Grüne kritisieren „Bürgerbrief" des Bürgermeisters

30.6.2020 | In einem Offenen Brief kritisieren die Grünen den „Bürgerbrief", mit dem Bürgermeister Thomas Köppl die QuickbornerInnen eingeladen hatte, ihre Meinung zu der von der Verwaltung vorgeschlagenen Einbahnstraßenregelung für die A7-Brücke kundzutun. Wir veröffentlichen beide Dokumente im Wortlaut.

 

Offener Brief von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN QUICKBORN
zum Bürgerbrief des  Bürgermeisters Juni 2020 zum Thema Brücke Ulzburger- Landstraße über die A7:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Köppl,

nachdem es in der ASU-Sitzung vom 11.06.2020 keine Mehrheit für den Vorschlag der Einbahnregelung gegeben hat, wenden Sie sich nun an die Quickborner Bürger*innen und fragen nach ihrer Meinung. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wir haben jedoch ein Problem damit, dass Sie den Vorschlag lediglich als „pragmatische Lösung“ darstellen und die Nachteile, die der Vorschlag mit sich bringt unerwähnt lassen. Aus unserer Sicht ist Ihre Darstellung nicht objektiv und es ist den Bürger*innen so gar nicht möglich, die Situation angemessen zu beurteilen und sich ein eigenes Bild zu machen.
 
Wir fordern Sie daher auf, die Argumente für und gegen die Einbahnstraßenregelung und die bekannten Details über die voraussichtlichen Kosten, die für einen Ausbau der Straßen nach der Testphase anfallen würden in einer Ergänzung zu Ihrem Bürger*innenbrief aufzuführen.

Ja, es ist richtig, dass die Einbahnstraßenregelung gefährliche Fahrzeugbegegnungen auf der Brücke verhindern würde
und
Ja, es ist richtig, dass es wesentlich sicherer für Fahrradfahrer*innen auf der Brücke werden würde

Folgende Argumente sprechen gegen den Vorschlag, den Verkehr in die Wohngebiete umzuleiten:

-In den Straßen  Schmalmoorweg, Ohlmöhlenweg und Feldbehnstraße käme es zu einer Mehrbelastung durch ein höheres Verkehrsaufkommen und Gefahren für Schulkinder, die diese Straßen für den Schulweg mit dem Fahrrad nutzen -trotz nicht vorhandener Fahrradstreifen
 
-Nach Ablauf der Testphase von 2 Jahren, in denen der Verkehr über nicht ausreichend ausgebaute Straßen mit diversen Straßenschäden umgeleitet wird, würde geprüft, ob die Testphase in eine dauerhafte Lösung umgewandelt wird. Dies widerspricht einem Beschluss, dass ein Ausbau/Sanierung von Ohlmöhlenweg und Schmalmoorweg nicht erfolgen soll. Wie vereinbaren Sie die Vorgehensweise mit dem Beschluss? 

-Allein der erforderliche Ausbau des Ohlmöhlenweges würde mindestens 1,4 Mio. EUR kosten. Die Stadt rechnet mit 250EUR/m2.
Ein Millionenprojekt wie die bauliche Erweiterung der A7-Brücke lehnen Sie ab weil das Geld im Haushalt nicht vorhanden ist. Das „Millionenprojekt“ Ausbau der Straßen nach der Testphase ist für Sie aber kein Problem? Darauf gehen Sie nicht ein.

Wir erwarten von ihnen zeitnah die Veröffentlichung aller Zahlen und Fakten zu dem Thema!


Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Quickborn
Anke Thomsen
Vorsitzende

Grünen-Vorsitzende Anke Thomsen
Grünen-Vorsitzende Anke Thomsen

Bürgerbrief des Bürgermeisters, veröffentlicht am 26.6.2020

 

Liebe Quickbornerinnen und Quickborner,

so eine vertrackte Situation: Die Brücke Ulzburger Landstraße über die A 7 ist für normalen Autoverkehr zu schmal und als „Autobahnzubringer“ war sie nie geplant. Da kein Radweg existiert, ist sie zudem für Radfahrende und Fußgänger regelrecht gefährlich. Dabei hat Quickborn sich die Förderung des Radverkehrs zum Ziel gemacht. Was ist nun möglich? Eine bauliche Erweiterung bzw. eine neue separate Fahrradbrücke müsste komplett von der Stadt bezahlt werden. Ein Millionenprojekt, das die Stadt nicht stemmen kann. Das Land hat eine Kostenübernahme im Zuge des A7-Ausbaus abgelehnt, rechtlich war dies (leider) nicht zu beanstanden. Da stellt sich die Frage nach einer pragmatischen Bestandslösung. Aktuell wird hierzu in der Politik der Vorschlag für eine Einbahn-Regelung diskutiert, um sowohl gefährliche Fahrzeugbegegnungen zu verhindern und gleichzeitig Raum für Radfahrende zu schaffen. Für Radfahrende stellt ein durchgehender Radweg von der Friedrichsgaber Straße bis zum Harksheider Weg eine deutliche Verbesserung und eine wesentlich ungefährlichere Nutzung dar. Für Autofahrende ist es dagegen nur ein etwas längerer Weg. Was denken Sie darüber? Schreiben Sie mir Ihre Meinung unter buergermeister@quickborn.de.

 

Es hat lang gedauert, aber nun geht es mit der Querung der Bahnstraße endlich los! Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat angekündigt, die Querungshilfe in der Bahnstraße sowie den Bahnübergang für Fußgänger zum AKN Bahnhof Ellerau in den Sommerferien herzustellen. Dafür haben wir lange gekämpft und ich freue mich, dass es nun zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Ein besonderer Dank gilt Herrn Ernst Klöpner sowie seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die sich mit großem Engagement für diese Sache eingesetzt haben. Nun wird in Höhe der Einmündung Ohlmöhlenweg die Bahnstraße auf einer Länge von rund 120 Metern verschwenkt. Parallel dazu wird die AKN einen Bahnübergang für Fußgänger errichten, damit der Zugang zum AKN Bahnhof Ellerau von der Bahnstraße aus wieder möglich ist. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich vom 6. Juli bis 7. August durchgeführt. Dazu ist eine Vollsperrung der Baustrecke erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter www.quickborn.de auf der Homepage der Stadt.

 

Auch in der Pascalstraße gab es einige Behinderungen durch Baustellenverkehr samt Sperrungen und Umleitungen. Seit dem 2. Juni wurde vom Kreuzungsbereich Pascalkehre/Auf dem Halenberg bis zum Kreisel Robert-Bosch-Straße die Fahrbahn saniert. Diese Sanierung ist fertiggestellt, es müssen bis Ende Juni nur noch einige Restarbeiten erledigt werden.

Mit sechs Wochen Verspätung konnte unser Freibad nun endlich wieder geöffnet werden. Allerdings mit Einschränkungen, die aufgrund der bestehenden Corona-Regelungen einzuhalten sind. Zugangsvoraussetzung ist ein fest gebuchter Termin, der über die Homepage der Stadt Quickborn gebucht werden kann. Dann steht dem Sprung ins kühle Nass nichts mehr im Wege.

 
Ihr Bürgermeister
Thomas Köppl


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Kommentare: 1
  • #1

    Jürgen Jacobs (Dienstag, 30 Juni 2020 23:08)

    Die Brücke nach Quickborn-Heide hat Jahrzehntelang hervorragend funktioniert. Dieser "Engpass" wird von Autofahrern besonders vorsichtig (auch hinter Radfahrern) befahren......

    Versteh diese ganze Diskussion nicht..... die Sanierung der Brücke über die A7 nach Norderstedt war doch schon peinlich genug.........

    Oder geht es Herrn Köppl nur ums Geldausgeben oder einzelne Radfahrer....??

    Laßt es wie es ist !!

    JJ