Jugendsünden

GUDELIUS: Augenblick mal!

 

Hier schreibt der Quickborner Autor Peter Gudelius einmal in der Woche zu Themen der Stadt, des Landes und der Welt. Was sich kritisch liest, mal mehr, mal weniger zugespitzt, will als Anregung verstanden sein und zum Nachdenken verführen. Die Äußerungen des Autors stellen nicht die Meinung des Herausgebers/der Redaktion dar.

Weitere Beiträge des Autors finden Sie in seinem Blog „Sprach-los".

 

Als es vor einiger Zeit um die Frage ging, ob Großbritannien dem Kontinent den Rücken zukehren sollte oder nicht, hat eine knappe Mehrheit seinem eigenen Land den Stuhl vor die Tür gesetzt: LEAVE hatte sich durchgesetzt: Out, out, out!

 

Darüber sind viele Briten unglücklich, ganz besonders die jungen Leute. Sie fühlen sich von „den Alten“ verraten, sehen ihre Zukunft infrage gestellt. Sie wünschten sich und wünschen, dass ihre Insel dem Kontinent verbunden bleibt – nicht nur wirtschaftlich.

 

Flapsig gesagt: dumm gelaufen! Und noch einmal genauso flapsig: selbst schuld! Nur etwa 33 Prozent aller jungen Engländer haben sich an der Wahl beteiligt. Jetzt ist der Jammer groß.

 

Natürlich ist das kein Grund zur Schadenfreude. Aber auf jeden Fall ein Grund zum Nachdenken, nicht nur auf „der kleinen, dem Kontinent vorgelagerten Insel.“

Irgendwas scheint falsch zu laufen, überall. Vielleicht liegt es daran, dass Politik als

Parteipolitik verstanden wird. So wird sie ja auch überwiegend praktiziert. Aber ist es richtig, Politik auf Parteipolitik zu reduzieren, das Große, das alle Bürger angeht, klein zu machen aufs Parteienformat?

 

Sollte die Politik der Parteien der Grund für die inzwischen zum Teil lächerliche Wahlbeteiligung sein? Zeigen wir nicht auf „unsere Insulaner“, zeigen wir nicht auf die Bundestags- und Landtagswahlen, zeigen wir nicht auf die jungen Leute, die ihre Chance verspielt haben, fassen wir uns an die eigene Nase. Wie steht es mit der Wahlbeteiligung in Quickborn?

 


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