Ausstellung „Ich mache deine Kleidung - die starken Frauen aus Süd Ost Asien" eröffnet

Stellten die Ausstellung vor:  Mirja Mullikas (Diakonisches Werk Hamburg-West Südholstein), Hannah Gleisner (Gleichstellungbeauftragte) Teresa Ruckelshauß (Clean Clothes Campaign) und Klaus Fechner (Leitung Stadtbücherei) v.l.
Stellten die Ausstellung vor: Mirja Mullikas (Diakonisches Werk Hamburg-West Südholstein), Hannah Gleisner (Gleichstellungbeauftragte) Teresa Ruckelshauß (Clean Clothes Campaign) und Klaus Fechner (Leitung Stadtbücherei) v.l.

Gut besucht war die Eröffnung der Ausstellung "Ich mache Deine Kleidung", zu der aus Anlass des Internationalen Frauentages verschiedene Organisationen in die Stadtbücherei geladen hatten. Auch Bürgervorsteher Henning Meyn informierte sich über „Starke Frauen aus Süd Ost Asien" und die Arbeitsbedingungen, unter denen z.B. in Bangladesch die Kleidung für den Weltmarkt entsteht.

 

Hannah Gleisner, Quickborns Gleichstellungsbeauftragte, begrüßte die Gäste. Teresa Ruckelshauß von der Clean Clothes Campaign (Kampagne für saubere Kleidung) Schleswig-Holstein gab einen Einstieg in das Thema.

 

Der Dokumentar-Film „Todschick – die Schattenseiten der Mode“ beleuchtete die Arbeitssituation in der Textilindustrie insbesondere in Bangladesch. Er zeigte die politischen und wirtschaftlichen Strukturen auf, die dazu führen, dass überwiegend Frauen und auch Männer unter menschenunwürdigen, teils auch lebensgefährlichen  ArbeitsbedingungenTextilien herstellen. Diese werden dann oftmals, ganz im Sinne einer „Wegwerfgesellschaft“ nach kürzester Zeit wieder entsorgt. Im Durchschnitt wird ein Kleidungsstück nur etwa vier Mal getragen, bevor es entsorgt wird.

 

Und so plädierte Ruckelshauß  dafür, Kleidungsstücke länger zu tragen oder auch untereinander zu tauschen. Hier gebe es mit Tauschbörsen einen Trend in Deutschland. Sie regte an, verstärkt sich an die Unternehmen zu wenden und zu hinterfragen und auch die Politik in die Pflicht zu nehmen. Auch die Beachtung von Gütesiegeln könne helfen, obwohl die Aussagefähigkeit nicht immer gegeben sei.

Sie zeigte sich auch realistisch, als sich in der Diskussion ein Gast dafür aussprach, alles in Deutschland zu produzieren. Dies würde den Frauen in den Produktionsländern die Lebensgrundlage entziehen.

 

Die Plakatausstellung zeigt Portraits von Frauen, die sich als Textilarbeiterinnen gewerkschaftlich engagieren. Allen Gefahren zum Trotz. Denn, wenn Frau sich organisiert, sich für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzt, riskiert sie nicht nur, ihre Arbeit zu verlieren, sondern zum Teil auch Bedrohungen und Gewalt gegen sie selbst und ihre Familie. Das ist ein Punkt, der für die VeranstalterInnen ebenfalls im Fokus steht: „Menschen machen unsere Kleidung. Auch das T-Shirt für 3,99 € wird von einer Person hergestellt, die ihr Leben bestreiten muss, die gesund bleiben möchte und vielleicht eine Familie hat“, meint Klaus Fechner von der Stadtbücherei.

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. April in der Stadtbücherei zu sehen. Der Eintritt zu der Ausstellung ist aufgrund besonderer Förderung frei.

 


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