Ungewöhnliches Kunstprojekt an der Freien Gemeinschaftsschule Quickborn

Ein ungewöhnliches Projekt realisierte die Hamburger Künstlerin Juliane Golbs an der Freien Gemeinschaftsschule Quickborn: Mit Schülerinnen und Schülern führte sie ein „Action-Painting" durch und stellte dabei auch die Verbindung zum Kubismus her.

 

Als Krankheitsvertretung übernahm Golbs die 3. und 4. Klasse und konnte die Kinder mit ihrem Kunstunterricht so sehr begeistern, dass man innerhalb von zwei Monaten zweimal die Kunsthalle besucht hat. „Die Beschäftigung mit der Moderne sehe ich als Alternative zu dem üblichen 'Wir malen Blumen'. Sie ist für mich Grundlage, Bilder zu betrachten und zu verstehen", so die Künstlerin.

 

Und so brachte sie für ihr Projekt die Kinder mit dem abstrakten Expressionisten Jackson Pollock und einem Vertreter des neuen Realismus, nämlich Christo, zusammen. Der Amerikaner Pollock (1912 - 1956) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Insbesondere das Erlebnis des Werks von Pablo Picasso bestimmte seine Malerei über eine längere Phase Ende der 1930er und der frühen 1940er Jahre. Ab 1946 entwickelte Pollock die 'Dripping-Technik', bei der er Farbe auf die am Boden liegende Leinwand tropfen und fließen lässt, sie schüttet, sprengt und spachtelt, so dass sich Strukturen, Rhythmen und Muster aus Farbspritzern und -flüssen bilden. Mit diesen Gemälden schrieb sich Pollock in die Kunstgeschichte ein und wurde zu einem der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Moderne. Wie bei allen Künstlern des 'Action Painting' steht der Fertigungsprozess des Kunstwerks im Vordergrund.

 

Bei dem Quickborner Projekt  erfolgte der pastose Farbauftrag erst mit Faden, dann mit Zahnbürsten. Wichtig war der Leiterin des Projektes auch, dass die kleinen Künstlerinnen und Künstler  sich damit vertraut machen, dass ein Bild im Ergebnis nicht ganz dem entspricht, was der Schaffende sich davon erwartet. Golbs: „Es geht darum, das Ereignis der Machtlosigkeit gegenüber der eigenen Arbeit zum Thema zu machen und den Erfolg zu feiern, den wir uns selber geschaffen haben. Wie? Durch Bildbetrachtung und Wertschätzung gegenüber dem unvermeidbar Sichtbaren."

 

Und Christo? Ganz nach dem Vorbild des bekannten Verpackungskünstlers diente das Werk der jungen Künstlerinnen und Künstler dazu, den Container auf dem Schulhof zu verhüllen. Golbs: „Man  nehme einen Container, verhülle ihn und lasse die amorphen Muster für sich sprechen. Heraus kommt eine Kunstdidaktik, die über den glücklichen Zufall berichtet und neue Möglichkeiten für den Umgang mit Werkzeug und Bildfläche schafft."

 

Das Fazit der Künstlerin: „Ein provokativ schönes Werk, das dem Klassenverband bewusst macht, auch zusammen eine Lösung für künstlerische Fragen zu bekommen!"

 

Juliane Golbs

Juliane Golbs  ist an der Freien Gemeinschaftsschule Lehrerin für Kunst und Philosophie. Ebenso, wie sie von ganzem Herzen Lehrerin ist, arbeitet sie als freie Künstlerin in Hamburg. „Ich bin Künstlerin - schon immer!" sagt sie und verweist darauf, dass sie schon im Alter von 5 Jahren mit dem Malen begonnen hat. Sie studierte Philosophie und Kunst und ist deshalb an Kunst, Klassik und Reisen nach Paris interessiert. Sie schreibt Essays, hat einen Blog, ist bei einer Online-Galerie unter Vertrag. Vor einiger Zeit hat sie einen Roman veröffentlicht, der zweite liegt im Schreibtischfach und wartet darauf, gedruckt zu werden. Viele Fotos, auch von ihren Arbeiten, finden sich auf Instagram.

 

Juliane Golbs
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