den allergrößten Respekt.
    Auch wenn man persönlich tief in die geschichtliche Entwicklung der Stadt eingebunden ist, finden sich immer wieder von Frau Lühdorff dokumentierte Abhandlungen, die selbst Ur-Quickborner in ihrem Wissensstand bereichern.

    Leider ist es aber auch so, dass von Frau Lühdorff recherchierte und mit historischen Belegen untermauerten Tatsachen von
    ausführenden Organen der Stadtverwaltung nicht nur fortlaufen ignoriert wurden/werden, sondern darüberhinaus auch
    als "nicht vorhanden" betitelt werden. Das eigentlich perfide aber ist, das von vorbenannten Personen, die in Q nicht Ihren Lebensmittelpukt sondern nur Ihren Arbeitsplatz sehen, wissentlich Falsch-u.Desinformationen aus der Geschichte Quickborns wider besseren Wissens auch an neue Mitarbeiter weitergegeben wurden und mutmasslich immer noch werden.
    Das dies überhaupt möglich sein konnte UND kann, wirft kein gutes Licht auf die Verwaltungsführung.