Grüne gegen Einbahnstraßenregelung an der A7-Brücke

22.6.2020 | In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt hatte die Verwaltung für die schmale Brücke über die A7 eine Einbahnstraßenregelung vorgeschlagen. Der Antrag wurde aber nach längerer Diskussion zurückgezogen. Im Nachgang hat Anke Thomsen, die Vorsitzende der Grünen, eine Pressemeldung herausgegeben, die wir im folgenden veröffentlichen.

„Die jetzige Situation an der Brücke Ulzburger Landstraße über die A7 ist „suboptimal“. Da muss etwas für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen getan werden, insbesondere der Radfahrer*innen.  Auch die Lärm- und Abgasbelästigung der Anwohner nahe der Brücke kann so nicht weiter hingenommen werden.

Die Idee der Verwaltung ist aber nach unserer Auffassung der falsche Weg. Den Autobahnzubringerverkehr von der Ulzburger Landstrasse in die Stadt zu verlegen, führt zu einer erheblichen Mehrbelastung der Quickborner*innen.

Jahrelang wurde der zunehmende PKW-Verkehr hingenommen. Viel zu lange ist in Quickborn nicht genug für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen und den öffentlichen Nahverkehr getan worden. Jetzt den erheblichen PKW-Verkehr durch das Naturschutzgebiet Gronau und bisher noch recht ruhige Wohnstraßen zu leiten, ist aus unserer Sicht die falsche Maßnahme und keine Lösung. Zu Recht haben Anwohner des Schmalmoorwegs und Ohlmöhlenwegs bei der ASU-Sitzung ihre Sorgen dazu zum Ausdruck gebracht.

Sicherheit und Reduzierung des Verkehrsaufkommens auf der Autobahnbrücke darf nicht durch die Gefährdung von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen in der Stadt ersetzt werden.

Nach Aussage des Bürgermeisters handelt es sich um einen Versuch mit einer Testphase von zwei Jahren. Dann soll geprüft werden, ob es eine dauerhafte Lösung sein könnte. Es erscheint uns naheliegend, dass er die bereits vor vielen Jahren von der CDU gewünschte Gronauquerung, welche von uns GRÜNEN, SPD und FDP abgelehnt wurde, nun doch noch durch die Hintertür etablieren möchte.

Wenn der Bürgermeister wirklich etwas für die Radfahrer*innen tun will, dann sollte er dafür sorgen, dass der Autoverkehr nicht noch zusätzlich in die Wohngebiete geleitet wird!
Viele Schulkinder nutzen die Wohnstraßen, trotz fehlender Fahrradstreifen. Sollten nun Fahrzeuge auch noch wegen der Einbahnstraßenregelung dort durchgeleitet werden, hätte dies unabsehbare  Folgen für die Radfahrer*innen.
Aus der berechtigten Angst heraus, dass ihre Kinder nicht sicher zur Schule und zurück kommen könnten, werden voraussichtlich viele Eltern ihre Kinder dann wieder mit dem PKW zur Schule fahren. Damit würden die Straßen noch voller.

Es ist schon mal ein guter Anfang, dass jetzt die Höhenkontrolle kommt. Der Vorschlag kam aus dem Ausschuss. Wir fragen uns, warum nicht schon längst solche Mittel von der Verwaltung eingeführt wurden.
Aus unserer Sicht zu fördern wären z.B. sichere Radstreifen, Geschwindigkeitskontrollen und die Überwachung der Einhaltung von Verkehrsvorschriften.

Eine bessere Anbindung Quickborns an den öffentlichen Nahverkehr könnte dazu beitragen, dass viele dadurch unabhängig vom privaten PKW werden und damit der Druck von der Straße genommen wird. Ein Anfang ist dafür gemacht. Der Antrag unserer Grünen Fraktion zur Verbesserung des ÖPNV ist in dieser ASU-Sitzung einstimmig angenommen worden."

 

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Jürgen Jacobs (Montag, 22 Juni 2020 22:37)

    Auch die Lärm- und Abgasbelästigung der Anwohner nahe der Brücke kann so nicht weiter hingenommen werden.
    ...... da wohnt doch kaum einer.... was für eine Aussage...???

  • #2

    Anke Thomsen (Montag, 22 Juni 2020 22:56)

    Sprechen Sie doch mal mit den Anwohner*innen. Oder machen Sie sich die Mühe und schauen Sie mal auf Google Maps mit Satellit- dann sehen Sie mit Blumen Schenk noch weitere Einzelhäuser. Diese Eigenheimbesitzer müssen hinnehmen, dass nicht nur der Verkehr immer mehr zugenommen hat sondern auch zu große LKW s regelmässig vor der Brücke umkehren müssen was zum Teil abenteuerliche Wendemanöver verursacht. ....