Das Laub ist gefallen - ein Lob auf Quickborns Gartenmülle

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Herausgeber und Redaktion weisen darauf hin, dass die Beiträge die Ansicht des Kolumnisten wiedergeben.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Am 10. Dezember ist Schluss. Dann schließt Quickborns Gartenabfallverwertungsanlage, Gartenmülle genannt, für dieses Jahr. Auch wenn es im nächsten Jahr weitergeht und alles so selbstverständlich erscheint, sollte heute darüber gesprochen werden.

 

So selbstverständlich ist es nicht, dass eine Gemeinde ihren Gartenbesitzern die Gartenabfälle abnimmt, kompostiert und als Gartenerde kostenlos zur Verfügung stellt. Quickborn macht das. Es sollte erlaubt sein, das einmal lobend zu erwähnen.

 

Zugegeben: So ganz umsonst ist die Sache nicht. Wer das „Grünzeug“ in seinem Familienauto anliefert, zahlt zurzeit 3,40 € für eine Fuhre. Die Belohnung: ein aufgeräumter Garten und ein gutes Gewissen. Wer mehr bringt, zahlt mehr. Die Komposterde ist für alle gratis.

 

Alles in Ordnung? Vielleicht nicht ganz. Seit vor zwei Jahren die Gebühr erhöht wurde, wird weniger geliefert. Die Einnahmen der Stadt sinken, nicht aber die Kosten, die die Gartenabfallverwertungsanlage verursacht. Im Ausschuss Kommunale Dienstleistungen wurde das schon diskutiert.

 

Vielleicht sollten wir den Ausschuss mit dieser Diskussion nicht allein lassen. Versuchen wir mal selbst herauszufinden, weshalb die Gartenmülle in letzter Zeit weniger genutzt wurde.

 

Erstens: Immer mehr Quickborner Gartenbesitzer können sich 3,40 € für eine Fuhre Grünzeug nicht mehr leisten? Eine Armutswelle überrollt Quickborn? Das dürfte recht unwahrscheinlich sein.

 

Zweitens: Immer öfter sind Gärten zu sehen, in denen die  Rasenflächen in flächendeckendes hochmodisches Steindesign umgewidmet wurde. Das ist Geschmackssache, aber praktisch. Der Rasenschnitt entfällt. Noch fällt dieser Trend nicht besonders ins Gewicht. Daran kann der Rückgang kaum liegen.

 

Drittens: Mehr Quickborner Gartenbesitzer machen kurzen Prozess und entsorgen ihre Gartenreste in der Landschaft. Spricht irgendetwas für diese Möglichkeit, die ausdrücklich keine Unterstellung ist? Hinweise darauf gibt es nicht.

 

Viertens: Nicht auszuschließen ist, dass der eine oder andere Quickborner Gartenbesitzer sich entschlossen hat, selbst zu kompostieren, um das, was sein Garten hergibt, ihm auch wieder zurückzugeben. Das wäre das Natürlichste. Ist aber mit Arbeit verbunden, setzt Wissen und Können voraus. Immerhin eine

einleuchtende Erklärung. Ob sie wirklich zu Buche schlägt? Ein Fragezeichen ist berechtigt.

 

Vier Möglichkeiten und keine Gewissheit. Was also tun? Stark bleiben! Die Gartenabfallverwertungsanlage weiter betreiben. Sonst nichts? Wie wäre es, die Vorzüge der Gartenmülle immer wieder mal zur Sprache zu bringen. Bei einer

so guten Dienstleistung der Stadt ist etwas Eigenlob durchaus angebracht.


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